Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Porsche Zentrum hat Betrieb aufgenommen

Die Startaufstellung im Entree ist eine Anspielung auf die Motorsport-DNA des Autobauers, erklärt Geschäftsführer Michael Schmid
Die Startaufstellung im Entree ist eine Anspielung auf die Motorsport-DNA des Autobauers, erklärt Geschäftsführer Michael Schmidt.

Anfang Oktober ist auf der Europahöhe das neue Porsche Zentrum in Betrieb gegangen. Zehn Millionen Euro wurden in das Autohaus investiert, das weltweit eines der ersten seiner Art ist. Wie es mit dem bisherigen Standort weitergeht, wird sich wohl in diesem Monat entscheiden.

Viel Glas, lichtdurchflutet, hohe Decken, die das Porsche Zentrum größer erscheinen lassen, als es eigentlich ist, verrät Geschäftsführer Michael Schmidt: „Fast wie eine Kathedrale.“ Dennoch entspricht der Neubau der Effizienzklasse KfW 55. Rund 260 Photovoltaik-Module auf dem begrünten Dach bringen eine Leistung von fast 100 Kilowatt peak. „Wir sind damit ein Stück weit autark“, sagt Schmidt. Die sogenannte Charge Box speichert Energie für die E-Ladesäulen. Insgesamt zwölf frei zugängliche Ladepunkte – dazu vier zusätzliche Kundenparkplätze zum Laden von E-Autos – gibt es auf dem Gelände. Auch der Sportwagenhersteller will seine Fahrzeuge sukzessive elektrifizieren. 35 Bäume sollen auf dem über 14.000 Quadratmeter großen Areal noch gepflanzt werden. Die Wand der Werkstatt wird begrünt, sagt der Geschäftsführer.

Bau im Zeit- und Kostenrahmen geblieben

Am Wochenende vom 1. auf den 3. Oktober ist das Porsche Zentrum vom bisherigen Standort an der Pariser Straße umgezogen in den Neubau. „Da hat dann der Geschäftsführer Schulter an Schulter mit dem Auszubildenden den Keller leer geräumt“, sagt Schmidt lachend, dem Teamgeist sehr wichtig ist, wie er betont. Deshalb hat er die Belegschaft bei der Eröffnungsveranstaltung vergangene Woche in einem Video in den Fokus gerückt. Noch nicht ganz abgeschlossen ist derweil der Umzug der IT, von Rittersbacher zu Löhr und Becker, wie Schmidt erläutert. Die Löhr und Becker Aktiengesellschaft, eines der größten Automobilhandelsunternehmen Deutschlands, ist seit vergangenem Jahr Gesellschafter an der Rittersbacher Sportwagen GmbH.

Destination Porsche: Kaiserslautern dritter Standort in Deutschland

13 Monate wurde auf der Europahöhe gebaut. Damit blieb das Vorhaben, das von der Habau Vertrieb und Stahlhallen GmbH umgesetzt wurde, sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen, wie Schmidt sagt. Umgesetzt wurde das neue Konzept des Konzerns, Destination Porsche genannt. Kaiserslautern ist weltweit einer der ersten Standorte, in Deutschland gibt es solche Zentren bisher in Dortmund und Stuttgart. Man habe daher immer wieder Besucher aus dem europäischen Ausland, die sich das neue Konzept anschauen. Den Kunden wolle man eine Wohnzimmer-Atmosphäre bieten. Die Besucher werden persönlich begrüßt, Wartezeiten sollen vermieden werden, in einer Lounge oder an der Bar können Porsche-Fans fachsimpeln. Das Konzept will die digitale und die analoge Welt kombinieren. Einerseits können laut Schmidt Werkstatttermine über das Smartphone gebucht werden, andererseits sind die Materialien, aus denen die Kunden für ihre Fahrzeuge wählen können, vor Ort verfügbar und können angefasst werden.

„Blick in die offene Küche“

Der neue Standort biete deutlich mehr Platz. Standen in der Pariser Straße 40 Stellplätze zur Verfügung, sind es jetzt 190. Auf 712 Quadratmetern werden Neuwagen verkauft, auf 720 Gebrauchtwagen, dazu kommt unter anderem eine Werkstatt mit 725 Quadratmetern und elf Werkstattplätzen, am alten Standort waren es nur acht. Wie es dort zugeht, können die Kunden durch eine große Glaswand beobachten. „Ein Blick in die offene Küche sozusagen“, erklärt der Geschäftsführer. 33 Mitarbeiter arbeiten aktuell am neuen Standort, „Tendenz steigend“, kündigt Schmidt an. Der Neubau im Osten der Stadt sei dank seiner Lage direkt an der Autobahn 6 für Kunden aus dem Einzugsgebiet, das sich vom Saarland über Grünstadt bis nach Mannheim, Landau und Karlsruhe erstreckt, optimal zu erreichen.

Bisheriger Standort soll verpachtet werden

Rund 500 Neu- und Gebrauchtwagen will man pro Jahr verkaufen. Dass mit dem Krieg in der Ukraine ganz neue Krisen auf die Welt zukommen, habe man bei der Grundsteinlegung des Zentrums im vergangenen Jahr noch nicht ahnen können. Sicher gebe es Kunden, die ihre Kaufentscheidung womöglich vertagen. Allerdings profitiere man davon, dass Porsche-Fans eine sehr große Markentreue haben, sagt Schmidt. Die Nachfrage sei durchaus da, durch die Engpässe beispielsweise bei Halbleitern gebe es aber deutlich längere Lieferzeiten.

Was mit dem bisherigen Standort in der Pariser Straße geschieht, wird sich wohl im Laufe dieses Monats klären, sagt Daniel Georg Rittersbacher, der das Gebäude voraussichtlich verpachten möchte. „Es gibt Interessenten aus allen möglichen Bereichen“, so Rittersbacher, dessen Unternehmen in der Pariser Straße auch Audi und Volkswagen vertreibt. Das Traditionshaus mit 450 Mitarbeitern existiert seit fast 100 Jahren und betreibt neben Kaiserslautern auch Standorte in Kusel, Grünstadt, Germersheim und Saarbrücken.

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