Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Halbzeit bei Tante Enso: Wie es um die Ansiedlung des neuen Ladens auf der Atzel steht

Blick von der Mittelbrunner Straße auf die Atzel: Viele Bürger des Stadtteils wünschen sich wieder eine Einkaufsmöglichkeit vor
Blick von der Mittelbrunner Straße auf die Atzel: Viele Bürger des Stadtteils wünschen sich wieder eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort. Die Chancen dafür stehen besser denn je.

Klappt es mit der Ansiedlung eines Tante-Enso-Ladens auf der Atzel? Bis 19. März müssen 600 Landstuhler mit der Postleitzahl 66849 Anteilsscheine erworben haben.

Innerhalb der Vier-Wochen-Frist bis zum Stichtag am 19. März veröffentlicht die Enso GmbH aus Bremen immer mittwochs die Anzahl der verkauften Genossenschaftsanteile an dem neuartigen Geschäft, das die Eigenschaften eines klassischen Tante-Emma-Ladens mit den Vorteilen eines modernen Online-Supermarkts mit 24/7-Betrieb vereint. „Ich hoffe, dass wir am Mittwoch die 400 erreicht haben werden“, sagte Stadtbürgermeister Mattia De Fazio am Montag im RHEINPFALZ-Gespräch.

Tatsächlich sind es am Mittwoch dann sogar noch etliche mehr: 452 vollständige Teilhaberverträge liegen vor. „Ich bin sehr zufrieden“, freut sich der Stadtchef, dass die Anzahl der Unterstützer innerhalb einer Woche um 145 angewachsen ist. Ebenfalls positiv sei, dass etliche Landstuhler sogar mehr als einen 100-Euro-Genossenschaftsanteil gezeichnet haben: „Bis jetzt wurden 785 Anteile erworben.“

Bis 19. März muss auch gezahlt werden

Nun ist Halbzeit: Bis 19. März müssen noch 148 Teilhaberverträge unterzeichnet – und bezahlt – werden. Es gebe 54 Teilhaberanträge, die noch nicht vollständig seien und somit nicht in die Zählung einfließen. „Vielleicht haben die Leute vergessen, die 100 Euro zu bezahlen oder glauben, dass der Betrag abgebucht wird“, mutmaßt De Fazio und betont, dass das Geld entweder innerhalb der Frist überwiesen oder bei Onlineanträgen per Paypal bezahlt werden müsse.

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Um die erforderlichen 600 Anteile an den Mann oder die Frau zu bringen, wollen De Fazio und die Tante-Enso-Paten weiter unermüdlich die Werbetrommel rühren, wie er sagt. Die Paten klingelten an Haustüren, informierten auf dem Wochenmarkt und in den Sprechstunden. „Ich habe Kontakt zum Nardini-Klinikum aufgenommen. Außerdem habe ich jetzt auch die Amerikaner angeschrieben und so bislang zwei Anträge geworben.“ Wer im Postleitzahlbezirk 66849 an US-Bürger vermiete, könne diese ja ebenfalls auf die potenzielle neue Einkaufsmöglichkeit auf der Atzel aufmerksam machen, so sein Appell. „Der Tante-Enso-Markt ist wirklich eine tolle Sache für alle, die hier leben“, wirbt der Stadtbürgermeister und weist darauf hin, dass bei einer Neuansiedlung auch vier bis sechs Arbeitsplätze geschaffen würden. „Mir liegt sogar schon die Bewerbung einer Frau von der Atzel vor, die gerne in dem Geschäft arbeiten würde.“

Wo sich Tante-Enso-Läden in der Region ansiedeln

Während in Landstuhl noch um den neuen Einkaufsmarkt gekämpft wird, ist man andernorts schon weiter: In Eppenbrunn wurde bereits im August die Eröffnung eines Tante-Enso-Markts gefeiert, eine Veranstaltung mit Volksfestcharakter. In Heltersberg haben Mitte Februar die Bauarbeiten für den Laden begonnen. Dort hatten ein 17-jähriger Schüler und ein Rentner unabhängig voneinander das Unternehmen „My Enso“ kontaktiert und auf den 2046-Einwohner-Ort im Pfälzerwald aufmerksam gemacht. Und die Heltersberger zogen mit und erwarben in kürzester Zeit die erforderliche Anzahl von Anteilen.

Eine Erfolgsgeschichte gibt es auch in Elmstein. In Elmstein mit seinen 2500 Einwohnern kauften weit mehr Menschen Genossenschaftsanteile, als eigentlich erforderlich gewesen wären – vielleicht auch, weil die Elmsteiner bislang 15 Kilometer weit nach Lambrecht zum nächsten Supermarkt fahren müssen. Auch in Elmstein hat der Ortsbürgermeister das Projekt forciert. Mehr noch, Rene Verdaasdonk stieg als Investor persönlich ein: Da in der Gemeinde anders als in Landstuhl kein leerstehendes Gebäude für den Tante-Enso-Laden zu finden war, erwarb der Unternehmer und weltweit operierende Düngemittel-Fabrikant, der die Firma Lebosol in Sembach betreibt, rund 4000 Quadratmeter eines früheren Sägewerk-Grundstücks und baut dort gerade neu.

Bürgermeister investiert eine Million Euro

Letztlich wird Verdaasdonk in das gesamte Objekt eine Million Euro aus eigener Tasche investieren: „Einmal bekommen wir hier einen schönen Supermarkt und zweitens machen wir das Ortsbild für uns Einwohner und unsere Besucher ein Stück weit attraktiver, was mir schon lange am Herzen liegt“, sagt Verdaasdonk. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, wird er Neubau und Parkgelände nach Fertigstellung an den Betreiber Enso GmbH vermieten. Öffnen soll der neue Laden bis Weihnachten.

In Landstuhl gibt es hingegen bereits ein Gebäude, das nur nach den Bedürfnissen von Tante Enso umgebaut werden muss: den früheren Frischemarkt in der Breslauer Straße auf der Atzel. Was die Baugenehmigung für den Umbau angeht, habe ihm Landrat Ralf Leßmeister versichert, dass er sich für eine schnelle Erlaubnis einsetzen werde, sagt der Landstuhler Bürgermeister. Auch De Fazio würde gerne noch in diesem Jahr einen Laden auf der Atzel eröffnen.

Aber erst muss die Hürde mit den 600 Genossenschaftsanteilen genommen werden. Bis 19. März haben all die, die sich eine Einkaufsmöglichkeit auf der Atzel wünschen, noch Zeit.

In der Breslauer Straße könnte im Gebäude des früheren Frischemarkts ein Tante-Enso-Laden eröffnen – wenn genügend Bürger Anteil
In der Breslauer Straße könnte im Gebäude des früheren Frischemarkts ein Tante-Enso-Laden eröffnen – wenn genügend Bürger Anteile kaufen.
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