Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Bauarbeiten in Leipziger Straße beginnen

Dort, wo unterhalb des Bännjerrück ein Wasserspeicher gebaut werden soll, ist bereits eine Fläche gerodet worden.
Dort, wo unterhalb des Bännjerrück ein Wasserspeicher gebaut werden soll, ist bereits eine Fläche gerodet worden.

Das neue Regenwasserkonzept für die Leipziger Straße wird in den kommenden Monaten Gestalt annehmen: Nach und nach werden dort drei Regenrückhaltebecken entstehen sowie ein zusätzliches Kanalrohr verlegt werden, das die Becken speist. Die Maßnahme soll dem Umwelt- und dem Überflutungsschutz dienen.

Bisher läuft das Regenwasser, das entlang der Leipziger Straße anfällt, in einen klassischen Mischwasserkanal, durch den es – gemeinsam mit dem Abwasser – zur Kläranlage geführt wird. So funktioniere etwa 90 Prozent der Kanalisation in Kaiserslautern, schildert Jörg Woll, Sachgebietsleiter für die generelle Entwässerungsplanung bei der Stadtentwässerung. Doch der Abwasserkanal in der Leipziger Straße ist stark belastet, da darüber auch die Regenfälle und das Schmutzwasser aus der Innenstadt zur Kläranlage transportiert werden.

Um den Kanal zu entlasten und gleichzeitig etwas für die Klimaanpassung und den Umweltschutz zu tun, soll in der Leipziger Straße parallel zum bereits bestehenden Mischwasserkanal ein zusätzlicher Kanal für das Oberflächenwasser verlegt werden. Durch diesen werde das anfallende Regenwasser künftig in drei Regenrückhaltebecken geführt werden, erklärt Eugen Wiesner, zuständiger Projektleiter bei der Stadtentwässerung. Die Regenrückhaltebecken werden im unteren Bereich der Leipziger Straße entstehen. Zwei Becken werden kaskadenartig entlang der Leipziger Straße angelegt, das dritte ist im Einmündungsbereich von Leipziger und Hohenecker Straße geplant. Anstatt mit dem Schmutzwasser vermischt zu werden und in der Kläranlage zu landen, könne das Regenwasser, das auf der Straße anfalle, dem natürlich Wasserkreislauf wieder zugeführt werden. Dies trage zum einen zum Überflutungsschutz der Innenstadt und der Leipziger Straße bei, gleichzeitig diene es dem Umweltschutz, da das Regenwasser in den Versickerungsbecken entweder verdunste oder in den Boden versickere.

Weiter könnten künftig Gebäude an den neuen Regenwasserkanal angeschlossen werden, die darüber das über die Dächer anfallende Regenwasser abführen. Möglich wäre dies beispielsweise für die Fritz-Walter-Schule, die Bännjerrück-Schule sowie den Cap-Markt.

Die fünf Bauabschnitte

Die Baumaßnahme ist in fünf Bauabschnitte unterteilt. Mitte Juni, sollte es losgehen, Anfang der Woche wurde aber noch einmal kurzfristig verschoben. Die geplante Bauzeit beträgt ein Jahr. Ursprünglich war der Baubeginn für den Herbst 2021 vorgesehen, hatte sich dann aber verzögert. Die Anwohner werden mit einem Flugblatt über das weitere Vorgehen informiert, erklärt Wiesner. Als erstes werde die Rückhalte- und Versickerungsanlage entlang der Leipziger Straße angelegt. Diese werde in dieser Zeit für den Verkehr freibleiben, schildert Wiesner.

Im zweiten Bauabschnitt soll die Rückhalte- und Versickerungsanlage im Bereich der Hohenecker Straße entstehen. Beide Straße, die Leipziger- und Hohenecker Straße sollen während dieser Zeit für den Verkehr offen bleiben. Der Rad- und Gehweg zwischen der Leipziger Straße und dem Rauschenweg werde allerdings kurzzeitig gesperrt werden, schildert Wiesner.

Mit klimaresistenten Bäumen aufforsten

Zum Einsatz kommen bei den Rückhaltebecken zwei Systeme. Entlang der Hohenecker Straße werde man später nur eine 30 Zentimeter tiefe Mulde erkennen, darunter befinden sich Speicherelemente aus Kunststoff, die das Wasser aufnehmen werden. Entlang der Leipziger Straße werden zwei Erdbecken entstehen, die dem Gefälle angepasst sind und als ein System anzusehen sind, so Woll. Diese werden umzäunt, der Zaun im Anschluss begrünt. Die Waldfläche, die für die Rückhaltebecken gerodet werden musste, soll nach dem Bau der Becken in Zusammenarbeit mit dem Forst mit klimaresistenten Bäumen wieder aufgeforstet werden.

Im dritten Bauabschnitt schließlich soll der Regenwasserkanal in der Leipziger Straße zwischen der Hohenecker- und Naumburger Straße verlegt werden, schildert Wiesner. Die Leipziger Straße werde für den gesamten Verkehr voll gesperrt, eine Umleitung über den Rauschenweg und die Stresemannstraße werden ausgeschildert. Die Zu- und Ausfahrt für die Naumburger Straße seien stets gewährleistet.

Teilweise Sanierung des alten Kanals

Im vierten Bauabschnitt ist geplant, den Regenwasserkanal in der Leipziger Straße zwischen Naumburger- und Dessauer Straße zu verlegen und den vorhandenen Kanal teilweise zu sanieren. Eine Zu- und Ausfahrt für die Merseburger Straße sei gewährleistet, die Leipziger Straße werde jedoch für den gesamten Verkehr voll gesperrt. Eine Umleitung soll wieder über den Rauschenweg und die Stresemannstraße erfolgen.

Im fünften Bauabschnitt schließlich steht die Verlegung des Kanals im Bereich zwischen Dessauer- und Rostocker Straße an. Hierzu werde die Leipziger Straße halbseitig gesperrt und eine Einbahnstraßenregelung für den Verkehr in Richtung der Hohenecker Straße eingerichtet, wie Wiesner erläutert. Für den stadteinwärts führenden Verkehr werde es eine Umleitung über die Dessauer- und Rostocker Straße gebe. Die Zu- und Ausfahrt für die Leipziger Straße 150-154 könne stets sichergestellt werden, für die Leipziger Straße 146-148 sowie 156 sei mit kurzzeitigen Einschränkungen zu rechnen.

Buslinie 104 in Richtung Kaiserslautern fährt wie gewohnt

Die Buslinie 104 in Richtung Kaiserslautern könne wochentags wie genutzt werden, mögliche Änderungen für die Linie 104 in Richtung Hohenecken sowie die N4 sollen frühzeitig bekanntgegeben werden. Der Schulbusverkehr werde ohne Einschränkungen stattfinden, so Wiesner.

Die Baumaßnahme werde mit zwei Millionen Euro zu Buche schlagen, einen Teil davon stamme aus einem Förderpaket des Landes zum Klimaschutz.

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