Otterbach RHEINPFALZ Plus Artikel Barock trifft Burger: Eine Ex-Soldatin hat große Pläne für das „Schlemmerwerk im Kipperhof“

Aufgrund seiner überschaubaren Fläche bietet der Freisitz nur gut 80 Plätze. Der Innenhof ist räumlich klar getrennt von der Str
Aufgrund seiner überschaubaren Fläche bietet der Freisitz nur gut 80 Plätze. Der Innenhof ist räumlich klar getrennt von der Straße.

Mit exotischen Gewürzen und Oma-Gerichten will das Schlemmerwerk in Otterbach Akzente setzen. Chefin Jennifer Schilling hat etliche Ideen für 2026.

Liebevoll renoviert ist das barocke Fachwerkhaus Kipperhof – ein wahres Schmuckstück in Otterbach. Der gepflasterte Innenhof des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles wird schon seit 1991 als Freisitz des im Kipperhof angesiedelten Restaurantbetriebs genutzt. Im November 2024 hat Jennifer Schilling hier mit ihrer Familie die Leitung übernommen und im „Schlemmerwerk im Kipperhof“ eine neue gastronomische Top-Adresse in Otterbach geschaffen.

Obwohl das Schlemmerwerk der Adresse nach an der Hauptstraße liegt, sitzt man zwischen dem weißen Haupthaus und dem Nebengebäude sehr gemütlich. Durch ein Mäuerchen, gekrönt von einem schmiedeeisernen Zaun, ist der Innenhof von der Straße räumlich klar getrennt. Der Durchgangsverkehr ist sehr übersichtlich, sodass kaum Verkehrslärm das entspannte Gemurmel der Gäste durchdringt. Aufgrund seiner überschaubaren Fläche bietet der Freisitz gerade einmal gut 80 Plätze, weshalb eine Reservierung dringend zu empfehlen ist. Die ist über das Online-Portal der hauseigene Website schnell getätigt. Damit fällt das spontane Feierabend-Bier eher aus. Aber für den Besuch im Schlemmerwerk lohnt es sich durchaus, etwas mehr Zeit einzuplanen. Das Auto kann auf dem Parkplatz am Dorfplatz direkt um die Ecke abgestellt werden. Fahrradständer fehlen dort jedoch.

Steak wird am Tisch gegart

Im Schatten großer weißer Schirme kann der Gast aus einer abwechslungsreichen Karte auswählen. Soll es nur ein Getränk sein? Inspiration, mal was anderes auszuprobieren, liefert ein Blick auf die große Auswahl an hauseigenen Eistees und Limonaden, von Ananas-Hibiskus- oder Alpenkräuter-Veilchen-Eistee bis zur Summer-Passion-Limo mit Maracuja, Mango und Holunderblüte. Zwischen den Tischen sorgen bunt gefüllte Blumenkästen in Sichthöhe für Privatsphäre. Eine gemütliche Lounge-Ecke mit hellen Polstern lädt zum Aperitif in der Abendsonne ein.

Für Fleischliebhaber gibt es diverse Steak-Spezialitäten, die am Tisch auf dem heißen Stein serviert werden. Diese Präsentation ermöglicht es dem Gast, den Garpunkt individuell zu wählen. Getoppt mit hauseigenem Steakgewürzsalz, Chimichurri und Steakbutter, begleitet vom Salat aus der reichhaltigen Salatbar.

Statt 150 Soldaten ein 30-köpfiges Gastro-Team

Schon früh stand Schlemmerwerk-Chefin Jennifer Schilling auf eigenen Beinen. Mit zarten 17 Jahren genoss sie ihre Ausbildung zur Panzergrenadierin bei der Bundeswehr. Die Erfahrungen bei der Truppe kommen ihr in ihrem heutigen Leben zu Gute. Statt 150 Mann kommandiert sie heute aus ihrer Restaurant-Küche heraus einen mehr als 30-köpfigen Trupp, angeführt von Ehemann Peter und tatkräftig unterstützt von Sohn Calvin. Während die männlichen Familienmitglieder die Bar schmeißen und im Service unterwegs sind, gibt sich Jennifer Schilling in der Küche unterschiedlichsten Einflüssen hin. Inspiration bringt sie von ihren Reisen mit: „Aus der Karibik sind wir mit drei Kilo Übergepäck zurückgekommen“, berichtet sie lachend. Exotische Gewürze und Soßen sowie fremdartige Zutaten haben es ihr angetan.

Aber im Kipperhof geht es auch ganz klassisch: Unter der Rubrik Oma-Gerichte finden sich auf der Karte Rouladen und Tafelspitz. „Egal, wie heiß es ist, die Gäste essen Schmorgerichte. Die gibt es sonst einfach nicht mehr in der Umgebung“, sagt Schilling.

300 bis 400 Burger pro Woche

Ihre wahre Leidenschaft gehört allerdings den Burgern. Ob Otterbacher oder K-Town-Burger, ob klassisch mit Beef oder doch vegan (gegen Aufpreis) – hier investiert die Chefin viel Handarbeit. „Waren es am Anfang etwa 60 Buns in der Woche, backen wir mittlerweile 300 bis 400 Burger. Wir wolfen unser Fleisch für die Pattys mit einer speziellen Körnung selbst, dazu kommt die selbst gemachte Burgersoße.“ Schilling investiert gerne großen Aufwand: „Wir machen das mit Herzblut und mögen es, Gastgeber zu sein. Jemanden zu bedienen ist für mich eine ehrenvolle Aufgabe, davon lassen sich auch meine jungen Mitarbeiter anstecken.“

Sie und ihre Familie hätten hier „eine sehr schöne Heimat gefunden und wollen gerne lange, lange hier bleiben“. Vom ersten Sommer zeigt sie sich begeistert – „und nächstes Jahr geht’s erst richtig los!“ Whiskey-Tasting und Angebote zum Brunch schweben ihr vor, einen Weihnachtswald soll es geben. Alle paar Wochen setzt die 39-Jährige ein neues Spezial-Menü auf, so wie jetzt das Kerwe-Menü. Auf Bestellung fertigt sie Torten, und der betriebseigene Foodtruck wartet auf seinen Einsatz – Schilling sprüht nur so vor Ideen. „Ich denke mir immer wieder neue Sachen aus, damit mir auch nicht langweilig wird“, sagt sie.

Steckbrief: „Schlemmerwerk im Kipperhof“

Hauptstraße 12, 67731 Otterbach
schlemmerwerk-im-kipperhof.eatbu.com
Öffnungszeiten: montags, mittwochs, donnerstags, freitags 12 bis 14.30 Uhr und 17 bis 23 Uhr; samstags 17 bis 23 Uhr; sonntags 12 bis 22 Uhr; Küchenschluss jeweils eine Stunde vor Schließung; dienstags Ruhetag
Preisübersicht: Wasser (0,25 Liter) 2,20 Euro, Karlsberg Ur-Pils vom Fass (0,5 Liter) 4,90 Euro, Aperol Spritz 7 Euro

Die Serie

Die Sonne strahlt aus klarem Blau, Watte-Wölkchen ziehen vorüber. Weißblauen Himmel gibt es nicht nur in Bayern, sondern auch in der Pfalz – genauso wie stimmungsvolle Biergärten und Freisitze. Welcher ist der schönste in Stadt und Landkreis Kaiserslautern? Die RHEINPFALZ sieht sich um – bei bekannten Adresse und Geheimtipps. Weitere Teile unserer Serie finden Sie hier.

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