Gerolsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der Wahl: Aderlass bei SPD, „junge“ FWG

Das Ringen um den Anschluss von Radwegen über eine Querungshilfe zieht sich – nur eines von mehreren Verkehrsthemen in Gerolshei
Das Ringen um den Anschluss von Radwegen über eine Querungshilfe zieht sich – nur eines von mehreren Verkehrsthemen in Gerolsheim.

Wenn am 9. Juni in Gerolsheim der Gemeinderat gewählt wird, ist auf den ersten Blick vieles wie immer: Die Freien Wähler stellen wie in den vergangenen 20 Jahren eine Liste, mit der sie alle 16 Ratssitze füllen könnten, und die CDU tritt genau mit dem Personal der vergangenen Wahl an. Gelichtet haben sich die Reihen jedoch bei der SPD.

Drei Sitze im Ortsgemeinderat und mit 16,6 Prozent das schwächste Wahlergebnis sprangen für die Sozialdemokraten bei der Wahl 2019 heraus. Damals standen immerhin noch 15 Kandidaten auf der Liste. Für die diesjährige Wahl haben sich nur noch vier Personen gefunden, die im Namen der SPD in den Rat einziehen wollen. Nach dem Tod des Vorsitzenden Volker Rossel im vergangenen Jahr stand gar zur Debatte, keine Liste mehr aufzustellen.

Doch Rossels Nachfolger Georg Zeilfelder (61) wollte die 40-jährige Geschichte der Genossen in Gerolsheim nicht einfach so enden lassen.

Den noch 17 Mitglieder großen Verein plagen spürbar Nachwuchssorgen. Mit einem Durchschnittsalter von fast 67 erreichen die Sozialdemokraten den mit Abstand höchsten Altersschnitt im Bewerberfeld. Inhaltlich positioniert sich die SPD unter anderem für Tempo 30 in allen Ortsstraßen, verbesserten Hochwasserschutz und die Weiterführung des Radwegs nach Dirmstein sowie gegen Autobahnlärm.

Konstanz bei der CDU

Letztgenannten Punkt hat sich auch die CDU – mit aktuell drei Sitzen im Rat – auf die Fahne geschrieben. Diese geht mit denselben sechs Leuten in die Wahl zum Gemeinderat, die bereits 2019 angetreten sind. Deutlich höher als bei FWG und SPD ist der Anteil an Frauen auf der Liste: 50 Prozent ihrer Kandidaten sind weiblich – bei den beiden anderen Ortsgruppen sind es jeweils nur 25 Prozent. Die CDU möchte abgesehen vom Kampf gegen den Autobahnlärm die Kita-Erweiterung vorantreiben und sich für deren Attraktivität als Arbeitgeber auf dem Erziehermarkt einsetzen, die Sanierung der örtlichen Grundschule durch die Verbandsgemeinde weiterführen und sich ähnlich wie die SPD für Hochwasserschutz sowie für den Radwegausbau in Richtung Dirmstein einsetzen.

Auch das hat inzwischen eine gewisse Tradition in Gerolsheim: Die Inhalte, mit denen die Ortsgruppen in den Wahlkampf gehen, unterscheiden sich in den Eckpunkten kaum. Und so findet sich ebenfalls im Wahlprogramm der Freien Wähler die Kita-Erweiterung und die „Einforderung der Sanierung unserer Grundschule“.

FWG im Schnitt deutlich jünger

Ein Thema das im Gegensatz zu anderen Ortsgemeinden in direkter Nachbarschaft im Wahlkampf keine übergeordnete Rolle spielen wird, sind die Finanzen. Die Gerolsheimer halten ihren Haushalt ausgeglichen – auch wenn man sich hier in der abgelaufenen Legislaturperiode, wie in den Nachbargemeinden auch, über die unfreiwillige Erhöhung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer geärgert hat. Ebenso dürften erneuerbare Energien nicht zu den alles beherrschenden Wahlkampfthemen gehören.

Die FWG bietet in dieser Wahl die mit Abstand größte Liste auf. Zudem hat es die Ortsgruppe geschafft, mit einem Durchschnittsalter von rund 51 Jahren deutlich jünger zu sein als die Mitbewerber. Neu ist für die FWG, dass sie erstmals mit Ortsbürgermeisterkandidatin Simone Ulrich an der Spitze der Liste in den Wahlkampf geht, nachdem dort bisher der Name des scheidenden Ortsbürgermeisters Erich Weyer stand. Ulrich war 2019 als Debütantin über den Listenplatz neun gerade so in den Rat eingezogen. Zehn der 16 Sitze ergatterte die Ortsgruppe der Freien Wähler vor fünf Jahren und war mit 61,9 Prozent der Stimmen deutlicher Wahlsieger.

Wahlergebnis 2019

FWG 61,9 Prozent, CDU 21,5, SPD 16,6, Wahlbeteiligung 64,8 Prozent.

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