Kandel Klimawandel: Kandidaten sprechen über mögliche Lösungen

Wolfgang Thiel und Michael Linder (beide ISE) diskutieren mit Obada Barmou (Grüne), Thomas Gebhart (CDU), Ralf Stüber (FDP), Yil
Wolfgang Thiel und Michael Linder (beide ISE) diskutieren mit Obada Barmou (Grüne), Thomas Gebhart (CDU), Ralf Stüber (FDP), Yildiz Härtel (SPD) und Jonathan Simantzik (VOLT).

Unter dem Motto „Klimaschutz - Energiewende: Was ist zu tun?“ diskutieren die Bundestagskandidaten über den richtigen Weg zu den Klimazielen. Die Antworten fallen unterschiedlich aus.

„Helfen Sie mit, die Energiewende voranzubringen!“ Mit diesen Worten appellierte der Vorsitzende der Initiative Südpfalz-Energie (ISE), Wolfgang Thiel, an die Bundestagskandidatin und Bundestagskandidaten, die sich am Donnerstag im Kultursaal der Kandeler Stadthalle an einer Podiumsdiskussion beteiligten. Und zu der sehr viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Südpfalz angereist waren und spannende Fragen mitbrachten. Die mehr als 130 Plätze waren nahezu alle besetzt.

Der Abend machte deutlich, dass sich die Kandidaten hinsichtlich ihrer Zielsetzung hin zur „Klimaneutralität“ kaum unterscheiden. Alle wollen, dass die vereinbarten Klimaziele bis 2045 erreicht werden. Über die richtigen Schritte hin zu diesem Ziel ist man sich indes doch nicht ganz einig. Wolfgang Thiel machte in seinem einleitenden Vortrag mit vielen Schaubildern deutlich, dass der technologische Umbruch viele Veränderungen mit sich bringen werde, der den Staat und jeden einzelnen Bürger durchaus herausfordere. Danach konnten die fünf Kandidaten in einer zuvor ausgelosten Reihenfolge in kurzen Stellungnahmen ihre Vorstellungen vortragen.

Thomas Gebhart (CDU) sprach von einer „existenziellen Frage“. Es gelte, die Klimaziele bis 2045 zu erreichen und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Wirtschaft zu erhalten. Er sah im Immissionshandel einen Weg hierzu und forderte eine richtig verstandene Technologieoffenheit. Für die Transformation sprach sich Obada Barmou (Grüne) aus und sagte, Bund und Land hätten die richtigen Weichen hierfür gestellt. Jonathan Simantzik (VOLT) antritt, meinte, dass es schon richtige Lösungen für die Probleme gebe. Vor allem dürfe keine Zeit mehr verloren gehen.

Dass Klimaschutz in aller Munde sei, stellte SPD-Kandidatin Yildiz Härtel fest. Es gehe jetzt darum, die Menschen mitzunehmen, und alles zu tun, um bis 2045 klimaneutral zu werden. Manches mehr dem freien Markt zu überlassen, empfahl Rolf Stüber, der für die FDP antritt. „Innovationen made in Germany“ müssten unterstützt werden. Nicht teilnehmen konnte der Kandidat der Linken, Jens Schwaab. Er war zwar eingeladen, musste aber wegen Krankheit absagen. Nicht eingeladen hatte die ISE den AfD-Bewerber Bernd Schattner.

In der Fragerunde, moderiert von Wolfgang Thiel und Michael Linder von der ISE, wurde ein weites Feld von Themen angesprochen. Viele Fragen gingen an Thomas Gebhart, der als einziger bereits (seit 2009) dem Bundestag angehört und hier eine Arbeitsgruppe für den Klimaschutz der CDU-Fraktion leitet. Dabei spielte die Frage nach dem „Wiedereinstieg in die Atomenergie“ eine große Rolle. Gebhart machte deutlich, dass die CDU derzeit keine neuen Atomkraftwerke bauen wolle. Die Forschung in diesem Bereich dürfe man aber nicht absetzen, sondern müsse sie weiterführen, so Gebhart. Niemand wisse heute, welche Ergebnisse hierzu in einigen Jahren noch vorgelegt würden.

Die Frage, ob eine neue Regierung, angeführt von der CDU, weiter Zuschüsse zur Anschaffung von Wärmepumpen geben würde, beantwortete Gebhart mit einem klaren „Ja“. Schon das von der Großen Koalition beschlossene Gebäudeenergiegesetz habe diese Förderung vorgesehen. Wer auf eine alternative Energieform umsteige, werde auf jeden Fall unterstützt. Man müsse, so VOLT-Vertreter Simantzik, auch die Frage nach einem unbegrenzten Konsum stellen und überlegen, wo dieser eingeschränkt werden könne.

Fragen kreisten um das Thema „Wasserkraft“ oder die Verkehrswende. Eine bessere Ladeinfrastruktur müsse her, damit künftig mehr elektrisch angetriebene Lastwagen auf die Straßen gebracht werden können. Und schließlich könne die Bahn viel durch eine Elektrifizierung ihres gesamten Schienennetzes zur Verkehrswende beitragen. Diese Anregung von Thomas forderte doch die Frage heraus, warum in den Jahren der CDU-geführten Regierungen nicht mehr in dieser Richtung unternommen worden sei. Gebhart räumte Versäumnisse in der Vergangenheit ein, allerdings müsse man jetzt nach vorne schauen.

Anreize geben, Förderungen anbieten, ohne zu viel zu versprechen, weil ja alles auch bezahlt werden müsse, das sei wichtig, meinten andere Kandidaten. Es gehöre aber auch dazu, so ein Diskussionsteilnehmer, die Hauseigentümer für die Nutzung neuer Technologien zu begeistern. „Ich bin jetzt 77 Jahre alt und habe mir eine Wärmepumpe installieren lassen“, appellierte eine Teilnehmerin an alle, ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten. Und Handwerksbetriebe sollten in ihrem Bemühen, ihren Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten, ebenfalls gefördert werden, empfahl ein anderer. Ein „weiter wie bisher“ sei sicherlich keine gute Lösung.

Der Solarpark in Winden.
Der Solarpark in Winden.
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