Rülzheim
Schardt mit großer Zustimmung als Bürgermeister bestätigt
Wahlen ohne Gegenkandidaten sind für Matthias Schardt fast schon zur Regel geworden. Zum sechsten Mal trat der Leimersheimer zu einer Wahl an, zum vierten Mal ohne einen Gegenkandidaten. Dennoch hat er Wahlkampf gemacht und den Bewohner seiner Verbandsgemeinde versucht, sich und seine Ziele ihnen näher zu bringen. „Das war mühsam“, sagt Matthias Schardt rückblickend. Weil viele gesagt hatten: „Du musst doch keinen Wahlkampf machen.“ Schließlich habe er keinen Gegenkandidaten. Der Leimersheimer setzte in Zeiten der Pandemie stark auf moderne Medien, es gab Podcasts, Sprechstunden per Telefon und Video sowie Vor-Ort-Wahlkampftermine.
Und doch lag die Wahlbeteiligung nur bei 39,2 Prozent. „Ich hätte mir schon ein paar Wählerstimmen mehr gewünscht“, sagt Schardt am Wahlabend dazu. Überrascht und sehr gefreut habe ihn, dass „über 50 Prozent der Leimersheimer zur Wahl gegangenen sind“. Genau waren es 51,9 Prozent. Die geringste Wahlbeteiligung gab es mit 32,2 Prozent im Klosterdorf Hördt.
Mit Ergebnis zufrieden
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis“, kommentiert Amtsinhaber Schardt seine Wiederwahl mit einer Zustimmung von 89,5 Prozent. Vor allem müsse man auch sehen, dass es in der Welt derzeit wichtigere Dinge gibt. Da sei die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde nur eine Randerscheinung. Dennoch freue er sich, dass in allen vier Ortsgemeinden das „Ergebnis so homogen ist“.
Viele nutzten im Vorfeld die Möglichkeit ihre Stimme per Brief abzugeben – über 30 Prozent der 12.420 Wahlberechtigten, wie es aus dem Wahlamt der Verbandsgemeinde hieß. Zwar wurde nicht – wie bei Kommunalwahlen üblich – eine Wasserstandsmeldung der einzelnen Wahllokale zur Wahlbeteiligung an das Wahlamt gemeldet, überraschend war aber, dass am frühen Nachmittag auf Nachfrage es jeweils nur etwa 100 Wähler pro Wahllokal waren, die zur Urne gegangen waren. Wie immer sind die Gründe vielschichtig: zu schönes Wetter und Schardt war eben der einzige Kandidat.
Die wenigsten Nein-Stimmen hat Matthias Schardt als Leimersheimer übrigens aus dem Nachbardorf Kuhardt bekommen – 8,4 Prozent, oder 55 Wähler.
Die Wahl 2014
Bei der vergangenen Wahl 2014 waren 12.117 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Stimme entweder Matthias Schardt (CDU) oder Michael Braun (Aktive Bürger) zu geben. 7291 Stimmen waren gültig und davon entschieden sich 4291 (58,9 Prozent) für Schardt, 2994 (41,1 Prozent) für Braun. In allen Ortsgemeinden lag der heutige Amtsinhaber deutlich vor Braun, außer in Rülzheim, dem Heimatort Michael Brauns. Hier hatte der Rülzheimer 50,5 Prozent der Stimmen und Schardt unterlag mit 49,5. Der Stimmenunterschied betrug 38 Stimmen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es am Heimatort Schardts, in Leimersheim, jedoch deutlicher zuging: Schardt erhielt dort 1116 Stimmen (79,5 Prozent) und Braun 287 (20,5).