Meinung
Gedenkschild: Die Kirchheimer FWG hat eine Chance verpasst
Am 85. Jahrestag der Deportation jüdischer Kirchheimer ist das Gedenkschild mit der Aufschrift „Gurs 1324 Kilometer“ im Dorf feierlich enthüllt worden. Leider muss es auf Privatgelände aufgestellt werden, denn der Ortsgemeinderat hat die Installation auf öffentlichem Grund mehrheitlich verhindert. Vor allem die Freien Wähler hatten dagegen votiert. Unter den rund 80 bis 90 Teilnehmern der Gedenkstunde am Mittwoch war als FWG-Vertreter lediglich Robert Weiß anwesend – der Mandatsträger, der mit seiner Fraktion wegen der Ablehnung hart ins Gericht gegangen war.
Der FWG, die sich zwischenzeitlich wegen Äußerungen auf ihrer Website gegen Antisemitismus-Vorwürfe wehren musste, hätte es gut zu Gesicht gestanden, Flagge zu zeigen. Zumal das Schild ja wunschgemäß nicht auf gemeindeeigenem Boden platziert wird. Sie hätte durch ihr Erscheinen und eventuell eine kurze Rede ihre offizielle Entschuldigung für verunglückte Formulierungen unterstreichen können. Und sie hätte ihre eigene Aussage betonen können, dass auch die Freien Wähler an die Opfer des NS-Regimes erinnern wollen.
