Sausenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Kunstrasenplatz: Wie die Sanierung möglich wurde

Zur Einweihung des Kunstrasenplatzes beim TuS Sausenheim liefern sich Hans Tisch (Erster Beigeordneter der Stadt, rechts) und de
Zur Einweihung des Kunstrasenplatzes beim TuS Sausenheim liefern sich Hans Tisch (Erster Beigeordneter der Stadt, rechts) und der künftige Ortsvorsteher Sascha Schwalb ein Duell im Elfmeterschießen. Im Tor steht Markus Dörrenbächer, der Leiter des Rewe-Marktes in Hettenleidelheim und Hauptsponsor des Vereins.

Mehr als zehn Jahre haben die Mitglieder des TuS Sausenheim davon geträumt, ihr Fußballfeld sanieren zu lassen. Jetzt endlich ist der Wunsch in Erfüllung gegangen – nicht zuletzt dank eines besonderen Kniffs. Mit einigen außergewöhnlichen Aktionen wurde der neue Kunstrasenplatz am Samstag eingeweiht.

Sausenheim. Fortwährend überall auf dem Platz immer wieder neue Löcher und Stolperfallen, man kam mit dem Flicken gar nicht mehr hinterher: Schon lange war der Sportplatz des TuS Sausenheim „vollkommen hinüber“, wie der Vorsitzende des Vereins, Sascha Jackwerth, am Samstag berichtete. Das Fußballfeld habe sich in seine Bestandteile aufgelöst und dort zu spielen eine permanente Unfallgefahr mit sich gebracht, weshalb das Training zu anderen Sportvereinen verlegt worden sei. „Als ein Lokalderby gegen den VfR Grünstadt anstand, stellte der Schiedsrichter klar, dass er hier nicht anpfeifen werde“, erinnerte sich Jackwerth. Es habe sehr viel Überredungskunst gekostet, damit die Partie doch noch über die Bühne gehen konnte.

Die TuS-Mitglieder sprechen immer von „unserem Rasen“, wenn sie ihr Sportgelände meinen, weil es ihre sportliche Heimat sei, so der Vorsitzende weiter. Eigentümerin ist aber die Stadt, die ihr Areal dem Verein zur Nutzung überlassen hat. Deshalb hatte Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) das Verlegen eines Kunstrasens auch „zur Chefsache“ erklärt.

Tolle Jugendarbeit wird gelobt

Der TuS sei mit seinen etwa 1100 Mitgliedern der zweitgrößte Verein der Stadt und biete sehr gute Jugendarbeit, erzählte der Erste Beigeordnete Hans Tisch (CDU). Es handele sich daher um „eine wichtige Institution in der Stadt“. Allerdings: So ein Projekt mit Kosten von rund einer halben Million Euro darf nicht einfach so in Angriff genommen werden. Da würde die Kommunalaufsicht Einspruch erheben, schließlich sitzt die Stadt auf einem Schuldenberg an langfristigen Krediten von knapp 12,4 Millionen Euro.

Also wurden Zuwendungsmöglichkeiten gesucht, der sogenannte Goldene Plan der Sportstättenförderung schien passend. Tisch berichtete den zahlreichen geladenen Gästen vom Genehmigungsverfahren: „Vor zwei, drei Jahren standen wir an zehnter Stelle auf der Liste der zuschusswürdigen Vorhaben. Dann haben wir den Rasenplatz gegen das Rudolf-Harbig-Stadion getauscht und landeten dadurch auf Rang acht.“

Den Ausschlag für das schnelle Vorrücken auf den ersten Platz habe die Planung des Ingenieurbüros Schmihing gegeben, „die schon fix und fertig in der Schublade lag, wodurch sich unser Projekt von denen der Mitbewerber abhob“, so Tisch. Der Stadtrat habe die Erneuerung der Rasenfläche dann einstimmig bejaht. Dazu seien auch noch eine Zisterne zu installieren, die Flutlichter auf LED umzurüsten und eine Bewässerungsanlage zu schaffen, was wohl im Herbst geschehen solle. Die Gesamtkosten gab der Beigeordnete mit 495.000 Euro an, wovon das Land 115.000 Euro übernehme.

Bewährungsprobe gleich nach Eröffnung

Mit Kunstrasen belegt und bespielbar war der Sportplatz zum Ende des zweiten Quartals. Während der rund achtwöchigen Bauzeit ist der TuS ausgewichen, wie Jackwerth erzählte: „Wir waren beim VfR Hettenleidelheim, beim SV Kirchheim, beim TSV Ebertsheim, beim TuS Altleiningen, beim SV Obersülzen, bei der SG Unteres Eistal in Obrigheim und allen voran beim VfR Grünstadt, wo unsere Jüngsten komplett trainieren konnten.“ Am Samstag stand nun bei Kaiserwetter die erste Bewährungsprobe für das neue Fußballfeld an: ein F-Jugend-Turnier mit 14 Mannschaften aus der Pfalz. „Solche Veranstaltungen möchte ich künftig wieder regelmäßig organisieren“, sagte Jugendleiter Lucas de Sousa.

Bevor es losging, gab es einen Sektempfang mit gespendetem Schaumwein der Winzer Karlheinz Gaul, Otto Grün, Volker Hammer und Fritz Kohl. Zudem war um kirchliche Fürsprache gebeten worden. „Weil es sich auch um eine Begegnungsstätte handelt“, begründete die Zweite Vorsitzende Petra Mayer diesen Schritt.

Der evangelische Pfarrer Christopher Markutzik betonte, dass Sport für das soziale Lernen, die Gemeinschaft und den Austausch untereinander wesentlich sei und man dafür einen Platz brauche. Insofern hätten Sport und Kirche etwas gemeinsam, auch wenn Sportstätten mit keinem Wort in der Bibel erwähnt seien. Segnen könne er das Kunstrasenfeld jedoch nicht, denn im Gegensatz zu den katholischen Glaubensbrüdern dürften protestantische Geistliche keinen Gegenständen, sondern nur Personen den Segen erteilen.

Weitere Wünsche auf der Liste

Zur offiziellen Inbetriebnahme maßen sich Tisch und der designierte Sausenheimer Ortsvorsteher Sascha Schwalb (SPD) im Elfmeterschießen. Letzterer entschied es für sich. Als Torwart verpflichtet war Markus Dörrenbächer. Der Leiter des Rewe-Markts in Hettenleidelheim sei der Hauptsponsor des TuS, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins, Bastian Dahm. Er zählte eine ganze Reihe weiterer Unterstützer auf.

Der TuS ist aber noch nicht wunschlos glücklich. „Ohne undankbar sein zu wollen: Wir hätten gern auf dem von uns seit mehr als 25 Jahren genutzten Sportgelände an der Raiffeisenstraße ein Clubheim“, sagte Jackwerth. Es sei ja kein Geheimnis, dass der Verein die Verantwortung für das Dorfgemeinschaftshaus loswerden wolle. „Aktuell läuft eine Immobilien-Ausschreibung und wir hoffen, bald einen Käufer zu haben“, sagte er. Der nächste Schritt wäre dann – gemeinsam mit der Stadt – eine Lösung zu schaffen, die den Ansprüchen des Männergesangvereins (der das Gebäude noch nutzt), der Gemeinde und des TuS gerecht werde.

x