Bellheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gegenwind für Fachmarktzentrum

Da, wo die von rechts kommende Ölstraße auf die nach Westheim führende Straße trifft (links) liegt das ehemalige Möbelhaus Stroh
Da, wo die von rechts kommende Ölstraße auf die nach Westheim führende Straße trifft (links) liegt das ehemalige Möbelhaus Strohmeier Gilb. An der zum Dorf weisenden Südost-Seite sollen die neuen Märkte einziehen.

Drei Filialisten sollen frei gewordenen Raum unter dem Dach des ehemaligen Möbelhauses Strohmeier-Gilb füllen. Ob sie tatsächlich kommen? Bisher gab es nur Gegenwind.

Seit sich Matthias Gilb auf den Verkauf von Küchen an mehreren Standorten spezialisiert hat und Möbel Trösser einen Teil des frei gewordenen Platzes des einstigen Möbelhauses Strohmeier-Gilb nutzt, sind rund 2700 Quadratmeter Verkaufsfläche unter dem großen Dach ungenutzt. Das soll sich ändern. Geht es nach dem Willen des Unternehmers, soll ein Fachmarktzentrum einziehen. Vertraglich ist er mit drei Filialisten im Reinen, sagt Gilb. Er nennt den „Sonderpreis-Baumarkt“, den Ein-Euro-Laden Tedi und „dm-Drogeriemarkt“. Die Auswahl sei bewusst getroffen worden, weil deren Sortimente größtenteils aus Bellheim verschwunden seien. Zwar gebe es in Bellheim mit Raab-Karcher noch einen Baustoffhändler, aber dieser habe ein völlig anderes Angebot als der „Sonderpreis-Baumarkt“. Ähnlich sei es bei „Tedi“, der unter anderem Schreibwaren führe, die es im Ort nicht mehr gebe. Bei „dm“ sei es anders, da hier quasi in Sichtweite mit Rossmann ein direkter Konkurrent angesiedelt sei.

Gegen Mode entschieden

„Dm“ plane schon länger, in Bellheim eine Filiale zu eröffnen, sagt Gilb. Damit erinnert er an die vor einigen Jahren seitens der Gemeinde fallen gelassenen Pläne, an der Ecke Haupt-/Rülzheimer Straße ein innerörtliches Einkaufszentrum zu schaffen. Es sollte ein großer Wasgau-Supermarkt gebaut werden und ein „dm“; eine Filiale von Deichmann-Schuhe war damals ebenfalls im Gespräch – ein Schuhladen fehlt im Dorf. Letzteres ist laut Gilb nun nicht verfolgt worden, weil die Schuhmärkte sich gerne im Umfeld von Modeläden ansiedelten, um wechselseitig voneinander zu profitieren. Allerdings, so Gilb, wollte man darauf verzichten, weil es an der Ecke Haupt-/Rülzheimer Straße mit Mode-Müller bereits ein etabliertes Modegeschäft gibt.

Gebäude wird umgebaut

Um die drei Filialisten unterbringen zu können, sind am Bestandsgebäude einige Veränderungen erforderlich, sagte der Bellheimer Architekt Bernd Dietrich. Zunächst soll die rund 2700 Quadratmeter große Fläche mit Zwischenwänden in drei 800 bis 850 Quadratmeter große Einheiten unterteilt werden. Es seien Brandschutzvorkehrungen zu treffen und für die mittlere Geschäftseinheit müsse ein separater Fluchtweg zur Seite geschaffen werden. Zudem gelte es an der dem Dorf zugewandten Südost-Seite die Hauswand zu öffnen, für Schaufenster und jeweils separate Zugänge. Davor sind zusätzliche Parkplätze geplant. Zu- und Abfahrt vom Gelände sollen wie bisher erfolgen. Die Investitionssumme bezifferte Gilb auf 1,2 Millionen Euro. Den Gebäudeumbau will er selbst vornehmen und die Geschäfte nach den Plänen der Filialisten gestalten lassen. Er gehe davon aus, dass mit der Ansiedlung rund 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Als Zeithorizont für die Fertigstellung und Eröffnung nannte Dietrich auf Basis bisheriger Planungen das Frühjahr 2023. Wobei er und Gilb sich einig sind, dass dies angesichts der aktuell überlasteten Verwaltungen sehr sportlich sei: Es werde vermutlich Sommer werden.

Ablehnung und Unwillen der Politik

Vorausgesetzt, das Projekt wird genehmigt. Bisher gab es dafür kräftig Gegenwind aus Germersheim und Rülzheim. Deren Stadt- beziehungsweise Verbandsgemeinderat haben das Vorhaben rundweg abgelehnt, als sie zu einer landesplanerischen Stellungnahme aufgefordert worden waren. Dabei wurde unter anderem auf Geschäfte vor Ort mit den in Bellheim geplanten Sortimenten verwiesen.

Für Unwillen sorgte das Vorhaben jüngst auch im Bellheimer Ortsgemeinderat, weil dieser nach Aussagen von Ratsmitgliedern über die Nachrichten in der RHEINPFALZ hinaus noch keine Informationen erhalten hatte. Die CDU-Fraktion hatte daraufhin den Antrag gestellt, dass der Ortsbürgermeister den Rat in Kürze über das Vorhaben informieren soll.

Hoffen auf zügige Genehmigung

Dietrich sagte, man habe sich vorab bei der Verwaltung informiert, was für das Vorhaben nötig ist und dann die entsprechenden Unterlagen bei der für das landesplanerische Verfahren zuständigen Kreisverwaltung eingereicht. Diese habe die Gemeinden zur Stellungnahme aufgefordert. Wäre das Projekt in dieser frühen Phase abgelehnt worden, hätte man es gar nicht weiter verfolgt. Deshalb habe man zunächst keine Veranlassung gesehen, die Ortsgemeinde detailliert einzubinden. Nun gelte es, eine Bebauungsplanänderung für das Areal im Gewerbegebiet zu erwirken und dann einen Bauantrag zu stellen.

So könnte es aussehen: die Eingangssituation der drei neuen Gewerbeeinheiten.
So könnte es aussehen: die Eingangssituation der drei neuen Gewerbeeinheiten.
Links befindet sich die Küchenwelt Strohmeier-Gilb, in der Mitte das Möbelhaus Trösser und rechts (farbig unterlegt) die neuen N
Links befindet sich die Küchenwelt Strohmeier-Gilb, in der Mitte das Möbelhaus Trösser und rechts (farbig unterlegt) die neuen Nutzungseinheiten.
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