Grünstadt
Kritik an Bahn: Dieser Halt soll besonders verschmutzt sein
Müll, wohin er schaut: Das beklagt ein RHEINPFALZ-Leser, und zwar am Bahnhof in Grünstadt. Er fahre häufiger mit dem Zug von Eisenberg in Richtung Westen und komme daher auch beim Grünstadter Bahnhof vorbei. Gerade rund um die Gleise in Richtung Autobrücke liege enorm viel „Dreck“ herum, beklagt er, genauso rund um den Parkplatz auf der stadtzugewandten Seite.
Dahinter vermutet er Fußgänger, die über besagte Brücke gehen und ihren Unrat einfach über das Geländer werfen – wobei auch größere Gegenstände dort liegen, zum Beispiel Autoreifen. „Was mich wundert, ist, dass Stadt und Bahn nichts unternehmen“, so der Bahnfahrer, „und es wird schlimmer.“ Obwohl er sich der fehlenden Zuständigkeit der Stadt auf Bahngelände bewusst ist, fordert er von Bürgermeister Klaus Wagner (CDU), zumindest hartnäckig bei der Bahn anzuklopfen und eine Beseitigung des Problems einzufordern, denn: „In anderen Regionen ist es anders.“
Regelmäßige Reinigungsintervalle
Wie die Deutsche Bahn (DB) auf Nachfrage der RHEINPFALZ mitteilt, liege es in ihrem „ureigenen Interesse“, die Bahnhöfe für Kunden in einem ansprechenden Zustand zu erhalten. Grundsätzlich sei es so, dass die Flächen in Gleisnähe, an Bahnsteigen und Zugängen von der Bahn verantwortet werden. Auch die Gleise selbst seien DB-Eigentum. Bei den Empfangsgebäuden sieht das zumindest teilweise anders aus: Nicht jedes von ihnen gehöre noch der Bahn, manche habe sie inzwischen abgetreten, so eine Bahnsprecherin, die ergänzt: „Die Vorplätze gehören in der Regel den Städten und Gemeinden.“ In Grünstadt ist das Gebäude Eigentum der DB.
Um die Sauberkeit zu gewährleisten, gebe es regelmäßige Reinigungsintervalle, wobei die Sprecherin nicht benennt, um welche Zeiträume es sich genau handelt, aber: Die Mitarbeiter des DB-Services seien „in der Regel mehrmals wöchentlich sowie bei Bedarf zusätzlich aktiv“. Auch finanziell gibt sie lediglich eine Gesamtübersicht: Um die 100 Millionen Euro wende die Bahn für die Reinigung der Bahnhöfe in Deutschland auf. „Detaillierte Angaben für einzelne Bahnhöfe liegen uns derzeit nicht vor“, teilt sie mit.
Kritik an Vorgehen der Bahn
Diesbezüglich hatte es vor etwa einem Jahr Kritik an der Deutschen Bahn gegeben, denn wie der Spiegel berichtete, sollten die Reinigungsarbeiten bis Ende 2024 reduziert werden. Der Grund dafür sei finanzieller Druck aufseiten der DB sowie der folglich angeordnete Sparzwang. Der Fokus sollte dabei auf den Reinigungsarbeiten in den Bahnhofsgebäuden liegen. Auch die „sicherheitsrelevanten Gleisreinigungen“ hatte die Bahn weiterhin geplant, wie es im Spiegel hieß.
Auf städtischem Gelände ist die Grünstadter Stadtverwaltung zuständig. Dort gebe es sowohl im Stadtpark, am Kreisel der Auffahrt zur B271, als auch an der Alla-Hopp-Anlage neben dem Bahnhof Brennpunkte, so Stadtsprecher Joachim Meyer. Vor allem, informieren Bauhofmitarbeiter, komme es derzeit vermehrt zu illegaler Müllentsorgung in öffentlichen Mülleimern, weshalb sie die Stadt inzwischen täglich leeren müsse.
Mehr Kontrollen bei Brennpunkten
Damit die Situation in der Alla-Hopp-Anlage nicht überhand nimmt, sei dafür ein Kümmerer im Einsatz, der nur das Areal im Blick behält. Darüber hinaus sei die Stadt am Bahnhof nur für den westlichen Teil des Geländes sowie den Straßenbereich nördlich und südlich zuständig. Meyer bestätigt, dass sich das Müllaufkommen im vergangenen Jahr verstärkt habe. Gibt es einen Brennpunkt, veranlasse die Stadt, dass der Bauhof häufiger kontrolliert. Am Bahnhof selbst sind ihr aber die Hände gebunden.
Hier muss die Bahn ins Handeln kommen und das plant sie offenbar: Sie will laut Pressesprecherin Kontakt mit dem Bahnhofsmanagement Grünstadt aufnehmen und die gemeldeten Problemstellen weiterleiten. Gleichzeitig nimmt die Bahnsprecherin auch die Reisenden in die Verantwortung: Abfälle und Müll sollen in die vorgesehenen und vorhandenen Mülleimer entsorgt werden. Sie ruft auch Anwohner und Fahrgäste auf, Reinigungsbedarf zu melden. Das sei aber nicht so erfolgversprechend, wie der RHEINPFALZ-Leser anmerkt: „Ich habe mich schon öfter gemeldet, aber bei kleineren Problemen gab es keine Reaktion.“ Also wird er selbst tätig und entsorgt den Müll, wenn er ihm auffällt – was scheinbar einfacher ist.
Kontakt
Wer Problemstellen oder Reinigungsbedarf bei der Bahn melden möchte, kann das unter der E-Mail-Adresse feedback@bahnhof.de tun.