Kaiserslautern
Bau des Porsche Zentrums hat begonnen
Während manch einer in Pandemiezeiten auf Konsolidierung setze, „machen wir das Gegenteil. Wir legen den Grundstein für Wachstum“, sagte Hans-Jürgen Persy, Vorstandsvorsitzender der Löhr und Becker AG, angesichts einer Investition von zehn Millionen Euro. Die Löhr und Becker AG, mit aktuell 34 Autohäusern und 1700 Mitarbeitern eines der größten Automobilhandelsunternehmen Deutschlands, pflegt bereits seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit Rittersbacher. Im März wurde Löhr und Becker dann rückwirkend zum 1. Januar Gesellschafter der Rittersbacher Sportwagen GmbH, um beim Neubau des Porsche Zentrums mit dem Kaiserslauterer Traditionsunternehmen zu kooperieren, wie Daniel Georg Rittersbacher im März erläuterte.
Auch zwölf frei zugängliche E-Ladesäulen geplant
Nötig wird der Neubau, weil bei Rittersbachers aktuellem Porsche Zentrum an der Pariser Straße die Fläche für eine Erweiterung fehlt. Daher wird auf der Europahöhe direkt an der Autobahn 6 auf einem über 14.000 Quadratmeter großen Grundstück neu gebaut. Neben Büro- und Lagerflächen entstehen dort eine knapp 1100 Quadratmeter große Ausstellungsfläche sowie auf rund 1200 Quadratmetern eine Werkstatt. Dazu kommen 179 Stellplätze. Geplant ist ein frei zugänglicher E-Ladepark für zwölf Fahrzeuge sowie vier weitere Kundenparkplätze mit E-Lademöglichkeiten. Laut Persy arbeite man beim Bau, der bereits vor dem offiziellen Spatenstich am Freitag begonnen hat, mit Generalunternehmer Habau zusammen und lege Wert darauf, dass auch regionale Betriebe eingebunden werden.
Die Mitarbeiter vom aktuellen Porsche Zentrum ziehen größtenteils mit an den neuen Standort, wo 40 Mitarbeiter beschäftigt sind, wie Geschäftsführer Michael Schmidt erläuterte. Zudem sollen neun weitere Arbeitsplätze entstehen. Persy, der die Investitionsvoraussetzungen in Kaiserslautern und die Zusammenarbeit mit der Stadt lobte, sagte, dass pro Jahr 500 Fahrzeuge, teils Neu-, teils Gebrauchtwagen, am Standort verkauft werden sollen. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass während der Corona-Pandemie eine solche Investition getätigt werde, sagte Bürgermeisterin Beate Kimmel. Kimmel wertete das aber auch als Indiz für die Attraktivität des 13 Hektar großen Standortes Europahöhe. Lediglich drei Hektar seien noch frei.
Kunden wollen neue Fahrzeuge erproben
Aufgegriffen werde am Standort das neue Konzept „Destination Porsche“, das weltweit erst wenige Male umgesetzt ist, sagte Hans-Jürgen Persy. Wie Porsche Deutschland-Geschäftsführer Alexander Pollich erklärte, soll dieses Konzept den stationären Handel mit der digitalen Welt zusammenbringen. Mit Touchscreen könnten die Berater gemeinsam mit den potenziellen Käufern Fahrzeuge konfigurieren. „Allerdings wollen die allermeisten Kunden ihr Fahrzeug erproben“, so Pollich. Daher sei der persönliche Kontakt nach wie vor sehr wichtig. Das Porsche Zentrum diene dabei auch als Treffpunkt für die Community.
Zwar habe auch Porsche die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen, wie der Geschäftsführer gegenüber der RHEINPFALZ erläuterte, etwa durch die Lieferengpässe bei Halbleitern, zu denen auch die Pandemie beigetragen hat. Nichtsdestotrotz fehle es nicht an Kunden. Gerade in der Corona-Krise sagten sich viele Menschen „Jetzt erst recht, auf was soll ich warten?“ und erfüllten sich ihren Traum von einem Porsche. Daneben setzt der Sportwagenhersteller auf E-Mobilität. Bis 2025 sollen 50 Prozent der ausgelieferten Wagen elektrifiziert sein, 2030 will Porsche die Marke von 80 Prozent erreichen. Durch die neuen E-Fahrzeuge erschließe man sich auch neue Kundenkreise.
Wie Daniel Georg Rittersbacher auf Nachfrage erläuterte, sollen auf der frei werdenden Fläche am Firmensitz auch weiterhin Autos verkauft werden. Im – dann ehemaligen – Porsche Zentrum könnten beispielsweise hochwertige Gebrauchtwagen Platz finden. Ob womöglich neben Audi, VW, Skoda und Porsche eine weitere Marke zum Portfolio von Rittersbacher hinzukomme, wollte er noch nicht verraten. Bis zum Umzug an den neuen Standort habe man ja noch zwölf Monate Zeit.