Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Sein letzter Neujahrsempfang: Bürgermeister kämpft mit den Tränen (mit Bildergalerie)

„Es war mir eine Ehre“: Bei seinem 16. und letzten Neujahrsempfang wird Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner emotional.
»Es war mir eine Ehre«: Bei seinem 16. und letzten Neujahrsempfang wird Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner emotional.

Auch wenn er bis zum 31. Dezember im Amt bleibt: Bei seinem letzten Neujahrsempfang haben den Grünstadter Bürgermeister die Gefühle übermannt. Über wen sich Klaus Wagner empörte, bei welchem Vorhaben er plötzlich wieder optimistischer ist und warum plötzlich ein bärtiger Geselle in den übervollen Saal rumpelte.

War das jetzt schon Klaus Wagners großer Abschiedsauftritt als Bürgermeister?
Der Christdemokrat wird nach 16 Jahren Ende 2025 aus dem Amt scheiden. Und er hat angekündigt, dass er bis zum letzten Tag mit voller Kraft regieren will. Daher, das sagte er am Ende der Veranstaltung selbst, hätte es bei diesem Neujahrsempfang noch gar nicht so viel um Abschied gehen sollen. Allerdings gehört der Auftritt bei diesem Stadt-Ereignis zu den Bürgermeister-Pflichten, denen er sich immer mit besonders viel Hingabe gewidmet hat. Also übermannten ihn schließlich die Gefühle: Nach seiner gut einstündigen Rede kämpfte er mit den Tränen. Und wenn er nach den weiteren Programmpunkten – Musik der TSG-Blaskapelle, Auftritte der Siedler-Kindertanzgarde sowie ihrer Tanzmariechen und Schlüsselübergabe an den Elferrat – noch einmal das Wort ergriff, musste er jeweils erst einmal schwer durchatmen.

Wer hat beim Grünstadter Neujahrsempfang 2025 gefehlt?
Die Stadtverwaltung überschlägt, das mitsamt Musikern und Siedler-Narren etwa 350 Menschen ins Weinstraßen-Center gekommen waren. Das entspricht der Vorjahres-Schätzung. Allerdings war es diesmal noch voller als 2024. Neben Normal-Bürgern waren zum Beispiel Bundes- und Landtagsabgeordnete, der Bad Dürkheimer Landrat und Vertreter mehrerer Nachbargemeinden vor Ort. Eisenberg etwa bot mit Stadtbürgermeister Peter Funck (FWG) und dem Beigeordneten Ender Önder (SPD) sogar zwei Repräsentanten auf. Aus der Verbandsgemeinde Leiningerland hingegen war kein Offizieller dabei. Verübelt hat das Wagner der Umland-Kommune nicht. Er entschuldigte deren Führung um Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) mit dem Hinweis, dass gleichzeitig Neujahrsempfänge in mehreren Dörfern stattfinden.

Mit welchen Frotzeleien hat Bürgermeister Wagner die meisten Lacher geholt?
Besonders viel gelacht haben die Gäste nach drei Bürgermeister-Gags, von denen nur einer geplant war. In gespielter Verwirrung bezeichnete Wagner Elon Musk als künftigen US-Präsidenten und Donald Trump als dessen Adlatus, um sich dann selbst zu korrigieren: „Ach nein, es war ja umgekehrt.“ Spontan war hingegen sein Scherz über den RHEINPFALZ-Berichterstatter. Der hatte sich vorm Rednerpult kleingemacht, wollte beim Fotografieren den Besuchern nicht die Sicht verstellen. Wagner nutzte den Moment, um ihn eher als vorgesehen offiziell zu begrüßen: „weil er jetzt schon vor mir niederkniet“. Und er machte einen deftigen Scherz über den Siedler-Elferrat. Der hat sich gerade erst für Frauen geöffnet, Wagner bescheinigte ihm: Bislang sei er „eher ein statischer Haufen älterer Männer“ gewesen.

Gab’s auch Frotzeleien auf Kosten des Bürgermeisters?
Die Siedler-Narren schenkten ihm zur symbolischen Schlüsselübergabe Markier-Farbe, Warnweste und einen weißen Schutzanzug für Malerarbeiten. Elferrats-Präsident Manuel Walther erläuterte: So könne der Rathaus-Chef die Markierungen für die umstrittene Fahrradstraße im Kreuzerweg gleich selbst aufbringen, wann immer er wolle. Wagner versprach: „Das mach ich. Wenn ihr im Kreuzerweg einen Schneemann seht: Das bin ich.“

