Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Gartenschau eröffnet mit neuer Spiellandschaft

Ein imposantes Mammut dominiert die neue Spiellandschaft auf dem Gartenschaugelände.
Ein imposantes Mammut dominiert die neue Spiellandschaft auf dem Gartenschaugelände.

Die Dinos auf der Gartenschau begeistern die kleinen Besucher seit Jahren, nun kommt ein stattliches Mammut dazu. Alles zu Veranstaltungen, Preisen und dem Haus- und Hof-Reh.

Was gibt es 2026 Neues auf der Gartenschau?
Insbesondere die kleinen Besucher dürfen sich in diesem Jahr auf eine Reise in die Welt des Mammuts freuen. Im Neumühlepark ist eine „inklusive Spielewelt“ dazu entstanden – ein absoluter Höhepunkt, sagt David Lyle, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Integrationsgesellschaft Kaiserslautern mbH (iKL), die die Gartenschau betreibt. Mit dem neuen Spielplatzbereich wird die Welt von „Ice Age“ aufgegriffen, was gut zu den Dinosauriern im Park passe. „Diesen neuen Bereich planen wir schon seit 2023“, sagt Lyle. Von der Idee, über die Gewinnung von Zuschussgebern, bis zur Realisierung habe es drei Jahre gedauert. Anbieter von Großspielanlagen hätten Ideen eingereicht. Letztlich habe man sich für dieses Konzept entschieden. „Das Besondere daran ist, dass auch Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, eine höhere Ebene im Mammut erreichen können“, sagt Lyle. Über eine lange, rollstuhlgerechte Rampe können sie in das Spielgerät hineinfahren. Dort gibt es eine breite Rutsche, die sie mit einer Begleitperson benutzen können. Insgesamt hat das Mammut drei Etagen, sein Rüssel dient ebenfalls als Rutsche. „Uns war es wichtig, die Rollstuhl-Kinder hier nicht auszuschließen“, betont der Geschäftsführer. Gekostet hat die neue Spiellandschaft über eine halbe Million Euro, die über Zuschussgeber gestemmt wird. Wie Lyle erklärt, sind Spielgeräte dieser Dimension Einzelanfertigungen, für die eine Statik erstellt werden muss und die vom Tüv freigegeben werden müssen. Für den Aufbau waren größere Erdarbeiten notwendig.

Die Spielwelt greift den Animationsfilm »Ice Age« auf.
Die Spielwelt greift den Animationsfilm „Ice Age“ auf.
Dank einer langen Rampe können auch Rollstuhlfahrer in das Mammut gelangen.
Dank einer langen Rampe können auch Rollstuhlfahrer in das Mammut gelangen.
Eine breite Rutsche macht es möglich, dass Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, mit einer Begleitperson rutschen könne
Eine breite Rutsche macht es möglich, dass Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, mit einer Begleitperson rutschen können.
Diese kleinen Geräte in den Blumenbeeten sollen mit Tönen im Hochfrequenzbereich Rehe abschrecken.
Diese kleinen Geräte in den Blumenbeeten sollen mit Tönen im Hochfrequenzbereich Rehe abschrecken.

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Was erwartet die Besucher sonst noch?
Wie gewohnt können sich die Gäste auf Blumen freuen. 2000 Quadratmeter Beetfläche warten mit rund 25.000 Zwiebelpflanzen auf wie Tulpen, Narzissen und Hyazinthen sowie 42.000 Stiefmütterchen, Hornveilchen und Gänseblümchen. Zudem zieren 180 bepflanzte Kübel und Blumenampeln die Wege.

Im vergangenen Jahr hatten Rehe tausende Blumenzwiebeln gefressen. Konnte das in diesem Jahr verhindert werden?
Ja, die Schäden sind deutlich geringer als im Vorjahr, berichtet David Lyle. „Seit Jahren haben wir ein Haus- und Hof-Reh“, so Lyle, das gehöre im Grunde zum Personal. Die großen Schäden hatten in der vergangenen Saison andere Rehe verursacht, die nun mit verschiedenen Maßnahmen abgeschreckt werden konnten: Kleine Geräte an den Beeten produzierten einen für Menschen nicht hörbaren, für Rehe aber unangenehmen Ton im Hochfrequenzbereich. An den Tulpen wurde laut Lyle zudem Alpakawolle ausgelegt. Außerdem sei ein Mehl im Einsatz, das unangenehm rieche.

