Leiningerland
Aus für Leiningertal-Radweg: Rüttger präsentiert neue Ideen
Dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland schlägt an diesem Abend erst einmal Ablehnung entgegen. Frank Rüttger (CDU) hat soeben dafür plädiert, dass sich die 21-Dörfer-Kommune von den seit fast zwei Jahrzehnten gehegten Plänen für den Radweg Leiningertal verabschiedet. Schließlich hat sich im Lauf der Jahre gezeigt: Sein Bau würde viel aufwendiger und mithin teurer als anfangs gedacht. Und er würde nur in wenigen Abschnitten über den einstigen Bahndamm geführt, der ihm eigentlich als Trasse zugedacht war.
Grünstadt ist schon ausgestiegen
Die Stadt Grünstadt hat sich daher Ende 2024 offiziell aus dem vormaligen Gemeinschaftsprojekt zurückgezogen, das eine Radweg-Verbindung von ihrem Bahnhof bis zum Carlsberger Naturfreundehaus Rahnenhof bescheren sollte. Nun bescheinigt Rüttger den Nachbarn, dass sie für ihren Schlussstrich-Beschluss gute Gründe hatten. Außerdem warnt er in dieser Ausschusssitzung: Wenn die Verbandsgemeinde das Vorhaben trotzdem noch vorantreiben will, muss sie mehrere Hunderttausend Euro zum Beispiel für Naturschutz-Untersuchungen ausgeben.
Der Grüne Branko Šušnjar und der Sozialdemokrat Stephan Schenk allerdings signalisieren zunächst vehement: Zum offiziellen Ausstieg sind sie trotzdem noch nicht bereit. Dabei versucht Rüttger, ihnen mit seinem Vorstoß mehr als nur das Aus der bisherigen Planung anzubieten. Der Verwaltungschef erläutert: Die große Leiningertal-Route wäre ohnehin nur etwas für Freizeit-Radler gewesen. Doch mittlerweile seien eher nützliche Wege gefragt, auf denen Menschen im Alltag zur Arbeit oder zum Einkaufen strampeln und so aufs Auto verzichten können.
Mehr Geld für Alltags-Radwege
Hunderte Verbesserungsvorschläge für solche Verbindungen im Leiningerland stehen in einem Konzept aus dem Jahr 2022, doch dafür zahlen müssten vielfach die notorisch klammen Ortsgemeinden. Rüttgers Vorschlag: Die Verbandsgemeinde könnte da helfen, indem sie ihnen die Millionen überlässt, die sie mit einem Aus für die Touristen-Trasse eingespart. Allerdings räumt der Verwaltungschef ein, dass er da nur eine vage Anregung präsentiert. Um welche Summen es genau geht und wie sie vergeben werden, müsse ausgelotet werden.
Außerdem beteuert er: Trotz eines Ausstiegs aus dem Leiningertalweg-Projekt könne die Grundidee dahinter immer noch verwirklicht werden. Als so ungeheuer aufwendig habe sich das Vorhaben entpuppt, weil hier mit reichlich Fördergeld vom Land ein Radweg nach einschlägigen Normen entstehen sollte: mit hohen Ansprüchen etwa an die Mindestbreite und an den Belag. Stattdessen schlägt Rüttger nun vor, mit kleineren Verbesserungen an vorhandenen Feld- und Wanderwegen entlang der Rahnenhof-Grünstadt-Achse eine nutzbare Verbindung herzustellen.
Nur eine Nein-Stimme
Entstehen würde demnach eine Strecke, die immerhin als Radwanderweg durchginge – mit einem Niveau, das dem vieler Freizeitrouten in der Region entspreche. Nur auf dem Abschnitt zwischen der Altleininger Dradura-Fabrik und dem Kleinsägmühlerhof müssten die Radfahrer nach jetzigem Stand die Landstraße benutzen, sagt Rüttger: „Da fällt mir beim besten Willen keine andere Lösung ein.“ Der SPD-Mann Schenk wiederum signalisiert nach längerer Debatte und einigen Anpassungen bei den offiziellen Formulierungen: Auch er kann da mitgehen.
Also beschließt der Ausschuss am Ende mit großer Mehrheit: Er empfiehlt dem Verbandsgemeinderat, in seiner nächsten Sitzung das förmliche Ende der bisherigen Leiningertalweg-Planung zu besiegeln. Nur der Grüne Šušnjar bleibt hartnäckig: Er stimmt als Einziger gegen den Ausstieg.
Warum Bürgermeister Frank Rüttger seinen Konkurrenten für die Wahl im Juni in dieser Sitzung nicht zu Wort kommen ließ, steht hier.