Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel 750 Jahre Kaiserslautern: So lief die Genusswanderung zum Humbergturm

Viel los war am Samstag rund um den Humbergturm.
Viel los war am Samstag rund um den Humbergturm.

Mit der kulinarischen Wanderung zum Humbergturm hat sich die Stadt Freunde gemacht. Jung und Alt folgten am Samstag der Einladung anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt.

Freundlicher hätte der Tag nicht starten können. Blauer Himmel und Sonnenstrahlen locken am Vormittag nach draußen. Entlang der Bremer Straße zieht es Pärchen, Grüppchen und Vierbeiner hin zum Schulzentrum Süd. Das Outfit der Teilnehmer entspricht mit Wanderschuhen und Rucksack dem Anlass. Parkplätze sind bereits gut frequentiert. Um den Wendehammer gegenüber dem Berufsbildungszentrum herrscht gute Stimmung. Dort erwarten Mitarbeiter von „Zellers Weinlounge“, Kooperationspartner des Citymanagements, die Wanderer. An Biertischen und unter Sonnenschirmen werden vor der „Cuvée Weinbar & Vinothek“ aus Kaiserslautern die ersten Gläser gehoben. Bei Bedarf kann am Stand von Zellers Weinlounge ein Weinwanderpass inklusive Wanderglas samt Umhänger erworben werden. Die Leute sind gut drauf. Für Belma, die vor wenigen Tagen ihren 28. Geburtstag gefeiert hat, ist die bevorstehende Wanderung ein Geburtstagsgeschenk ihrer Freunde. Ihnen sind die Veranstaltungen von Zellers Weinlounge – „Wein im Park“ – bekannt. Was liegt da näher, als gemeinsam einen schönen Tag um den Humbergturm zu verbringen?

„Geknickte Schoppegläser“ wecken Interesse

Wie die Wanderer eintreffen, tauchen sie nach kurzer Zeit ins junge Grün der Blattspitzen von Buchen und aufblühenden Sträuchern. Welch ein Flair, von altem und erwachendem Baumbestand umgeben zu sein. Nicht zu übersehen ist das zarte Grün von Heidelbeersträuchern. Ein breiter Weg führt hinauf zum Humberg. Bereits nach kurzer Zeit erwarten hausgemachte Pfälzer Dampfnudeln und Weine eines Weinguts aus Mühlheim-Obrigheim die Wanderer. Tische und Bänke laden zum Verweilen ein. Christa Brandmüller und ihr Ehemann Jürgen Mencke sind von der Veranstaltung begeistert. Sie kennen die Fackelwanderung zum Humbergturm und genießen jetzt den Spaziergang durch den frühlingshaften Stadtwald. Zwischendurch nippen sie am gefüllten Weinglas und freuen sich auf die angekündigten „Fleeschknepp mit Meerrettichsoße und Schwenkkartoffeln“.

An einem Stand des Arbeiter- und Samariter-Bundes informieren Michael Bayer und Steffen Becker über Erste Hilfe im Wald. Ein paar Hundert Meter weiter an der Wein- und Seccobar Ochs wecken „geknickte Schoppegläser“ die Aufmerksamkeit der Besucher. Ein Emblem „750 Kaiserslautern“ im Glasboden dient als Erinnerung. Liegestühle und Sitzgelegenheiten laden zu einer Rast und einem Flirt mit der Sonne ein. Die verwöhnt zwischen dem zarten Blattgrün der Buchen. „Das neue Knie“, bückt sich ein älterer Herr und hält seine Hand auf die Stelle. Auch mit 75 Jahren lässt er sich die Wanderung zusammen mit seiner Frau nicht nehmen. „Es geht halt langsamer.“

Humbergturm: 22.000 Besucher im Jahr 2025

Immer wieder wartet eine neue Überraschung. Was sind das für zarte Töne, die den Wanderern zu Ohren kommen? Alex Schick ist es, der sich mit seiner Handpan, einem Blechklanginstrument, am Wegrand niedergelassen hat. Mit seinen Händen entlockt er den Stahlblechschalen wohltuende Klänge. Nach wenigen Schritten blitzt bereits der Sandstein des Humbergturms durchs Geäst der Bäume. Als sei es kaum gealtert, behauptet das Wahrzeichen der Stadt unter hellblauem Himmel seine Position.

Der Humbergturm-Verein ist mit einem Infostand vertreten. Mitglieder halten Miniaturmodelle, Klapp- und Ansichtskarten des Turms zum Kauf bereit. 22.036 Besucher haben die Plattform des Aussichtsturms im Jahr 2025 erstiegen. Hans-Peter Frohberger, stellvertretender Vorsitzender, konnte die genaue Zahl mittels eines Besucherzählers nachweisen.

Mehr Besucher als erwartet

Thomas und Iris Gütermann, die den Weg von Kerzenheim (Donnersbergkreis) nach Kaiserslautern zur kulinarischen Wanderung gefunden haben, genießen den Augenblick um die Mittagszeit bei einem Glas Sundowner auf dem Humberg. „Schöne Veranstaltung. Hat sich gelohnt“, befindet das Ehepaar, das gerne in der Pfalz unterwegs ist. Vorbei an drei weiteren Raststellen und kleineren Zwischenstopps endet die Route nach knapp vier Stunden unterhalb des Schulzentrums Süd. Die kleinen Veilchen am Wegrand sind mit ihren blau-violetten Blüten ein Hingucker auf dem mit braunem Laub bedeckten Waldboden.

Lob gab es für die Organisation der Veranstaltung: Wegweiser und Absperrbänder dienten der Orientierung, Abfallbehälter und Dixie-Klos dem Schutz der Umwelt. Diese Wanderung könnten sie sich auch für die kommenden Jahre vorstellen, sagten etliche Teilnehmer. „Es war sehr, sehr gut. Weit mehr Besucher als erwartet“, bilanzierte Marius Blauth von Zellers Weinlounge am Samstagabend. Den Wunsch vieler Besucher, die Veranstaltung in den kommenden Jahren zu wiederholen, habe er verstanden.

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