Kirchheim
Welche Radprojekte haben Vorrang? Gemeinden im Leiningerland beraten
Vor fünf Jahren war bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung der 21 Ortschaften in der Verbandsgemeinde (VG) Leiningerland beschlossen worden, ein gemeinsames Radverkehrskonzept zu erstellen. Damit beauftragt wurde die Mobilitätswerk GmbH aus Dresden. Das Büro stellte sein Ergebnis dann im September 2022 dem VG-Rat vor. Es beinhaltet eine Dokumentation des bestehenden Radwegenetzes insgesamt und separat für jede Ortsgemeinde. Darüber hinaus sind Vorschläge zu dessen Instandsetzung und Ergänzung unterbreitet worden sowie Anregungen zu Beschilderungen und zur Einrichtung von Fahrradparkplätzen. Die Kommunen sollten Rückmeldungen dazu geben, damit das Konzept hier und da angepasst werden konnte.
Prioritätenliste gefordert
Geschehen ist seither nichts, weil die Gemeinden wegen ihrer meist angespannten Haushaltssituation kein Geld für die Umsetzung haben. Jetzt will die VG stärker unterstützen, weil die große Lösung – der seit 2007 geplante Radweg Leiningertal – im April endgültig begraben wurde. „In einem noch näher festzulegenden Umfang“ werde sie sich an den Kosten beteiligen, versichert die Verwaltung. Sie legt nun allen 21 Räten noch einmal den auf das jeweilige Dorf zugeschnittenen Maßnahmenkatalog vor und fordert dazu auf, eine Prioritätenliste zu erstellen. Auch die Kirchheimer beschäftigten sich damit.
„Was wir da hineinschreiben ist lediglich eine Absichtserklärung, noch kein Beschluss“, betonte Bürgermeister Thomas Dhonau (SPD). Ansgar Galler (FWG) erteilte der Idee, Feldwege für Radler freizugeben, eine grundsätzliche Absage. Als Vorsitzender der Bauern- und Winzerschaft stellte er klar: „Wir sind für die Instandsetzung der Wege verantwortlich und sie sind und bleiben unser Arbeitsbereich.“ Über das BASF-Gelände radele auch kein Unbefugter. Galler stellte zudem die Haftungsfrage, sollte es zwischen Traktor und Rad zu einem Unfall kommen.
Schäden beseitigen
Einstimmig wurde vom Gemeinderat als wichtigstes Projekt die Beseitigung von Oberflächenschäden in der Nähe der Ziegelhütte auf einem Wirtschaftsweg in Richtung Bissersheim festgehalten. Die Priorität zwei bekam das Installieren von Fahrradbügeln beim Ausschankhäuschen auf dem Roten Platz oder ein Hinweisschild auf die Abstellmöglichkeiten für Drahtesel, die es am Bahnhof gibt.