Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schnelltests sollen Schulbesuch trotz hoher Inzidenz ermöglichen

Ein österreichischer Schüler zeigt einen negativen Antigen-Schnelltest. Im Nachbarland werden Schüler regelmäßig getestet.
Ein österreichischer Schüler zeigt einen negativen Antigen-Schnelltest. Im Nachbarland werden Schüler regelmäßig getestet.

Zwei Schnelltests pro Woche für alle Schüler und Lehrer in den Grundschulen. So lautet der Vorschlag von Landrat Fritz Brechtel und Schuldezernent Christoph Buttweiler, damit die Schüler doch bald in den Wechselunterricht starten können. Außerdem will der Landrat bald informieren, wie es nach dem 28. Februar weitergeht.

Knapp 5000 Grundschüler gibt es im Landkreis, dazu kommen die Schüler der Klassen eins bis vier in den Förderschulen. Eigentlich hätten sie nach langen Wochen des Fernunterrichts am Montag in den Wechselunterricht zurückkehren sollen. Doch wegen der hohen Inzidenzzahlen hatte Landrat Fritz Brechtel (CDU) in Abstimmung mit den Schulbehörden am Sonntagnachmittag in einer Eilentscheidung bestimmt, dass es weiter keinen Präsenzunterricht geben darf. Zu groß war die Sorge, dass sich das Coronavirus in den Klassenräumen schnell ausbreiten könnte.

40.000 Schnelltests nötig

Nun haben sich Landrat Brechtel und sein Stellvertreter, Schuldezernent Christoph Buttweiler (CDU), an das Mainzer Bildungsministerium gewandt. Ihr Konzept sieht vor, dass Grundschüler und -lehrer nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht zweimal pro Woche einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Dabei bitten sie Bildungsministerin Stefanie Hubig um eine enge Abstimmung zwischen Verwaltung und Ministerium sowie um die Übernahme der Kosten. „Der Vorschlag sollte schnell umgesetzt werden, damit wir auch unabhängig der Inzidenzzahlen die Schulen baldmöglichst öffnen können“, schreibt Brechtel. Geplant ist eine vierwöchige Projektphase. Dafür benötigt der Kreis knapp 40.000 Schnelltests. Diese könnten nach Angeboten, die der Kreisverwaltung vorliegen, innerhalb von acht bis zehn Tagen geliefert werden.

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Doch diese vielen Tests müssten auch durchgeführt werden. Das könnten ein Teil der Lehrkräfte, der Elternvertretungen, ehrenamtliche Hilfsorganisationen wie das DRK aber auch Apotheker übernehmen, sagt Schuldezernent Christoph Buttweiler. Nach einer stichprobenhaften Abfrage sei davon auszugehen, „dass wir genügend Freiwillige finden und wir diese auch schnell schulen könnten.“ Das Konzept sei nur ein erster Schritt. Falls der Testlauf erfolgreich sei, könnte sich Brechtel vorstellen, das Prinzip auf Kindertagesstätten und Förderschulen auszuweiten.

Schnell zurück in die Schule

An zwei Tagen pro Woche in der erste Stunde ein Test: Landrat Er erhoffe sich so mehr Unabhängigkeit von den Inzidenzzahlen, sagte Brechtel im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Es gehe darum, dass Schüler rasch mit einer erhöhten Sicherheit wieder in die Schule gehen können. Da es vom Land bisher keine genauen Vorgabe gebe, hofft der Landrat, dass das Ministerium auf den Vorschlag eingeht.

Nachdem die Inzidenz im Kreis ab Mittwoch gestiegen war, hatte Brechtel noch am Donnerstagabend das Ministerium alarmiert. Heraus kam ein Kompromiss, der in Abstimmung mit den Schulbehörden auf Freitagnachmittag verkündet wurde: Wechselunterricht, aber ohne Präsenzpflicht. Er hätte am liebsten von Anfang an den Fernunterricht weitergeführt, sagte Brechtel. Aber die Aufsichtsbehörde habe sich zunächst für die mildere Form entschieden. Als am Sonntag aber die Inzidenz auf 124,8 stieg, war klar: „Wir müssen Nägel mit Köpfen machen.“

Rechtzeitige Information geplant

Zunächst wurde eine Frist bis Freitag, 28. Februar, gesetzt. „Wir werden uns rechtzeitig vorher zusammen setzen und beraten“, verspricht Brechtel den Schülern, Eltern und Lehrern. Er hofft am Donnerstagabend, spätestens Freitagmorgen darüber informieren zu können, ab wenn auch im Landkreis der Wechselunterricht starten kann.

Könnte es also tatsächlich passieren, dass am Montag die Friseure im Kreis öffnen, die Grundschulen aber noch geschlossen haben? „Ich sage nur, es ist alles möglich“, formuliert Brechtel bewusst vorsichtig. Vom Land gebe es Signale, dass je nach Inzidenzzahl gelockert werden soll. Vielleicht gebe es dann in anderen Kreisen Öffnungen, die dem Kreis Germersheim noch verwehrt bleiben.

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