Kaiserslautern
Fragen und Antworten zur Fisch-Aktion in Kaiserslautern: Die Begeisterung ist der Wahnsinn
Wie viele Fische werden neu gestaltet, was ist genau geplant?
Es werden zehn Fisch-Skulpturen aus dem Alt-Bestand restauriert. Zwei davon gestaltete der Künstler Daniel Ferino im Jubiläumsdesign, für einen Fisch gab es einen Schulwettbewerb. Sieben Fische werden nach den Vorschlägen gestaltet, die auf der Online-Plattform KLmitWirkung eingegangen sind, informiert Yvonne Veek aus dem Orga-Team des Stadtjubiläums. Sie ist vollkommen überrascht, wie gut diese Aktion ankommt. „Bei uns laufen die Telefone heiß, die Kaiserslauterer lieben die Fische“, sagt sie.
Was hat es mit den Fischen auf sich?
Im Jahr 2001 waren rund 250 Fische aus robustem Glasfaser-Material in der Stadt aufgestellt worden, die Stadt wurde quasi zum Open-air-Aquarium. Die 2,40 Meter langen Exemplare in allen erdenklichen Farben waren teilweise sogar von Künstlern gestaltet worden. Einige wenige haben Schüler der Berufsbildenden Schule I auf dem Kaiserberg nun fürs Stadtjubiläum gereinigt, abgeschliffen, ausgebessert und dann neu grundiert. Das war laut Veek ein ganz tolles Engagement, „die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschule I sind und waren super hilfsbereit. Für die Hilfe und Unterstützung, die wir durch die BBS I erfahren, möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“
Was sind das für Fische, die jetzt neu hergerichtet werden?
Das sind in erster Linie städtische Fische, die auf dem Bauhof gelagert waren. Es sind aber auch Exemplare beispielsweise aus einer Haushaltsauflösung dazugekommen.
Bürger konnten Vorschläge machen, wie sieben Fische aussehen sollen. Wie ist das angekommen?
Viel besser, als die Stadt, die die Abstimmungsaktion organisiert hat, zunächst angenommen hatte. Über 70 Vorschläge sind eingegangen, richtig aufwendige Ausarbeitungen, von Schulen, Kitas, Kunstschaffenden, dem Kulturwerk Pfaff beispielsweise, Vereinen, Einzelpersonen. Da sind laut Veek ganz tolle Ideen dabei mit ausgetüftelten Designs, Landschaften, viel Lokalkolorit. Die Vorlagen reichen von einem Lilienfisch über den Betzi, den Burg-Hohenecken-Fisch, einen Sandstein-Fisch, einen Nachhaltigkeitsfisch, den Regenbogenfisch für die Vielfalt der Kulturen bis zu einem Pride-Fisch. „Wir haben uns mega gefreut, was da für Ideen eingegangen sind“, sagt Veek.
Und wie geht es jetzt weiter?
Die Abstimmung, an der alle Bürger teilnehmen können, läuft im Netz unter www.klmitwirkung.de noch bis 30. April. Dort sind die 73 Fisch-Ideen abgebildet. Wenn die sieben Gewinner feststehen, werden sie benachrichtigt und haben bis Mitte Juni Zeit, ihre Fische zu gestalten. Das passiert an der Berufsbildenden Schule I. Wer gewinnt, darf seinen Fisch selbst bemalen, er muss das Material dafür selbst bezahlen. „Wir machen da schon genaue Vorgaben, die Farben müssen einen Regen- und einen UV-Schutz enthalten. Wer will, kann sich Rat bei der Firma Lied in der Bismarckstraße holen, die unterstützt uns“, so Veek. Es sei keinesfalls so, dass Künstler beauftragt werden müssen.
Und dann?
Die über KLmitWirkung gestalteten Fische werden an den Ortseingängen in der Pariser Straße und in der Mainzer Straße aufgestellt. Einer der Ferino-Fische im Jubiläumsdesign kommt ins Rathaus-Foyer, der andere ins Beet zwischen Tourist Info und Fruchthalle.
Schade, dass es so viele Fisch-Ideen gibt, aber am Ende nur wenig umgesetzt werden kann. Können angesichts der enormen Nachfrage neue Fische angeschafft werden?
„Wir haben den damaligen Hersteller in Niedersachsen kontaktiert, aber noch keine Antwort erhalten, ob es eine Neuauflage geben kann. Dazu müssen unter anderem die Rechte an der Vervielfältigung geklärt werden. Der Künstler des Fisch-Modells, Karl Seiter, lebt nicht mehr. Es ist auch eine Frage der Kosten, die Rohlinge haben bei der ursprünglichen Aktion 1400 DM gekostet, ohne Transport“, erklärt Veek. Die Begeisterung für die Aktion sei der Wahnsinn.
Die Stadtverwaltung wollte eigentlich eine Fisch-Börse einrichten. Was ist daraus geworden?
Laut Veek gab es die Idee, alte Fisch-Besitzer und solche, die es werden wollen, zusammenzubringen. „Wir dachten, vielleicht hat noch jemand einen Fisch im Garten stehen und will ihn loswerden“, erläutert die Mitarbeiterin der Oberbürgermeisterin. Es hat sich aber nur eine Familie gemeldet, die ihren Fisch abgeben wollte. Einen Fisch haben, um ihn neu zu gestalten, das wollen ganz viele. Es habe sich sogar ein Angelsportverein aus dem Westerwald gemeldet, so Veek. Und es gibt immer noch täglich Anfragen. Aufgrund des Fisch-Mangels konnte Veek zufolge auch nicht dem Vorschlag aus dem Ortsbeirat Dansenberg gefolgt werden. Die Dansenberger wollten einen Fisch in der Ortsmitte aufstellen. „Aber wir haben halt nur zehn neue Fische. Und davon sollen halt acht an die Stadteingänge, das war von Anfang an auch so kommuniziert“, sagt Veek.
Weiß man eigentlich, wie viele Fische es im Stadtbild noch gibt?
Das ist unklar, sagt Veek. Aber es sind schon noch Dutzende. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kann einige entdecken. An vielen habe der Zahn der Zeit genagt, einzelne Institutionen wie die ZAK oder die Bau AG haben ihre Fische schon erneuern lassen. Die Schüler der BBS I haben unter anderem auch geholfen, den Waschmühle-Fisch für ein neues Design vorzubereiten, so Veek.
Wer doch noch einen Fisch abgeben will oder eine andere Idee hat, wo gibt es Infos zu dem Projekt?
Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich an fische@kaiserlautern.de wenden.
Schreiben Sie uns
Liebe Leserinnen und Leser, teilen Sie das Interesse an den Kaiserslauterer Fischen? Warum finden Sie die so gut? Haben Sie vielleicht eine Fisch-Geschichte zu erzählen? Das kann auch eine Erinnerung an die Aktion 2001 sein. Schreiben Sie uns, senden Sie auch gerne Fotos, an redkai@rheinpfalz.de. Wir werden die Beiträge dann veröffentlichen.


