Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Rekord bei Übernachtungen und Gästezahlen: Wo Hoteliers Bedarf sehen

Das Pfalztheater zieht Touristen an, davon ist Sybille Lauterbach überzeugt. Wichtig findet Alexander Flockerzie gezielte Arrang
Das Pfalztheater zieht Touristen an, davon ist Sybille Lauterbach überzeugt. Wichtig findet Alexander Flockerzie gezielte Arrangements.

Die Stadt verzeichnet einen Rekord: Noch nie gab es in Kaiserslautern mehr Übernachtungen und Gäste als 2023. Oberbürgermeisterin Beate Kimmel ist sicher, „dass Kaiserslautern bereits ein attraktives Reiseziel ist“. Hoteliers wie Sybille Lauterbach und Alexander Flockerzie wünschen sich dennoch eine bessere Auslastung an den Wochenende. Die Stadt sehen sie beim Tourismus auf dem richtigen Weg.

332.991 Übernachtungen und 142.303 Gäste – so lauten die Zahlen für das vergangene Jahr, die das Statistische Landesamt nun vorgelegt hat. Gegenüber dem bisherigen Spitzenjahr 2019 bedeutet dies laut Stadtverwaltung einen Zuwachs von 14,7 Prozent bei den Übernachtungen und sogar 17,1 Prozent bei den Gästen. Damals wurden 291.451 Übernachtungen und 121.469 Gäste gezählt.

Sybille Lauterbach, die ein Hotel mit 23 Zimmern in der Fruchthallstraße führt, kann diesen positiven Trend „für vergangenes Jahr nicht bestätigen. Es war ein Okay-Jahr, aber kein herausragendes“. Dagegen seien die ersten Monate 2024 vielversprechend angelaufen. Sie habe schon jetzt 2200 Buchungen für dieses Jahr. „Es waren 2023 zwar mehr Übernachtungen als 2022, aber das war ja auch noch so ein bisschen ein Corona-Jahr. Gegenüber 2019 waren es bei mir im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Übernachtungen“, erzählt sie. In ihrer eigenen Statistik sticht 2015 mit 6500 Übernachtungen hervor, 2019 seien es 5700 gewesen. Der überwiegende Teil – „etwa 90 Prozent“ – ihrer Gäste sind Geschäftsreisende, aber auch Theaterbesucher und Touristen. Auch wenn die Wochenendauslastung seit der Wiedereröffnung nach der Pandemie besser geworden sei, gehe da noch mehr.

Flockerzie: Kaiserslautern kann im Inlandstourismus punkten

Alexander Flockerzie ist Inhaber des Barbarossahofs auf der Eselsfürth. Sein Hotel hat 250 Betten verteilt auf 132 Zimmer. Auch bei ihm sei das Hotel von Montag bis Freitag meistens voll, erzählt er. Bedarf sei an den Wochenenden und Feiertagen. Der Barbarossahof sei 2023 zu 80 Prozent ausgelastet gewesen. „Wir hatten 36.500 Übernachtungen, vom Umsatz her war es auf jeden Fall ein Rekordjahr“, sagt er. 2019 – vor der Pandemie – verbuchte der Barbarossahof laut Flockerzie 33.200 Übernachtungen. Dass das vergangene Jahr so gut lief, hänge auch mit der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim zusammen. Flockerzie bot mit seinem Hotel über einen Reiseveranstalter spezielle Arrangements an. Allein 6000 Übernachtungen seien so obendrauf gekommen. Laut Stadt sorgte die Buga für 12.000 zusätzliche Übernachtungen in Kaiserslautern.

Für die guten Zahlen macht Flockerzie einen weiteren Grund aus. Nach der Pandemie nehme der Inlandstourismus zu. Die Menschen, „die die Pfalz kennenlernen wollen“, kämen auch aus Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern. „Sie wollen einfach mal etwas anderes sehen, andere vier Wände“, sagt er.

Der Geschäftstourismus ist auch für ihn ein wichtiger Faktor, dazu kommen rund um die Spiele des 1. FCK Fangruppen. Für diejenigen, die sich für einen Kurzurlaub in Kaiserslautern entscheiden, gelte es attraktive Angebote zu schaffen und bestehende auszubauen. „Wir merken, dass die Leute gezielte Arrangements suchen.“ Das könne ein Wellness-Paket sein oder ein auf Kulinarik ausgerichtetes Angebot. Flockerzie: „Dann ist es nicht entscheidend, ob es die Vorderpfalz ist, hier bei uns oder das Saarland, sondern ob es im Budget liegt und es von der Anreisezeit so ist, wie es sich der Gast vorstellt.“

Ausstieg aus Pfalz Touristik für Hoteliers richtig

Hinter dem Plan der Stadt, aus der Pfalz Touristik auszusteigen, steht Flockerzie „zu 100 Prozent“ und auch Lauterbach findet „die Kosten null gerechtfertigt“. Sie habe ein Jahr lang das angebotene Buchungssystem genutzt. „Es ist überhaupt nichts dabei rumgekommen, keine einzige Buchung darüber gelaufen“, erzählt sie. Dennoch müsse jeder Hotelier einen gewissen Betrag für die Nutzung bezahlen, das lohne sich nicht. „Wir müssen mit der Stadt, dem Landkreis, vielleicht auch angrenzenden Regionen wie dem Donnersbergkreis eine Förderung für den ländlichen Raum hinbekommen“, sagt Lauterbach. Denn Angebote für die Vermarktung, beispielsweise zum Radfahren, Wandern oder Golfspielen, gebe es im Umkreis genug. Flockerzie sieht das ganz ähnlich: „Wir brauchen kleine Leuchttürme, müssen kreativ werden, den Gästen beispielsweise die Tickets zu Veranstaltungen schon vorab anbieten, damit sie alles aus einer Hand bekommen.“ Mit dem Citymanagement und der Zukunftsregion Westpfalz seien die richtigen Partner an Bord, findet er.

Die Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen: 42.525 Gäste aus dem Ausland übernachteten 2023 in Kaiserslautern. Auf sie entfielen 116.590 der Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,5 Tage. Den größten Anteil am Übernachtungsaufkommen hat der Geschäftsreisetourismus, dazu kommen Reisen rund um die Heimspiele des 1. FC Kaiserslautern.

„Diese wunderbaren Rekordzahlen zeigen, dass Kaiserslautern bereits ein attraktives Reiseziel ist“, sagt Oberbürgermeisterin Beate Kimmel. „Diese positive Entwicklung“ gelte es auszubauen, „weswegen wir seit einigen Monaten bereits in engem Austausch mit der Gastronomie und der Hotellerie stehen, um eine gemeinsame Strategie auf den Weg zu bringen.“

Für die Hotelbranche ein wichtiger Faktor: der FCK.
Für die Hotelbranche ein wichtiger Faktor: der FCK.
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