Kaiserslautern
Buga beschert Kaiserslautern mehr Übernachtungsgäste
Alexander Flockerzie, Chef des Hotels Barbarossahof auf der Eselsfürth, ist immer noch begeistert. Während der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim hatte ein Busreisen-Veranstalter, mit dem er befreundet ist, Gäste in Kaiserslautern untergebracht. „Die waren alle sehr angetan, einige werden mit Sicherheit wiederkommen“, resümiert Flockerzie. Das habe dem Tourismus einen Schub verpasst. Je drei Nächte haben die Gäste – über den Sommer verteilt waren es 1900 – bei ihm verbracht. Einen Tag ging es mit dem Bus nach Mannheim zur großen Blumenschau, in Kaiserslautern haben die Reisenden den Japanischen Garten besucht – „der kommt super an “–, nahmen an Stadtführungen teil, an Tag drei standen Abstecher nach Speyer und Bad Dürkheim auf dem Programm. „Da hat auch die Gastronomie vor Ort profitiert“, sagt Flockerzie, „das Paket hat gestimmt“. „Die städtischen Touristiker haben einen sehr guten Job gemacht, die haben sich auch im Vorfeld extrem gut gekümmert.“
„Die Leute fahren von uns aus in die Vorderpfalz“
Flockerzie ist überzeugt davon, dass sich die Stadt touristisch noch besser vermarkten könnte. „Wir arbeiten mit diversen Portalen im Netz zusammen, so kriegen wir immer mehr Besucher in die Stadt“, berichtet er. „Die Leute fahren von uns aus in die Vorderpfalz, gehen wandern, fahren Rad.“ Seit Corona sei Urlaub im eigenen Land am Kommen. „Wir schnüren Pakete, kooperieren mit dem Monte Mare, der Gartenschau, dem Japanischen Garten, wir haben viel zu bieten und ein Umfeld, das sich mit Wellness und Ausflügen sehr gut kombinieren lässt.“ Laut dem stellvertretenden Dehoga-Vorsitzenden sind bislang zwölf bis 13 Prozent seiner Gäste Touristen, die Tendenz aber sei steigend. „Es kommen auch mehr und mehr Rad- und Motorradfahrer.“
Nach Angaben der Stadtverwaltung waren während der Buga von Ende April bis Ende September über den Reiseveranstalter 3745 Gäste in die Stadt gekommen, in insgesamt 85 Bussen. Außer im Barbarossahof seien die Teilnehmer in den Hotels Best Western und Holiday Inn Express abgestiegen. Es habe 170 Stadtführungen gegeben, die die Tourist-Information organisiert hatte. „Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurden zehn weitere Gästeführer gewonnen und vom Barbarossa-Gästeführerverein geschult“, informiert Stadt-Sprecher Matthias Thomas. „Zu Spitzenzeiten kamen sechs Busse mit 300 Personen gleichzeitig an der Tourist-Info an.“ Weil in der Nähe öffentliche Toiletten fehlen, sei im Vorfeld mit dem Pfalztheater vereinbart worden, dass die WCs dort genutzt werden können.
Postkarten und Transparente
Die Gäste erhielten von der Stadt als Willkommensgruß und um für einen Wiederholungsbesuch zu werben „Tüten mit Informationen zu Kaiserslautern und Postkarten“. Die Bauzäune am Casimirschloss und unterhalb der Kaiserpfalz waren laut Thomas mit Planen verkleidet worden. Dort warben großformatige Postkartenmotive für Sehenswürdigkeiten in und um Kaiserslautern. Extra zur Buga hatte die Stadtbildpflege Blumenbeete entlang der Mainzer Straße bis zur Gartenschau hergerichtet.
„Die Mitarbeiter in der Tourist-Information und die Gästeführer haben größtenteils positive Rückmeldungen erhalten. Bemängelt wurde teilweise, dass die Zeit in Kaiserslautern zu kurz war“, heißt es aus dem Rathaus. Im November soll es ein Treffen mit dem Reiseveranstalter geben, „um die Möglichkeiten einer gemeinsamen Vermarktung im Bereich Busgruppen abzustimmen“, kündigte Thomas an.
Mehr und mehr Übernachtungen
Nach zwei schwierigen Pandemiejahren 2020 und 2021 hat Kaiserslautern bei den Übernachtungs- und Gästezahlen im vergangenen Jahr wieder zugelegt. Insgesamt 285.261 Übernachtungen von 116.101 Gästen konnte die Stadt im Jahr 2022 verzeichnen und damit nur unwesentlich weniger als im Rekordjahr 2019. Damals wurden 291.451 Übernachtungen und 121.469 Gäste gezählt. Die positive Entwicklung hält nach Angaben der städtischen Touristiker weiter an. „Von Januar bis Juli gab es nach Angaben des Statistischen Landesamtes in diesem Jahr 191.311 Übernachtungen und 80.204 Gäste. Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 159.317 Übernachtungen und 67.035 Gäste.“
Den größten Anteil in Kaiserslautern hat der Geschäftsreise-Tourismus. Kooperationen der Hotels mit Firmen, Tagungen der Universität, der Hochschule und Instituten, Gastauftritte von Künstlern und auch Besucher der Heimspiele des 1. FCK bestimmen dieses Segment. Bei der Partie gegen den HSV waren die Übernachtungsbetriebe ausgebucht. Im Freizeittourismus konnten Zuwächse verzeichnet werden, berichten die Mitarbeiter der Tourist-Information. Dank einer Landesförderung habe die Kampagne „Pfalz Du mal“ konzipiert werden können, um die Stadt Kaiserslautern als Mittelpunkt der Pfalz und den idealen Ausgangspunkt für Freizeitaktivitäten stärker herauszustellen. „Das war wirkungsvoll und führt zu einer höheren Auslastung an Wochenenden.“