Wörth Gegenwind für Daimler-Loigistikzentrum

Rund 50 Hektar sind im Oberwald noch frei, die Äcker und Wiesen im Bildeck links oben, gegenüber der Daimler-Teststrecke. Im Vor
Rund 50 Hektar sind im Oberwald noch frei, die Äcker und Wiesen im Bildeck links oben, gegenüber der Daimler-Teststrecke. Im Vordergrund ist der Hafen mit der Papierfabrik Palm.

Nahe des Lastwagenwerks will die Daimler Truck AG ein Logistikzentrum errichten. Trotz der nachhaltigen Konzeption kommt nun Kritik aus dem Ortsbeirat.

Mit acht Nein-Stimmen bei jeweils drei Enthaltungen und Zustimmungen hat der Ortsbeirat Wörth den Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans im Gebiet „Am Oberwald“ abgelehnt. Auch dem Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans wurde mehrheitlich mit fünf Nein- und zwei Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen die Zustimmung verweigert. Die Stadt Wörth möchte auf einem zirka 45 Hektar großen Areal östlich der B9 im Norden des Altrheins ein grünes und nachhaltiges Industriegebiet schaffen. Die Daimler Truck AG hat großes Interesse daran bekundet.

Das Unternehmen möchte durch Auslagerung des Logistikbereichs zur langfristigen Standortsicherung eine Fläche von 20 Hektar erwerben. Mit Elektrofahrzeugen soll vom neuen Gebäude aus die Belieferung des Mercedes-Benz-Lastwagenwerks erfolgen. Das Unternehmen Daimler Trucks hat zu den Planungen eine Konzeption erarbeitet, die dem Stadtrat im November 2022 vorgestellt wurde. Diese sieht durch die B9 und die geplante zweite Rheinbrücke eine optimale Verkehrsanbindung gewährleistet.

Kritik: Keine Information des Ortsbeirats

Gerd Kober (FDP) kritisierte, dass in dieser Sitzung den Mitgliedern des Ortsbeirats keinerlei Nachfragemöglichkeiten eingeräumt wurden. Dem Ortsbeirat selbst seien diese Pläne noch gar nicht vorgestellt worden. Seine Fraktion stellte daher sogar den Antrag, die beiden Punkte ganz von der Tagesordnung zu nehmen. Dies wurde abgelehnt, doch in der anschließenden knapp einstündigen Diskussion wurden seine Bedenken fraktionsübergreifend mehrheitlich geteilt.

„Wir brauchen einfach mehr Informationen. Erst dann können wir abwägen, ob wir diesen großen Schritt mitgehen können“, so Kober. Er rechnet mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs über die Verbindungsstraße zum Wörther Hafen und forderte deshalb ein Konzept für einen auch künftig sicheren Fahrradverkehr. Im Rat kam auch die Frage auf, wie die Haltung der aktuellen Grundstückseigentümer zu einem Verkauf sei. Björn Becker von der Bauverwaltung informierte, dass rund 200 Einzelpersonen oder Erbengemeinschaften betroffen seien.

Die fraktionslose Gisela Stöffler fragte: „Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen überhaupt? Schließlich wird den dortigen Landwirten möglicherweise die Lebensgrundlage entzogen.“ Peter Poreba (SPD) ergänzte: „Ich kann diesem Antrag mit meinem aktuellen Wissensstand nicht zustimmen. Ich brauche einfach mehr Informationen.“

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