Kaiserslautern
Neues Porsche-Zentrum soll in der Europaallee gebaut werden
Mitte des Jahres wird mit dem Neubau begonnen werden, fertig sein soll das Porsche-Zentrum in der zweiten Jahreshälfte 2022, wie Daniel Georg Rittersbacher, der geschäftsführende Gesellschafter der Georg Rittersbacher Sportwagen GmbH, erläutert. Die Planungen dafür reichen aber in die Jahre 2016/17 zurück. Damals sei in Gesprächen mit Porsche deutlich geworden, dass der aktuelle Standort in der Pariser Straße, wo sich auch das VW- und das Audi-Zentrum der Rittersbacher Gruppe befindet, nicht zukunftsfähig sei, so Rittersbacher. Denn dort sei keine Erweiterung mehr möglich.
Schwierige Zeit für Investitionen
2018 hat Rittersbacher daher ein 7500 Quadratmeter großes Grundstück in der Europaallee gekauft. Dann habe man gemeinsam mit Bauunternehmungen kalkuliert, was ein Neubau kosten würde, der den Vorgaben von Porsche entspricht. „Destination Porsche“ heißt das Konzept des Automobilherstellers, das nach und nach an allen Standorten umgesetzt werden soll, erläutert Rittersbacher. Bestimmte Design-Elemente sollen als Alleinstellungsmerkmal dienen, das habe aber auch seinen Preis. Als die Kosten feststanden, erreichte die Corona-Pandemie Deutschland. „Ein schwierige Zeit für solche Investitionen“, sagt Rittersbacher, denn keiner wisse genau, wie es mit der Pandemie weitergehe. Zumal die Branche durch Elektrifizierung und Digitalisierung schon davor im Wandel war. Porsche wollte jedoch am bestehenden Zeitplan festhalten. Also habe man überlegt, wie das Projekt gestemmt werden könne.
Die Lösung: eine Kooperation mit der Löhr & Becker AG. „Wir kennen uns schon seit langer Zeit, schätzen und vertrauen einander“, sagt Rittersbacher. Beide Traditionsunternehmen blicken auf eine historische Partnerschaft zurück: Vor mehr als 70 Jahren hatte Rittersbacher Porsche-Fahrzeuge über Löhr & Becker im Kundenauftrag ausgeliefert. Nun hat sich die Löhr Gruppe, zu der 33 Autohäuser an 13 Standorten gehören, rückwirkend zum 1. Januar an der Georg Rittersbacher Sportwagen GmbH beteiligt, sie wird Gesellschafter. Das neue Porsche-Zentrum, ein Millionen-Projekt, wird gemeinsam umgesetzt – „eine Risikoteilung“, wie Rittersbacher erläutert. Sein Grundstück hat Rittersbacher an die Löhr Gruppe weiterverkauft, die zusätzliche 4760 Quadratmeter erwerben will, um auch künftig Entwicklungspotenzial zu haben. Die Löhr & Becker AG wird das neue Zentrum laut Rittersbacher bauen, in das die Sportwagen GmbH als Mieter einzieht.
Platz und Lage sind große Vorteile
Auf 1200 Quadratmetern werden im neuen Gebäude Fahrzeuge präsentiert, es gibt eine ebenso große Service- und Werkstattfläche. Der Ausstellungsbereich am bisherigen Standort habe zwar eine vergleichbare Größe, allerdings fehle es an Parkplätzen, so Rittersbacher. 45 Plätze gibt es in der Pariser Straße, um wachsen zu können, brauche man aber über 100 Stellplätze. Die Mitarbeiter werden von der Pariser Straße zum neuen Standort umziehen, nach und nach werden weitere Arbeitsplätze entstehen. Das sei vom Wachstum abhängig. Neben der größeren Fläche sei die direkte Anbindung an die Autobahn der große Vorteil des neuen Domizils: „Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle“, sagt Rittersbacher, davon haben die Menschen heute zu wenig. Daher sei die gute Erreichbarkeit sehr wichtig für die Kunden, die aus einem Umkreis von 70 bis 80 Kilometer kommen.
Was nach dem Umzug mit dem bisherigen Standort passiert, ist noch nicht geklärt. „Da gibt es Ideen“, sagt Rittersbacher mit Blick auf weitere Kooperationen mit der Löhr Gruppe, die beispielsweise auch die Marke Seat im Portfolio hat. Man habe „die Absicht, weitere Aktivitäten und Projekte gemeinsam zu prüfen und in Angriff zu nehmen“, wird Hans Jürgen Persy, der Vorsitzende des Vorstandes der Löhr & Becker AG, in einer Pressemitteilung zitiert. Der Standort könne aber auch für Gebrauchtwagen oder als Zusatzfläche für die dort bereits bestehenden Zentren genutzt werden, so Rittersbacher.
2019 Weichen für Zukunft gestellt
Bei der Zusammenarbeit der Unternehmen gehe es indes um punktuelle Kooperationen. Es solle nicht der Eindruck entstehen, dass „ein scheibchenweiser Verkauf“ der Rittersbacher Gruppe geplant sei. Daniel Georg Rittersbacher führt das Traditionsunternehmen in dritter Generation. „Und die vierte steht schon bereit“, so der Vater zweier Söhne. Aber die Zeiten seien herausfordernd, daher müsse man sich vernünftig für die Zukunft aufstellen. 2020 sei durch die Corona-Pandemie ein schwieriges Jahr gewesen, allerdings habe man schon 2019 die Weichen gestellt, in dem man kleinere Betriebe in Landstuhl, Herxheim und Völklingen geschlossen habe. Die Rittersbacher Gruppe mit ihren 450 Beschäftigten betreibt neben Kaiserslautern Standorte in Saarbrücken, Kusel, Grünstadt sowie Germersheim und vertreibt neben Porsche, VW und Audi auch die Marke Skoda.