Friedelsheim
Sarah Krebs: Eine Expertin für edle Tropfen
Schon mit 16 Jahren erwachte in Sarah Krebs bei einem Praktikum in einem Weingut der Wunsch, den Weinbau zu ihrem Beruf zu machen. Die Voraussetzungen hierfür waren denkbar günstig, denn sie ist in einem Weingut groß geworden, das ihr Vater Volker und ihr Onkel Werner Krebs führen. Sie wird es einmal weiterführen, und nicht nur deswegen hält sie den Austausch und das Netzwerk mit den anderen „Jungen Pfälzern“ für sehr wertvoll.
„Der Beruf macht mir einfach Spaß“, versichert die heute 26-Jährige, die in Geisenheim Weinbau und Önologie studiert hat. Sie liebe die Vielfältigkeit dieser Arbeit. Vater und Onkel lassen ihr ziemlich freie Hand, Neues auszuprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Kreativität ausleben
Ein Ergebnis ihrer Kreativität überzeugte dann auch die Juroren vorbehaltlos: ein „Sponti“ – ein spontan vergorener Riesling, bei dem die alkoholische Gärung durch natürlich vorkommende Hefearten ohne Zusatz von gezüchteten Hefen erfolgt –, der dann noch ins Barrique-Fass kam. „Das ist ein ganz anderer Stil, als wir ihn im Weingut bisher gepflegt haben“, erklärt die junge Friedelsheimerin. Wie sieht es da mit dem Generationenkonflikt aus? „Man lässt mich machen“, sagt sie, stolz auf das Vertrauen, das in sie gesetzt wird. Das Feedback über ihre Weine holt sie sich bei den Gästen, die das Weingut mitten in Friedelsheim regelmäßig bevölkern, und in den sozialen Medien. Sie schätzt diese Rückmeldungen und nutzt sie fleißig, denn „man macht einen Wein ja nicht für sich“, erklärt Sarah Krebs.
Vertreten war sie bei dem Wettbewerb außerdem mit einem QbA-Riesling – wichtig als Grundlage für die im Weingut gerne konsumierte Schorle –, mit einem Grauburgunder, einem Chardonnay und einem Spätburgunder, alle trocken ausgebaut. Ihre Weine ließen Zielstrebigkeit erkennen, lobten sie die Juroren. Einen direkten Lieblingswein hat Sarah Krebs nicht, aber sie bricht eine Lanze für Aroma-Rebsorten wie die Scheurebe, die Pfälzer Antwort auf den Sauvignon Blanc, oder den Muskateller. Generell sei sie aber offen für alle Weine, betont sie.
Eigenes Etikett entworfen
Für das elterliche Weingut hat die 26-Jährige eine neue Weinlinie kreiert, dazu gehören unter anderem der spontan vergorene Riesling und eine trocken ausgebaute Scheurebe. Erkennbar ist diese Premium-Weinlinie auch an der äußeren Erscheinung der Flaschen, die laut Krebs jünger, moderner und eleganter ist.
Mit einer ehemaligen Schulkollegin, einer Designerin, hat sie das Etikett für diese Weinlinie entworfen, das diesem Anspruch gerecht wird, minimalistisch aber nicht beliebig. Die Tradition, auf die es sich beruft – Krebs – ist dennoch deutlich zu erkennen. Bei Weinmessen, auf denen sie mit ihren Kollegen den Pfälzer Wein vertreten wird, hofft die junge Rebenexpertin, sich auch neue Kundenkreise zu erschließen.

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