Kaiserslautern
„Gelobtes Land“: Was der neue Forstamtsleiter von Kaiserslautern über den Pfälzerwald sagt
Im Forstamt Kaiserslautern ist mit Hauke Beeck ein gelernter Forstwirt und studierter Forstwissenschaftler ins Chefbüro eingezogen. Noch steht vor dem Forstamtsleiter ein „kommissarisch“, aber das stört ihn nicht. „Die Arbeit muss getan werden“, sagt er und die ist beim größten Forstamt des Landes bestimmt nicht wenig. Immerhin umfasst es 23.665 Hektar, davon 13.885 Hektar Staatswald, 4899 Hektar Reichswald, 2591 Hektar Kommunalwald und 2300 Hektar Privatwald.
Gut 60 Mitarbeiter sind an Beecks Seite, darunter zwölf Revierförster sowie mehrere angehende Forstwirte in verschiedenen Ausbildungsjahren. „Wir streben auch im nächsten Jahr wieder drei Azubis an“, sagt er, denn ihm ist Nachwuchs aus dem eigenen Haus wichtig. Außerdem hofft er, dass in absehbarer Zeit bislang unbesetzte Stellen am Forstamt wieder besetzt werden können.
Schon als Jugendlicher den Jagdschein erworben
Der neue Chef ist im hessischen Landkreis Limburg-Weilburg aufgewachsen, hat als Jugendlicher den Jagdschein abgelegt und ist im Forstamt Weilmünster im Taunus in die Lehre gegangen. „Mein Vater war Jäger und mit Freunden bin ich viel in den Wald“, blickt Beeck auf seinen Berufsanfang zurück. Das forstwissenschaftliche Studium in Freiburg schloss sich an, genau wie das Referendariat im hessischen Spessart und eine Zeit im Forstministerium in Wiesbaden.
Der Sprung über den Rhein und somit nach Rheinland-Pfalz führte ihn nach Kaiserslautern und in den Pfälzerwald von dem er mit Überzeugung sagt: „Der Pfälzerwald ist gelobtes Land.“ Es handle sich in weiten Teilen um einen naturnahen Wald, die Schadflächen zeigten sich nur kleinräumig. Das sei bei der jüngsten Waldinventur auch deutlich geworden. „Mit Blick auf den Klimawandel ist der Waldumbau natürlich auch hier das Thema.“ Keine der heimischen Baumarten sei ohne Probleme und die Zukunft des Waldes gehe nur einher mit einer Mischung aus vier bis sechs Baumarten auf der Fläche.
Fichte gehört zum Mischwald dazu
Die Eiche gehört für ihn unbedingt dazu, genau wie die Buche, die Kiefer, die Lärche oder die Tanne. „Für mich persönlich gehört auch die Fichte in den Mischwald“, sagt Beeck. Gepflanzt werde sie nicht, aber sie verjünge sich an einigen Orten selbst und das sei auch gut so.
Mit Blick auf das Wild im Pfälzerwald sagt Beeck, der sich während des Studiums auch mit einer Arbeit über das Schälverhalten des Rotwildes im Nordschwarzwald beschäftigt hat: „Wir müssen jagen, das gehört mit zu unserer Aufgabe.“
Für ihn geht es aber auch um ein vernünftiges Nebeneinander im Wald. „Wenn wir es schaffen, gerade dem Rehwild im Wald kleine Äsungsflächen zur Verfügung zu stellen, bleiben sie eher von den frischen Trieben junger Bäume weg“, ist er überzeugt. So könne dem Verbiss und dem Schälen der Rinde durchaus begegnet werden. „Die Tiere dürfen dann auf diesen Flächen natürlich nicht bejagt werden.“ Dieser Rückzugsraum für die Fluchttiere sei wichtig.
Keine Zeit für ein Spiel auf dem Betzenberg
Beim Schwarzwild sei es vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest aus seuchenrechtlichen Gründen wichtig, der Jagd nachzugehen. Auch mit Blick auf die vielen, gerade in jüngster Zeit erfolgten Wildunfälle, müsse mehr gejagt werden.
Beeck geht nachts auf die Jagd, wenn es seine Zeit erlaubt, aber die ist gerade sehr begrenzt. Genau deshalb hat der Fußballfreund – „ich habe selbst Fußball gespielt“ – bislang auch noch nicht den Weg auf den Betzenberg gefunden. „Bei einem Heimspiel mal im Stadion zu sein, das steht noch an.“ Ansonsten fühlt er sich zusammen mit seiner Partnerin in Kaiserslautern sehr wohl, schätzt seine Wohnung im Musikerviertel, die gute Anbindung an die Bahn und auch, dass er über die Autobahn relativ schnell in seine alte hessische Heimat gelangt. „Die Pfälzer sind anders, sind offen und man kommt schnell mit ihnen in Kontakt“, nennt er einen weiteren Pluspunkt seines neuen Wohnortes.