Schwedelbach
Pörrbacher Hof: Vom Bauernhof zum beliebten Landrestaurant
1886 wurde der Pfälzer Bauernhof erbaut, verrät eine Inschrift über dem Sandsteintor. 1998 hat ihn Jens Schmidt-Zöllner gekauft und umgebaut. „Das Gebäude hat mir schon als Kind gefallen, wenn ich daran vorbeigeritten bin“, erzählt der gebürtige Erzenhausener. Er hat zwar Hotel- und Restaurantfachmann gelernt, aber immer schon gerne in der Küche geholfen: „Kochen habe ich mir selbst beigebracht.“
Den Bauernhof mit Wohngebäude, Stallungen, Scheune und großem, gepflastertem Hof im kleinen Schwedelbacher Ortsteil zu einem Restaurant zu machen, das war schon lange sein Traum, doch es dauerte, bis er ihn kaufen konnte. Dann wurde das landwirtschaftliche Anwesen innerhalb von vier Monaten zu einem schmucken Restaurant mit rustikalen, aber auch modernen Elementen umgestaltet. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Aber der Pörrbacher Hof hat sich gut entwickelt“, sagt der Chef heute. Und gibt gerne zu: „Ich wollte immer etwas Besonderes.“
Von 30 zu 120 Gästen
Zunächst habe er nur eine kleine Karte gehabt, zwei Frauen und seine Mutter hätten ihm in der Küche geholfen. Damals hätten nur 30 Gäste im Hof Platz gefunden, heute sind es 120. Drinnen, in der Jagdstube und auf der Empore sowie an zwei Tischen im Eingangsbereich können 75 Personen sitzen. Zwar wird der Pörrbacher Hof vor allem im Sommer von Gästen angesteuert, doch auch im Winter lässt sich dort gemütlich tafeln.
Jens Schmidt-Zöllner ist der Küchenchef, seine Frau Kerstin Cassel ebenfalls dort im Einsatz. Rund zehn junge Leute, meist Studierende, übernehmen den Service. Manche der jungen Leute seien fünf bis sechs Jahre dabei, doch es werde immer schwerer, geeignete Leute zu finden, klagt Schmidt-Zöllner. Auch deswegen und „um uns zu schonen“, hat das Betreiberehepaar die Öffnungszeiten auf Donnerstag bis Sonntag reduziert.
Ohne vorherige Reservierung ist auf dem Pörrbacher Hof während der Hauptsaison in der Regel kein Platz zu bekommen. Dies geht am einfachsten über das Formular auf der Internetseite des Restaurants. Der Pörrbacher Hof hat zwar viele Stammgäste, aber immer wieder kommen auch neue Besucher in den kleinen Ort – Schmidt-Zöllner nennt einen Umkreis von 80 Kilometern.
Der Baum ist das Markenzeichen
Um all die Gäste unterzubringen, wurde vor zwei Jahren ein weiterer Parkplatz auf dem großen Grundstück in der Talstraße geschaffen – zuvor hatte es nämlich immer wieder Probleme in der engen Ortsdurchfahrt gegeben.
„Unter der Platane wollen alle sitzen“, sagt der Gastronom. Der mächtige Baum ist das Markenzeichen des Pörrbacher Hofs. Viele können gar nicht glauben, dass er erst 1982 gepflanzt wurde, wie ein Schild am Stamm Auskunft gibt. Die Platane muss aber auch regelmäßig gepflegt und beschnitten werden. Außer ihr spenden noch große Sonnenschirme und eine Jalousie Schatten und schützen auch vor leichtem Regen. Der Biergarten punktet außerdem mit seiner reichen, gepflegten Bepflanzung, zu der unter anderem Oleander, Petunien und sogar eine Passionsblume an der Sandsteinwand gehören.
Da unter den Gästen auch viele Amerikaner sind, gibt es außer der deutschen auch eine Speisekarte in englischer Sprache. Die gilt das ganze Jahr, hinzu kommen in der Biergartensaison typische Speisen wie Wurst- und Rindfleischsalat mit Bratkartoffeln. Da Jens Schmidt-Zöllner auch auf die Jagd geht und ein eigenes Revier hat, stehen stets auch Wildgerichte auf der Karte; außer Bratwürsten, Leberknödel und Frikadellen beispielsweise Reh- oder Wildschweinbraten. Die Ochsenfetzen sind das Aushängeschild des Pörrbacher Hofs. „Viele Gäste essen sie jedes Mal“, erzählt der Küchenchef. Doch auch Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten: Nicht weniger als zwölf fleischlose Gerichte tauchen auf der Karte auf.
Im Winter in der Jagdstube
„Bei uns ist alles hausgemacht“, betont Schmidt-Zöllner und berichtet davon, dass viele Gäste loben würden, dass man hier noch höre, wenn der Koch in der Küche die Schnitzel klopfe. Schnitzel gingen momentan besonders gut, verrät er, aber auch Steaks würden gerne bestellt.
Auf einer Tafel sind die aktuellen Nachtische aufgelistet. Kerstin Cassel macht Eis selbst und probiert gerne etwas Neues aus, beispielsweise ein Zitronen-Rosmarin-Sorbet, aber auch Mokkaeis komme gut an.
Im Mai und September/Oktober hat das Landrestaurant jeweils für gut zwei Wochen geschlossen. Im Winter und bei schlechtem Wetter genießen die Gäste das rustikale Innere mit viel Holz, Sandstein, alten Weichholzmöbeln, teils geerbten Kronleuchtern und vielen Jagdtrophäen – nicht nur aus der Pfalz, sondern auch aus Afrika. So war es nur folgerichtig, dass für kleine Gesellschaften eine Jagdstube eingerichtet wurde. Gefeiert wird nämlich gerne im Pörrbacher Hof. Für Familien-, Weihnachts- und Firmenfeiern kreieren Schmidt-Zöllner und seine Frau gerne individuelle Menüs für Gruppen. Nur große Hochzeiten mit vielen Gästen will der Chef nicht mehr ausrichten.
Steckbrief
Pörrbacher Hof, Talstraße 16, 67685 Schwedelbach, www.poerrbacherhof.de.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag ab 17 Uhr, die Küche ist bis 21 Uhr einsatzbereit. An Sonn- und Feiertagen ist von 11.30 bis 14 und 17 bis 21 Uhr geöffnet.


