Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Allianz für Patienten: Kreiskrankenhaus und Westpfalz-Klinikum bündeln Kräfte

Das Kreiskrankenhaus Grünstadt ist jetzt eng verzahnt mit dem Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern.
Das Kreiskrankenhaus Grünstadt ist jetzt eng verzahnt mit dem Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern.

Damit die Menschen in der Region auch künftig gut versorgt werden, hat das Kreiskrankenhaus Grünstadt einen Kooperationsvertrag geschlossen. Was dahinter steckt.

Im Zuge der Krankenhausreform wird ein System mit 65 bundesweit einheitlichen Leistungsgruppen eingeführt. Der Sinn dahinter: Hospitäler sollen nicht mehr eine möglichst breite Palette an medizinischen Diagnose- und Behandlungsmethoden bereithalten, weil das sehr teuer ist. Vielmehr ist das Ziel, dass sich die Kliniken stärker spezialisieren. Damit aber die Versorgung für Menschen beispielsweise auf dem Land nicht gefährdet wird, sollen die Einrichtungen stärker zusammenarbeiten.

Verwaltungschef: „Müssen Kriterien erfüllen“

Das ist an sich nichts Neues. Auch in Grünstadt werde das schon immer praktiziert, erläutern der Verwaltungschef Markus Kieser und der Ärztliche Direktor Thomas Repmann. Ein Patient mit Herzinfarkt wird beispielsweise schnell in eine andere Klinik, etwa nach Ludwigshafen, geflogen, wo man für solche Fälle gerüstet ist. „Aber jetzt haben wir die Kooperation intensiviert, indem wir einen entsprechenden Vertrag mit dem Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern geschlossen haben“, so Kieser.

Warum diese strategische Partnerschaft so geschlossen wurde, hat vor allem zwei Gründe: Erstens habe es eine sofortige Bereitschaft des Lauterer Hauses gegeben, und dort gebe es zudem eine umfassende Angebotspalette. „Um Leistungsgruppen vom Ministerium zugeteilt zu bekommen, müssen wir Qualitätskriterien erfüllen. Und das Westpfalz-Klinikum deckt alles ab“, erklärt der 56-Jährige. Dem städtischen Klinikum Ludwigshafen fehle zum Beispiel die Kinderklinik. „Wir bündeln unsere Stärken und vermeiden Doppelbehandlungen, was zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit beiträgt“, so Kieser. Und nicht zuletzt sei die Hospitaldichte im Rhein-Neckar-Dreieck hoch, während es zwischen Grünstadt und Kaiserslautern keine Kliniken gebe.

Feste Ansprechpartner und klare Abläufe

Hauptinhalt der Vereinbarung sei eine engere Verzahnung der beiden Häuser. Bei der Partnerschaft gehe es unter anderem um die Mamachirurgie (Eingriffe an der Brust), die Neurologie und Neurochirurgie, die Perinatalbetreuung (Unterstützung von Mutter und Kind rund um die Geburt) und die Urologie. Dafür gebe es jetzt feste Ansprechpartner und klare Abläufe zwischen den Abteilungen beider Einrichtungen. Die Chefärzte der Krankenhäuser haben sich laut Repmann zu einem persönlichen Austausch getroffen und direkte Kommunikationswege festgelegt. „Durch eine hohe Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität soll die bestmögliche Versorgung der Menschen in der Schnittstellenregion West- und Vorderpfalz gewährleistet werden“, erklärt er.

Repmann hebt hervor, dass durch den Vertrag eine hohe Verbindlichkeit geschaffen wurde. Das Lauterer Haus mit 975 Betten habe damit quasi seine Zusage erteilt, dem 184-Betten-Hospital der Basisversorgung in Grünstadt auf jeden Fall zu helfen. Dadurch würden Entscheidungen schneller getroffen. „Wenn wir vorher beispielsweise angefragt hatten, ob das Westpfalz-Klinikum einen Patienten von uns untersucht oder bei sich aufnimmt, konnte es passieren, dass es – aus verschiedenen Gründen – abgelehnt wurde und wir weitersuchen mussten“, erläutert der Chefarzt der Anästhesie.

Freie Krankenhauswahl bleibt unberührt

Generell betreffe diese Situation nur einen recht kleinen Teil der Patienten, der jedoch nicht näher beziffert werden könne. Ein Rettungswagen mit Blaulicht werde von der Leitstelle zum jeweils geeigneten Krankenhaus mit Kapazität gelenkt. Mit anderen Worten: Eine Person mit akutem Schlaganfall wird nicht nach Grünstadt gebracht. „Selbst bei Entbindungen ist der Anteil, bei denen Komplikationen auftreten, eher gering, denn wir nehmen von vornherein keine Frauen mit Hochrisikoschwangerschaften auf“, führt Kieser weiter aus.

Ungeachtet des Kooperationsvertrages werde die freie Klinikwahl der Patienten nicht eingeschränkt. Das bedeutet, dass niemand gegen seinen Willen nach Kaiserslautern gebracht wird, wenn er unbedingt nach Worms oder anderswohin möchte. Das Kreiskrankenhaus Grünstadt hat sich beim Land darum beworben, all seine bewährten Schwerpunkte in der medizinischen Versorgung auch weiterhin ausüben zu dürfen. Kieser erwartet eine Zuteilung der Leistungsgruppen durch das Gesundheitsministerium gegen Ende des dritten Quartals und ist optimistisch, dass seine Einrichtung ein Haus der Regelversorgung in gewohntem Umfang bleibt.

Sie kooperieren jetzt intensiver: Chefärzte sowie Direktoren in den Bereichen Medizin und Verwaltung aus dem Kreiskrankenhaus Gr
Sie kooperieren jetzt intensiver: Chefärzte sowie Direktoren in den Bereichen Medizin und Verwaltung aus dem Kreiskrankenhaus Grünstadt und dem Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern.
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