Pflanzt seinen Speer auf: Stadt-Gründer Grindeo.
Pflanzt seinen Speer auf: Stadt-Gründer Grindeo.
Auftritt beim Neujahrsempfang: die Siedler-Kindertanzgarde.
Auftritt beim Neujahrsempfang: die Siedler-Kindertanzgarde.
Beim Grünstadter Neujahrsempfang 2025: Wehrleute um Wehrleiter Jens Michel.
Beim Grünstadter Neujahrsempfang 2025: Wehrleute um Wehrleiter Jens Michel.
Knallvoll: Weinstraßen-Center beim Neujahrsempfang.
Knallvoll: Weinstraßen-Center beim Neujahrsempfang.
Bekommt von den Siedler-Narren Ausrüstung, um den Kreuzerweg als Fahrradstraße zu markieren: Bürgermeister Klaus Wagner mit Elfe
Bekommt von den Siedler-Narren Ausrüstung, um den Kreuzerweg als Fahrradstraße zu markieren: Bürgermeister Klaus Wagner mit Elferratspräsident Manuel Walther.
Bekommt Blümchen: Weingräfin Sarah Herkelrath.
Bekommt Blümchen: Weingräfin Sarah Herkelrath.
Bekommt eine Dankurkunde, weil die TSG-Blaskapelle seit vielen Jahrem beim Neujahrsempfang musiziert: Abteilungsleiterin Elke Sc
Bekommt eine Dankurkunde, weil die TSG-Blaskapelle seit vielen Jahrem beim Neujahrsempfang musiziert: Abteilungsleiterin Elke Scholz.
Auch im Foyer stehen die Gäste: Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Auch im Foyer stehen die Gäste: Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Jetzt auch mit Frauen: TSG-Elferrat.
Jetzt auch mit Frauen: TSG-Elferrat.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Jetzt auch mit Frauen: TSG-Elferrat.
Jetzt auch mit Frauen: TSG-Elferrat.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Grünstadter Neujahrsempfang 2025.
Bürgermeister Klaus Wagner bei seinem letzten Neujahrsempfang.
Bürgermeister Klaus Wagner bei seinem letzten Neujahrsempfang.
»Es war mir eine Ehre«: Bürgermeister Klaus Wagner am Ende seines letzten Neujahrsempfangs.
„Es war mir eine Ehre“: Bürgermeister Klaus Wagner am Ende seines letzten Neujahrsempfangs.

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Über wen hat Wagner geschimpft?
Im Vorjahr hat Grünstadts Bürgermeister kräftig gegen die Bundesregierung ausgeteilt. Nun stellte er zum Ampel-Aus fest: „Sicherheit, Zuversicht und Planbarkeit waren bei dieser Regierungskonstellation nicht im Angebot.“ Empört hat er sich vor allem über den Auftritt der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel bei deren Parteitag. Dort hatte sie unter anderem angekündigt, alle Windräder abzureißen. Wagner sagte: „Als ich das gestern im Fernsehen gesehen habe, bin ich kaum mehr aus dem Sofa hochgekommen. Da ist jenseits jeder Wissenschaft, da bleibt mir die Spucke weg.“ Allgemein warnte er: Angesichts der vielen Krisen vergäßen viele, wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel ist.

Wie beschreibt Grünstadts Bürgermeister die Stimmung in den neu gewählten Gremien?
Im vergangenen Juni war Kommunalwahl. Der neue Stadtrat und die Ortsbeiräte sind laut Wagner „sehr diskussionsfreudig geprägt, aber auch konstruktiv mit Kompromissbereitschaft“. Außerdem gibt’s in der Grünstadter Beigeordneten-Riege erstmals eine Frau. Über die Zusammenarbeit mit Natascha Bechert (FWG) sagte der Christdemokrat: „Das ist eine sehr gute und wichtige Erfahrung.“

Gab’s überraschende Ankündigungen für die weitere Entwicklung Grünstadts?
Ende 2023 hatte Wagner angekündigt, der Neubau des Sanitär- und Umkleidetrakts im Rudolf-Harbig-Stadion könne Mitte 2024 beginnen. Doch bislang ist nichts passiert. Zum Jahresende hatte ihn die RHEINPFALZ damit konfrontiert. Er erläuterte daraufhin die Gründe und sagte, dass es auch 2025 noch keinen Baubeginn geben werde. Beim Neujahrsempfang allerdings hat er sich nun wieder etwas optimistischer gezeigt, den Baubeginn für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Und dem Seniorenbeirat versprach er: Der von diesem Gremium lange ersehnte Trinkwasserbrunnen werde aufgestellt, „noch bevor es zum ersten Mal 25 Grad hat“. Und er ergänzte: „25 Grad kann’s auch schon im April haben.“

Gibt’s Vorhaben, die Wagner vor seinem Amtszeit-Ende noch unbedingt zum Abschluss bringen will?
Der Bürgermeister ließ erkennen: Eigentlich hält er von solchen Ambitionen nicht viel, denn sie können zulasten der Qualität gehen. Aber er wolle versuchen, noch im laufenden Jahr einen neuen Kunstrasen im Rudolf-Harbig-Stadion verlegen zu lassen. Optimistisch ist er, weil sich der Austausch so eines Untergrunds in Sausenheim 2024 überraschend schnell durchziehen ließ.

Der Neujahrsempfang war auch der offizielle Start ins Stadtjubiläumsjahr. Welche Rolle hat gespielt, dass Grünstadt sein 1150-jähriges Bestehen feiert?
Der Rathaus-Chef pries bei jeder Gelegenheit die T-Shirts an, die zum Stadtjubiläum verkauft werden. Und er wurde bei seiner Ansprache von einem Überraschungsgast unterbrochen: Herein kam der als Grünstadt-Gründer Grindeo maskierte Musikschullehrer Volker Gütermann. Damit verbunden war ein Zeitsprung um 1150 Jahre zurück in die Vergangenheit: Der bärtige Geselle kündigte an, hier eine Siedlung zu errichten. Außerdem fragte er Wagner, wer er denn überhaupt sei. Dessen Antwort: „Ich werde hier später mal Bürgermeister.“

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