Kaiserslautern
Michael Bayer kümmert sich um Umweltbildung im Forstamt
Das Forstamt Kaiserslautern ist, genau wie alle anderen Forstämter, deutlich mehr als die Summe seiner Revierförsterinnen und Revierförster. Da geht es auch um öffentliche Planungen, Umweltvorsorge, ebenso um den Holzverkauf oder um die Ausbildung von Forstwirten. Und es geht um Umweltbildung. Wobei der Aufgabenbereich „Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben“ am Stiftswalder Forsthaus in der Velmannstraße in Kaiserslautern in letzter Zeit ein bisschen im Dornröschenschlaf lag. Die Stelle war verwaist, der Fachkräftemangel nicht ganz unbeteiligt daran.
Das hat sich nun geändert. Seit Oktober hat der 37-jährige Umweltingenieur Michael Bajer aus Bayern die Stelle inne. Wobei, eigentlich muss es heißen, Bajer und sein Hund Pino haben die Stelle inne. Schließlich haben beide das Büro unterm Dach des Forstamtes bezogen. „Das ist schon ein großer Vorteil, dass ich meinen Hund bei mir haben kann“, sieht es Bajer nicht als selbstverständlich an, den felligen Partner immer an seiner Seite zu haben.
Aus dem Biosphärenreservat Rhön in die Pfalz
Dass es die beiden mal in die Pfalz zu den Landesforsten verschlagen wird, das war zumindest erst mal nicht der Plan. Michael Bajer aus dem bayrischen Stockheim, oder wie er seine Heimat vorstellt „aus dem fränkischen Teil des Biosphärenreservats Rhön“, hat sich schon als Jugendlicher stark für Umweltthemen interessiert. Ein Studium in diese Richtung war somit klar. Es zog ihn an die Technische Hochschule Bingen, in den Studiengang Umweltschutz. „Dort war das Studium sehr praktisch orientiert und breit aufgestellt“, nennt er den Hauptgrund.
Der Bayer zog also nach Rheinhessen, verließ es zum Praxissemester dann wieder in Richtung heimatliches Biosphärenreservat Rhön. Allerdings in den hessischen Verwaltungsteil. Zur Erklärung: Das Biosphärenreservat Rhön erstreckt sich über das Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Nach dem Studium blieb er in Hessen, arbeitete in Wiesbaden im Bereich Windkraft, bevor es ihn nach Mainz und in die Kreislaufwirtschaft führte.
Und dann kam die Stellenausschreibung bei den Landesforsten und die Pfalz „ploppte“ bei ihm auf. „Ah, die Pfalz“, umschreibt er einen seiner Gedanken ans Forstamt Kaiserslautern beim Lesen der Stellenausschreibung. Hatte er den Pfälzerwald doch schon seit seiner Binger Zeit immer wieder zum Klettern und Bouldern aufgesucht. „Manchmal auch nur, um ausgedehnt mit dem Hund spazieren zu gehen“, gesteht er, dass ihm der Pfälzerwald viel zu bieten hat und er ihn schon länger zu schätzen weiß. Inzwischen wohnt er in Trippstadt, mittendrin also, und fühlt sich zusammen mit Pino gut angekommen.
Zwischen den unterschiedlichen Waldnutzern vermitteln
„Sicher, ich bin noch in der Einarbeitungszeit“, hat er noch nicht das ganz große Netzwerk um sich herum aufgebaut. Aufgrund seiner eigenen Freude am Natursport kennt er die Probleme, die beim Walderleben auftauchen können durchaus und kann sich vorstellen, moderierend zu agieren, sollten Probleme auf seinem Schreibtisch landen. Egal, ob Wanderer, Reiter, Gassigeher oder Mountainbiker: Jeder schätze doch den Wald. Miteinander reden, Kompromisse eingehen, gegenseitiges Verständnis, dann funktioniere es – davon ist er überzeugt.
Die Vorbereitung der Waldjugendspiele gehört genauso in seinen Arbeitsbereich wie Ansprechpartner von Schulen zu sein. Den Schülern auch mal die direkten Auswirkungen des Klimawandels im Wald zu zeigen, ist eine seiner Ideen, und wenn ihn Lehrerinnen oder Lehrer mit diesem oder jenem Thema ansprechen, freut er sich.
So wie der begeisterte Kletterer in ihm immer wieder neue Routen sucht, so wird sich auch der Umweltingenieur demnächst noch zusätzliche Wege und neues Wissen aufbauen. „Ab November beginne ich die einjährige Ausbildung zum zertifizierten Waldpädagogen“, freut er sich auf den Blockunterricht, der ihn dann von Kaiserslautern aus immer wieder ins Walderlebniszentrum Soonwald führt und ihm, so seine Hoffnung, rasch ein weiteres für seinen Arbeitsbereich wichtiges Netzwerk knüpfen lässt.
Hund Pino wird’s vermutlich egal sein, ob er sich die Füße im Soonwald oder im Pfälzerwald vertritt; Hauptsache, er darf an der Seite von Michael Bajer sein.