Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Freiluft-Training in kleinen Gruppen wieder erlaubt

Sie durften weiter trainieren, die Profis des 1. FC Kaiserslautern. Seit Montag dürfen auch die Amateurfußballer wieder auf ihre
Sie durften weiter trainieren, die Profis des 1. FC Kaiserslautern. Seit Montag dürfen auch die Amateurfußballer wieder auf ihre Trainingsplätze – mit strengen Regeln.

Sie mussten lange warten, seit Montag dürfen die Amateurkicker nun endlich wieder zurück ins Fußballtraining. Das hat der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) am Wochenende den Vereinen mitgeteilt. Vor allem für Kinder bis 14 Jahre ist demnach auch wieder ein regulärer Trainingsbetrieb möglich.

Auf den Sportplätzen in der Region kehrt langsam aber sicher wieder etwas Normalität ein. Zumindest so lange es die Inzidenzzahlen erlauben. Grundlage dafür ist die 17. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz, die am Freitagabend veröffentlicht wurde. Der Verband reagierte am Samstag mit einer Konkretisierung. Der seit gestern gültige „3. Öffnungsschritt“ im Rahmen der von der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am vergangenen Mittwoch verabschiedeten Öffnungsstrategie untersagt zwar weiterhin den Wettkampf im Amateur- und Freizeitsport, Training ist jedoch unter Einhaltung bestimmter Regeln wieder möglich.

Kontaktfreies Training

Der Beschluss sieht vor, dass kontaktfreies Training im Freien in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen und einer Trainerin oder einem Trainer unter Einhaltung des Mindestabstandes von eineinhalb Metern erlaubt ist. Klingt kompliziert, soll aber wenigstens die Rückkehr auf die Sportplätze wieder ermöglichen. Bei den Kindern sind die Regeln nicht ganz so streng: So ist Fußballtraining in „Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahre und einer Trainerin oder einem Trainer im Freien und auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen“ wieder erlaubt.

Voraussetzung für diese Lockerungen ist der Inzidenzwert. Liegt dieser „konstant unter 50“, profitieren Kinder bis 14 Jahren von diesen wiedergewonnenen Freiheiten. In der Region Kaiserslautern, Kusel und Donnersbergkreis liegen die Werte teils deutlich unter der „magischen“ Grenze. Bleibt die Lage weiter so stabil, könnte am 22. März der nächste Öffnungsschritt erfolgen: Dann wäre generell Kontaktsport im Außenbereich wieder möglich. Auch für Jugendliche und Erwachsene.

Sitzung am Mittwoch

Was dies konkret für den Spielbetrieb bedeutet, wird das SWFV-Präsidium am Mittwochabend in einer Videositzung beraten. Fest steht: Können die Vereine das Training vor Ostern landesweit ohne Einschränkungen aufnehmen, wäre eine Fortführung der Saison noch möglich. Entscheidender Indikator bis dahin wird die Inzidenzzahl bleiben. Verharrt diese in Rheinland-Pfalz stabil unter 50, besteht durchaus Hoffnung, dass in dieser Saison doch noch einmal der Ball in den Amateur- und Jugendklassen rollen kann.

Lange herbeigesehnt

Die Vereine haben lange auf dieses Signal gewartet. So fand beim FV Olympia Ramstein noch am Sonntagabend eine Videokonferenz mit allen Jugendtrainern statt, um die Trainingseinheiten zu koordinieren. Den Start machen die E- und D-Jugendlichen in dieser Woche, ab dem 15. März folgen dann die G- und F-Jugendlichen. Auch die älteren Spieler steigen in den Trainingsbetrieb wieder ein, sind aber angehalten, nur Gruppen mit maximal zehn Spielern zuzulassen. Auch die Torwartschule von Jürgen Jacob startet am Freitag wieder.

FVO-Gesamtjugendleiter Ralf Hechler, der in seiner Abteilung rund 200 Kinder und Jugendliche betreut und selbst auch noch die E-Jugend trainiert, verweist darauf, dass der Verein zwei vereinseigene Plätze hat und so die Kinder in Gruppen aufgeteilt werden können. Zudem stehe der Samstag vorübergehend als Trainingstag zur Verfügung. Hechler hofft darauf, dass auch das Wetter mitspielt: Denn sollte dieses wieder extrem umschlagen, könnten Trainingseinheiten auch kurzfristig ausfallen, da die Umkleidekabinen und Duschräume weiter tabu sind.

„Langsam herantasten“

Der Situation angemessen, will sich Axel Roos, Leiter des SFC Kaiserslautern, „an das Mannschaftstraining langsam herantasten“. Am Mittwoch steigen die E- und D-Jugendlichen wieder ein, nachdem diese zuletzt mit einem Online-Training, das zweimal die Woche stattfand, vorlieb nehmen mussten. Roos, verantwortlich für rund 50 Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren, will in den ersten Einheiten wieder das Gefühl für den Ball herauskitzeln: Passspiel, Dribblings, Torschuss. Eine Sorge hat der SFC-Chef dann aber doch: Nämlich dass die Warmlauf-Pullover, die im vergangenen Herbst angeliefert wurden, einigen nach monatelanger Corona-Pause gar nicht mehr passen werden.

Training in Gruppen

Spielertrainer Florian Bauer spürt vor dem Trainingsauftakt seiner TSG Trippstadt am Dienstagabend auch die Verantwortung, auf die Einhaltung der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln zu achten. Im Training werden die Spieler des Bezirksligisten in Gruppen aufgeteilt, auf dem Programm stehen neben Laufeinheiten auch Pass- und Torschussübungen. Trotz der Einschränkungen freut sich Bauer auf den Re-Start: „Wir sind alle froh, endlich wieder in der Gruppe und nicht alleine trainieren zu können, sich den Ball gegenseitig zuzuspielen und sich auch auf Abstand mal wieder in die Augen schauen zu können.“ Ein bisschen klingt es wie eine Befreiung.

Wie labil, aber zuweilen auch skurril die aktuelle Situation ist, zeigt das Beispiel von Trippstadts Partner in der Spielgemeinschaft, dem TuS Schmalenberg. Während Trippstadt im Landkreis Kaiserslautern liegt, zählt Schmalenberg zum Kreis Südwestpfalz, wo das Gesundheitsamt Pirmasens aktuell eine Inzidenz von 67,1 aufweist, damit also deutlich über 50 liegt. Vorsitzender Carsten Rung will nun klären, ob und unter welchen Umständen ein Training der zweiten Mannschaft in Schmalenberg möglich ist. Es wird wohl noch einige Zeit ins Land ziehen, ehe wirklich wieder von Normalität die Rede sein kann.

Info

Rheinland-Pfalz gesamt 46,4

Donnersbergkreis 27,9

Landkreis Kaiserslautern 19,8

Stadt Kaiserslautern 38,0

Landkreis Kusel 12,8

(Quelle: Robert-Koch-Institut, 8. März 2021

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