Kaiserslautern
Leipziger Straße: Regenrückhaltebecken sind fast fertig
Das Regenrückhaltebecken entlang der Hohenecker Straße ist fertig. Von den Speicherrigolen, die das Regenwasser künftig aufnehmen und zum Versickern bringen sollen, ist nichts mehr zu sehen. Sie sind bedeckt von Erde, in der Mulde ist bereits erstes Grün zu sehen, auch auf der relativ flachen Böschung sprießt es schon. „Wir können den Bauzaun demnächst wegmachen und auch den Radweg freigeben“, erklärt Eugen Wiesner, der zuständige Projektleiter bei der Stadtentwässerung. Im Tosbereich, also dort, wo das Wasser ins Regenrückhaltebecken eingeleitet wird, sind Steine halbkreisförmig angeordnet, drei Steine direkt vor der Einmündung sollen dafür sorgen, dass der Wasserstrom gebrochen wird und die Regenmengen diesen Bereich nicht sofort ausspülen, erklärt Jörg Woll, Sachgebietsleiter für die generelle Entwässerungsplanung bei der Stadtentwässerung.
Der Kanal, der die beiden Bauwerke entlang der Hohenecker Straße und der Leipziger Straße verbindet und durch den künftig das Regenwasser laufen soll, ist bereits unter der Straße verlegt. Allerdings habe die aufgefräste Asphaltdecke noch nicht erneuert werden können, dazu sei das Wetter zu schlecht gewesen, erklärt Wiesner. Überhaupt, das Wetter: Der viele, viele Regen der vergangenen Zeit habe den Baufortschritt verlangsamt. „Wir sind nicht so weit, wie wir wollten“, erklärt Wiesner. Was noch fehlt ist die Ersatzpflanzung entlang des Beckens. Dazu zählen Büsche und Bäume, die in Abstimmung mit dem Forst gepflanzt werden.
Der Radweg, der entlang des Beckens verläuft, ist bereits fertig. Er besteht aus einem wassergebundenen Schotter-Splitt-Gemisch, den die Stadtentwässerung später auch nutzen könne, um das Becken zu unterhalten, erklärt Woll.
Die tiefen Becken sind bereits geformt
Einige Meter weiter die Leipziger Straße hoch, ist ein großer Bagger im Einsatz. Er gräbt ein Loch für den Kanalanschluss, das Bauteil dafür liegt bereit. Die beiden Regenrückhaltebecken sind bereits ausgehoben, die steilen Böschungen werden an diesem Morgen mit Jutegewebe ausgelegt. Diese sollen verhindern, dass der Boden abgetragen wird. Da die Becken sehr tief sind, werden sie später mit einem Zaun umgeben, ein Wirtschaftsweg führt bereits um sie herum. Die Erde, die beim Ausbaggern der Regenrückhaltebecken angefallen ist, sei auf das Pfaff-Gelände gebracht worden und werde dort für die Baumaßnahmen benutzt, erklärt Woll.
In einem nächsten Schritt wird ein Damm zwischen den beiden Becken gebaut. Die Idee dahinter: Sand und andere Feststoffe, die das Regenwasser mit sich führt, sollen im ersten Becken absinken, erklärt Wiesner. Dadurch verschlechtere sich die Versickerungseigenschaft des Beckens über die Zeit automatisch. Fließe das Wasser weiter ins zweite Becken, sei es bereits vorgereinigt. So könne das Wasser dort besser versickern. Ein Mönch am vorderen Ende des zweiten Beckens regelt den Überlauf des Wassers in das Regenrückhaltebecken in der Hohenecker Straße, schildert Wiesner.
Regenwasserkanal muss noch verlegt werden
Was noch aussteht, ist der Regenwasserkanal in der Leipziger Straße. Er soll parallel zum bestehenden Mischkanal, über den derzeit das Regen- und Abwasser gemeinsam Richtung Kläranlage fließen, verlegt werden und das Regenwasser künftig zu den Regenrückhaltebecken leiten. Das werde in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen sein, sagt Wiesner.
Das neue Regenwasserkonzept für die Leipziger Straße hat viele Vorteile, wie Wiesner und Woll aufzählen: Die Kläranlage werde entlastet, das Regenwasser komme zurück in den natürlichen Wasserkreislauf und könne das Grundwasser auffüllen, zudem trage die Maßnahme zum Überflutungsschutz der Innenstadt bei. Denn je weniger Wasser dort bei Starkregenereignissen ankomme, desto besser.