Welche Veranstaltungen werden angeboten?
Im Veranstaltungskalender finden sich die bereits etablierten Angebote. Anfang Mai steht beispielsweise der Mittelaltermarkt an. Im Juli wird es das Weintestival geben, auch eine Französische Gartenparty und ein Familienfest mit Open-Air-Kino sind geplant. Die Sandskulpturen werden in diesem Jahr unter dem Motto „Dschungelfieber“ stehen. Die Kürbisausstellung darf ebenfalls nicht fehlen. In diesem Jahr werden die Figuren, die aus zehntausenden Kürbissen gestaltet werden, die Parkbesucher in die Welt der Dinosaurier mitnehmen, verrät Lyle. Natürlich ist auch wieder die Lego-Ausstellung des Vereins Lauter Steine zu sehen.

Wie Lyle berichtet, wolle man 2026 einen Schwerpunkt auf das Thema MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) legen. Das gehe auf eine Kooperation mit Wipotec zurück. Das Unternehmen habe bei der Finanzierung der Blumenhalle geholfen. Firmengründer Theo Düppre sei es wichtig, dass bereits Kinder an das Thema Technik herangeführt werden, auch weil es in diesem Bereich einen Fachkräftemangel gebe. Gemeinsam mit Wipotec wolle man daher für Schülerinnen und Schüler verstärkt Workshops in der Blumenhalle anbieten: „Technik zum Anfassen“ sei der Gedanke, so Lyle.

Von wann bis wann ist die Gartenschau geöffnet?
Die Gartenschau öffnet am Samstag, 28. März, ihre Pforten. Bis zum 1. November können Besucherinnen und Besucher den Park täglich von 9 bis 19 Uhr besuchen.

Was kostet ein Besuch auf der Gartenschau?
Vor dem Hintergrund der finanziellen Probleme des Parks wurden die Preise erhöht, laut Geschäftsführer David Lyle allerdings „sehr moderat“. Schließlich wolle man allen Menschen den Besuch der Gartenschau ermöglichen. Tageskarten für Erwachsene kosten nun beispielsweise 9,90 Euro und damit 40 Cent mehr als im Vorjahr. Wer online bucht, zahlt nur 8,50 Euro. Der Preis für Kinder von sechs bis 14 Jahren blieb bei 4,50 Euro (online: vier Euro). Für Kinder bis einschließlich fünf Jahre ist der Eintritt frei. Eine Tageskarte für Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu drei Kindern kostet nun 27 Euro, also zwei Euro mehr (online: 24,50 Euro).

Eine neue Zugangsmöglichkeit wurde für Schulklassen geschaffen, so Lyle. Bisher konnten Kindergartengruppen die Gartenschau für zehn Euro besuchen. Der Preis wurde nun auf 15 Euro angehoben, dafür gilt das Angebot auch für Schulen. „Wir wollen den Kindern den Zugang zur Gartenschau ermöglichen und das auch fördern“, sagt Lyle.

Die Stadt hat 2025 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 550.000 Euro für die Gartenschau bewilligt. Das Geld war notwendig, um den Betrieb diese Saison fortführen zu können. Gleichzeitig soll ein Konzept erarbeitet werden, das die Gartenschau dauerhaft sichert. Was ist Stand der Dinge?
„Wir sind in guten Gesprächen mit der Stadt und haben es als klaren Auftrag von der Politik und der Gesellschaft verstanden, eine Lösung zu finden“, sagt David Lyle. „Und ich glaube, wir werden auch daran gemessen, ob wir eine Lösung finden.“ Lyle geht davon aus, dass „wir bis circa Mitte des Jahres wissen werden, wie es weitergeht.“

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