Leiningerland
Unwetter über dem Leiningerland: So hat es in Carlsberg gewütet (mit Bildergalerie)
Carlsbergs Ortsbürgermeister Patrick Schmitt (CDU) ist noch voll im Stress, als ihn die RHEINPFALZ am Montag gegen 19.30 Uhr anruft. „Keller auspumpen, Baum entfernen, Keller auspumpen, Baum entfernen ...“, stöhnt der 40-Jährige, der selbst bei der Feuerwehr aktiv ist. Es seien Verkehrswege unterspült worden. Ein Ende der Einsätze nach dem Unwetter sei nicht in Sicht. Wie es bei ihm daheim aussehe, wisse er nicht. Er sei direkt vom Büro zum Gerätehaus gefahren.
Diese Dörfer sind ebenfalls betroffen
Markus Ittel, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Leiningerland, spricht von „rund 35 Einsatzstellen, Tendenz steigend“ mit Schwerpunkt in Carlsberg und Hertlingshausen. Aber auch in Altleiningen, Hettenleidelheim, Wattenheim, Neuleiningen, Ebertsheim und Quirnheim seien Schäden aufgetreten. „Über Verletzte ist mir bislang nichts mitgeteilt worden“, sagt er. Insgesamt seien 85 Kameraden in 23 Fahrzeugen unterwegs.
Im Außengelände der zwei Carlsberger Kitas sind – jeweils ganz nah am Haus – Bäume umgestürzt. Auch ist in beide Gebäude Wasser eingedrungen. Bei der Kita Spatzennest kam es durch das marode Dach, lief die Wände hinunter. In mehreren Räumen sind Eimer aufgestellt und Lappen ausgelegt. Die Kinderkiste wurde über die riesigen Pfützen vor den Türen und Fenstern, wo auch viele Hagelkörner lagen, innen nass.
Nadelbaum kracht auf Stromleitung
Ein Feuerwehrmann, der gerade herbeieilt, hat bei sich zu Hause im Böhlweg die Tauchpumpe angeworfen. „Da stand das Wasser 30 Zentimeter hoch“, erzählt er. Kameraden sind derweil bei ihm in der Nachbarschaft: Dort ist ein großer Nadelbaum durchgebrochen und auf die Freiland-Stromleitung gekracht. „Zum Glück ist unser Dach noch heil“, sagt der Eigentümer Roland Vogt.
Hannelore Graf in der Linienstraße hat nicht so ein Glück gehabt. Dort ist am späteren Abend noch das Technische Hilfswerk zugange. Ein Zimmer ist komplett nass.
