Gerolsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Wahl: Träge Themen, aktive Bürger

In den vergangenen fünf Jahren sind auf Initiative von Gerolsheimer Bürgern so einige Projekte umgesetzt worden, hier ein 2023 i
In den vergangenen fünf Jahren sind auf Initiative von Gerolsheimer Bürgern so einige Projekte umgesetzt worden, hier ein 2023 in den Dörrwiesen angepflanzter Miniwald.

Wenn sich schon bei den wichtigen Dorfthemen nichts tut, dann tut die Dorfgemeinschaft etwas. So lassen sich die Jahre seit den vergangenen Kommunalwahlen in Gerolsheim zusammenfassen. Viele Wahlkampfthemen sind altbekannt, aber noch immer nicht gelöst. Lust aufs Dorf machen sich die Gerolsheimer selbst mit allerlei Aktionen.

Im Unterschied zu anderen Gemeinden im Landkreis Bad Dürkheim wurde der Gerolsheimer Glasfaserausbau in den vergangenen Jahren erfolgreich abgeschlossen, doch ganz ohne Verzögerungen lief es auch hier nicht. Positiv ist zudem, dass das Winzerdorf seit den Kommunalwahlen 2019 leicht gewachsen ist und derzeit rund 1820 Einwohner mit Hauptwohnsitz zählt. Viel mehr werden es in naher Zukunft nicht werden, die Erschließung eines möglichen Baugebiets zeichnet sich nicht ab. Idyllisch lebt es sich in Gerolsheim inmitten von Reben und Feldern einerseits zwar, andererseits beschäftigen Bürger und Ortspolitik zum Teil seit Jahren dieselben Themen.

Zu einem mittleren Desaster haben sich etwa die Radwegelücken entwickelt.

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Das mit der Ausnahme von zwei Hofläden nicht gerade mit Einkaufsmöglichkeiten gesegnete Dorf ist auf eine gute Anbindung in die Nachbargemeinden angewiesen. Geh- und Radwege wie der nach Heßheim sollen auch abseits der Straßen die Möglichkeit bieten, zu den Nachbarn zu kommen. Seit fast zwei Jahren ist jener Radweg, der von der L520 runter nach Lambsheim führt, zwar fertig. Doch auf Gerolsheimer Gemarkung fehlt noch immer der Zugang zu einer Querungshilfe, mit der zwei Radwege verbunden werden sollen. Eine sichere Überquerung der Straße ist nicht möglich, weshalb Radler auf eine gefährlichere Alternative zurückgreifen müssen.

Keine Bewegung beim Fahrradweg

Der amtierende Ortschef Erich Weyer (FWG) konnte das Thema nicht klären und verwies dabei unter anderem auf die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Leiningerland, die wiederum auf die Landesebene verwies. Weil nichts Entscheidendes passiert ist, haben alle politischen Ortsgruppen den Punkt in ihrem Wahlprogramm. Auch der Radweg nach Dirmstein ist noch immer nicht vollständig. Wer zum dortigen Edeka gelangen möchte, muss zum Teil auf die Kreisstraße 24 ausweichen. Die Gerolsheimer warten seit mehr als zehn Jahren auf eine Lückenschließung, im Februar 2020 war der Landesbetrieb Mobilität Speyer mit der Planung beauftragt worden. Zuletzt hatten Bürger beider Dörfer eine Unterschriftenaktion gestartet, um den Bedarf aufzuzeigen.

Getan hat sich in Gerolsheim in den vergangenen Jahren etwas beim Dorfleben, nachdem unter anderem die Bürgerinitiative „Gerolsheim bewegt sich“ mit verschiedenen Aktionen neuen Schwung in die Gemeinde gebracht hat – etwa mit einem regelmäßigen Dorftreff, Weinwanderungen auf dem neuen Wein-Aktiv-Lehrpfad oder dem Pflanzen eines Miniwalds in Zusammenarbeit mit der Bauern- und Winzerschaft. Ortsbürgermeisterkandidatin Simone Ulrich (FWG) sieht den „vollen Veranstaltungskalender“ in Gerolsheim gar als Alleinstellungsmerkmal in der unmittelbaren Umgebung. Weitere Mitwirkungsmöglichkeiten bieten sich den Gerolsheimern in der kürzlich gestarteten Dorfmoderation.

Verkehr bleibt Problemthema

Das derzeit wohl wichtigste Projekt ist zugleich eine Pflichtaufgabe: Aufgrund einer Gesetzgebung des Landes muss Gerolsheim seine Kindertagesstätte erweitern. Weil die Zeit drängt, die derzeitige Betriebserlaubnis erlischt am 31. Juli, ist die wahrscheinlichste Lösung, in das benachbarte katholische Pfarrheim zu ziehen und dort eine Kita-Gruppe unterzubringen. Die Details des Vertrags mit der katholischen Kirchengemeinde werden noch ausgearbeitet.

Die Sanierung der Grundschule durch die VG Leiningerland will man in Gerolsheim ebenfalls vorantreiben, um den Schulstandort zu sichern. Ein Thema, das den Bürgern in der Vergangenheit eher wenig Sorgen bereitet hat, ist der Haushalt. Auch hier hat der Rat zwar Hebesätze für Grundsteuern anheben müssen. Probleme mit der Kommunalaufsicht kennen die Gerolsheimer aber nicht.

Schwierig hingegen bleibt die Verkehrssituation im Ort. Das fängt beim Wunsch nach einer möglichen Verkehrsberuhigung der Hauptstraße an und geht beim Parkplatzangebot weiter. Eine durchgehende Tempo-30-Zone in der wichtigsten Straße des Orts konnte nicht realisiert werden. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, kann die Ortsgemeinde auch in diesem Fall nicht allein agieren.

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