Grünstadt / Leiningerland Betteln für die Kerwe: Was mit den Spenden passiert

Das Kerwekomitee aus Asselheim beginnt in den nächsten Tagen mit der Sammelaktion für die Kerwe im August – auf dem Foto ein Tei
Das Kerwekomitee aus Asselheim beginnt in den nächsten Tagen mit der Sammelaktion für die Kerwe im August – auf dem Foto ein Teil der Gruppe.

Immer wieder wird im Leiningerland für Feste gesammelt. Wofür die Kerwe-Macher das Geld brauchen – und warum die Kirchheimer ohne Spenden auskommen.

Bald machen sie sich wieder auf den Weg: Auch dieses Jahr werden die Mitglieder des Asselheimer Kerwekomitees, das derzeit aus 45 Aktiven besteht, Spenden für die Kerwe sammeln. „Wir haben Asselheim mit seinen rund 1700 Einwohnern in sechs Bereiche eingeteilt, die wir oft mehrmals ablaufen müssen, bis wir alle Einwohner erreicht haben. Ich bin im letzten Jahr viermal die Runde gelaufen“, erzählt Annika Maier, die seit November 2025 Vorsitzende des Kerwekomitees ist.

Bei den Neuwahlen wurden außerdem Emily Jeblick als stellvertretende Vorsitzende, Yvonne Schirra als zweite Stellvertreterin, Katharina Stanek als Kassenwartin, Peter Mitgude als Schriftführer und Brien Baaden als Jugendbeauftragter gewählt. Um bei der Spendenaktion auch als Mitglieder des Kerwekomitees erkannt zu werden, werden alle das bekannte Polo-Shirt mit der Aufschrift „Kerwe-Komitee“ tragen. „Wir wollen so Betrügereien vermeiden“, betont Maier.

Wurfmaterial und Preise

Von den Spenden werden unter anderem das Wurfmaterial gekauft, wie etwa Gummibärchen, Kaubonbons und Chips, aber auch die Preise für das Schubkarrenrennen und die Kapellen, die beim Umzug mitlaufen, sagt Maier. Die Kerwe beginne traditionell am Donnerstag mit Schlachtfest und Ausgrabung der Kerwe, am Freitag seien schon viele Höfe geöffnet und auch der Kerweplatz. Und am Samstag solle die offizielle Eröffnung stattfinden.

„Am Sonntag ab 9 Uhr machen wir unseren bekannten Weckruf. Vielleicht wird es einen Kerwegottesdienst geben und ab 14 Uhr beginnt unser Umzug, zu dem sich noch Teilnehmer melden können“, so Maier. Natürlich gebe es auch wieder eine Kerwered und das Schubkarrenrennen am Montag mit Luftballon-Weitflug, bevor am Dienstag die Kerwe beerdigt werden soll.

Weißwurst, Fußball und Mundart-Gottesdienst

In Sausenheim wird vom 17. bis 21. September Kerwe gefeiert. Musik auf dem Kerweplatz gibt es von Freitag bis Montag. Das Programm sehe für Donnerstag wieder die lange Tafel auf dem Kerweplatz vor, für Freitag die offizielle Eröffnung, und für Samstagvormittag das Weißwurstfrühstück bei der Sausenheimer Brauerei BrauArt und die Kerwe-Fußballspiele. Ein Mundart-Gottesdienst in der evangelischen Kirche mit Beteiligung des Kerwekomitees ist für Sonntag geplant, bevor nachmittags der Umzug startet.

„Wir gestalten auch wieder unsere eigene Rolle“, sagt Zora Hauch, Vorsitzende des Kerwekomitees. Und für das Wurfmaterial werden die Mitglieder des Kerwekomitees, so wie ihre Asselheimer Kollegen, ebenfalls Spenden sammeln. Dazu wollen sie im August von Haus zu Haus ziehen, dabei auch gleich Flyer verteilen und das Programm vorstellen.

Umzug trotz Sperrung

Anders läuft es hingegen in Kirchheim. Dort wird vom 3. bis 6. Juli das Weinfest gefeiert – organisiert vom Kirchheimer Kerwekomitee (KKK). Dessen stellvertretender Vorsitzender Leon Raaf berichtet: Als eingetragener Verein erwirtschafte das KKK bei Festen wie dem Weihnachtsmarkt oder der Rebblütennacht an seinen Essensständen Gewinne, die es wieder in die Kerwe investiere. „Deshalb sammeln wir bei den Einwohnern von Kirchheim auch kein Geld vor der Kerwe. Lediglich bei den Weingütern bitten wir um Weinspenden, die wieder beim Umzug ausgeschenkt werden – das haben wir in diesem Jahr schon erledigt“, sagt er.

Eine besondere Herausforderung wird dieses Jahr der Umzug am Sonntag. Schließlich ist die Ortsdurchfahrt wegen einer Großbaustelle gesperrt. „Wir haben die Strecke etwas umgelegt, werden ein kleines Stück über einen Feldweg gehen, und so einen Großteil des Ortes abdecken können“, verrät Raaf und ergänzt: „Unser Umzugswagen wird gerade gebaut.“

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