Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Freibad in Ramstein bleibt im Sommer zu

Bleibt auch im Sommer verwaist: der Freibadbereich des Azur in Ramstein-Miesenbach. Das Außenbecken ist undicht.
Bleibt auch im Sommer verwaist: der Freibadbereich des Azur in Ramstein-Miesenbach. Das Außenbecken ist undicht.

Das Freizeitbad Azur kommt nicht zur Ruhe: Die dringend notwendige Sanierung nach 33 Jahren Dauerbetrieb liegt aufgrund fehlender Fördergelder seit vier Jahren auf Eis, ein defekter Motor der Abluftanlage sorgte dafür, dass der Badebetrieb drei Tage nicht möglich war und dann wird in diesem Jahr auch noch das Freibadbecken geschlossen bleiben.

Der Freibadbereich des Freizeitbades Azur in Ramstein-Miesenbach bleibt in diesem Jahr geschlossen. Das Becken sei undicht, sagt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, die das kombinierte Hallen- und Freibad betreibt. 30.000 Liter Wasser flössen jeden Tag in die Wiese, berichtet Hechler im Verbandsgemeinderat. Zunächst seien es noch mehr gewesen, da ein Rohr gebrochen war. Dieses Leck habe repariert werden können, das undichte Becken selbst jedoch nicht.

Das sei auch nicht geplant, verweist Hechler auf die Sanierungspläne für das Azur, die bereits vor vier Jahren ausgearbeitet worden waren. „Wir wollten das neue Becken als 50-Meter-Bahn ja ebenfalls einhausen“, erinnert der Bürgermeister. Das jetzige Becken als Einzelmaßnahme, losgelöst von der gesamten Sanierung des Bades, mit Edelstahl auszukleiden, „um es dicht und in Betrieb zu bekommen“, würde zum einen mit Ausschreibung und Bauzeit zwei Jahre dauern und zum anderen „einen Millionenbetrag verschlingen“. Das wäre in der momentanen Situation, in der die Verbandsgemeinde ohnehin um jeden Fördereuro kämpft, nicht sinnvoll. „Wenn es einfach zu reparieren wäre, hätten wir das gemacht“, betont Hechler. So aber sei die Schließung des Freibadbeckens die wirtschaftlichste Lösung.

Weniger Einnahmen, weniger Kosten

Denn auf der einen Seite bedeute dies natürlich, dass an Tagen mit schönem Wetter sehr viele Badegäste fernbleiben werden, auch wenn Liegewiese, Spielplatz, das kleine Warmbecken und eventuell auch das Kinderbecken genutzt werden könnten. Andererseits entfallen aber die Kosten für den Betrieb der Beckenanlage, die sich laut dem Bürgermeister auf einen sechsstelligen Betrag belaufen. Alleine 70.000 Euro seien in der Vergangenheit jährlich für Fliesenausbesserungsarbeiten fällig gewesen, sagt Hechler. Bleibt das Becken geschlossen, muss es nicht mit Wasser befüllt, das Wasser nicht erhitzt und umgewälzt und auch nicht regelmäßig ausgetauscht werden. Das Gleiche gilt für die Duschen, die nicht eingeschaltet und gereinigt werden müssen.

Einen großen finanziellen Verlust erwartet Hechler daher nicht. Er erinnert an die Zeit bis 1998, als das Azur noch ein reines Hallenbad war. Damals „hatten wir dennoch auch im Sommer die Bude voll“. Das Hallenbad ziehe über das Jahr gesehen den weitaus größeren Teil der Badegäste an. Gerade in durchwachsenen Sommern konnte das Ramsteiner Bad bislang mit dieser Doppelstruktur punkten.

Personalsituation bleibt angespannt

Auf die angespannte Personalsituation des Freizeitbades wirke sich die Freibadschließung übrigens kaum aus. Zwar müsse im Sommer dann dort keine Aufsicht am Beckenrand stehen, aber die drei derzeit gesuchten Mitarbeiter – eine der vier ausgeschriebenen Stellen habe mittlerweile erfreulicherweise besetzt werden können – würden für den Ganzjahresbetrieb benötigt, hält Hechler fest. Mindestens drei Bäderfachangestellte beziehungsweise Meister für Bäderbetriebe müssten in einem Bad von der Größe des Azur’ pro Schicht anwesend sein. Hinzu kämen Badewärter, Aufsichten oder auch Rettungsschwimmer. Bleiben einige Stellen dauerhaft vakant, drohten reduzierte Öffnungszeiten und ein verringertes Kursangebot.

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