Asselheim Kerwekomitee überrascht von großem Ansturm
Herr Stanek, hätten Sie gedacht, dass der Zulauf nach der zweijährigen Kerwe-Pause wieder so groß sein wird wie vor der Pandemie? Oder hatten Sie Bedenken, dass nicht mehr so viele Leute die Asselheimer Kerwe besuchen, da ja beispielsweise einige Höfe geschlossen hatten?
Wir hatten schon die Erwartung, dass die Asselheimer Kerwe wieder gut angenommen wird, aber das es so voll wird wie dieses Jahr, das hätten wir nicht erwartet. Auch aufgrund der Höfe, die dieses Jahr leider ausgestiegen sind, hätte man diesen Ansturm nicht erwartet. Wir sind aber eigentlich echt zufrieden, dass die Leute wieder so zahlreich zur Kerwe kommen. Sorgen oder Bedenken hatten wir wirklich nicht.
Vor allem am Wochenende war es sehr voll – trotz der Änderungen. Was war denn noch anders?
Wir haben zum Beispiel den Mohrhof, der dieses Jahr neu dazu gekommen ist. Das war anfangs noch gar nicht klar, der ist erst später mit eingestiegen. Der Hof wurde von den Leuten angenommen und die Betreiber waren zufrieden. Das Weingut Echter war auch neu und wurde von Armin Meister bewirtschaftet. Angeboten wurden dort verschiedene Bands mit Eintritt, Samstag war beispielsweise die Band „Grand Malör“ vor Ort, was gut ankam, so wie ich gehört habe. Was mich auch etwas wunderte, dass das Weingut Triebel mit dieser Art Rückzugsmöglichkeit so gut angenommen wird. Die Leute standen sogar schon bis auf die Straße, wobei nur am Samstag Musik angeboten wurde. Ansonsten gab es keine großen Veränderungen, es war eine Kerwe, so wie wir sie aus den Zeiten vor Corona kennen. Die Mitgliederzahl des Kerwekomitees ist durch die Pause nicht geschrumpft, allerdings sind uns Helfer weggefallen. Da hatten wir dann echt gut zu tun, um alles auf die Beine zu stellen.
Das Asselheimer Kerwekomitee feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Glauben Sie, dass die Kerwe mit Blick auf die ganzen neuen Verordnungen eine Perspektive hat?
Wir blicken schon hoffnungsvoll, nicht sorgenvoll, in die Zukunft, und glauben, dass wir als Kerwekomitee weiterhin bestehen können. Natürlich müssen wir da mit den Ordnungsbehörden, der Stadt und den Winzern die Gespräche darüber suchen, wie wir mit den Verordnungen umgehen können. Die können wir ja nicht einfach verändern. Am Sonntag nach dem Kerweumzug haben wir uns mit den Mitgliedern anderer Komitees unterhalten und mitbekommen, dass das bei ihnen auch so schwer ist. In der Eröffnungsrede von Bürgermeister Klaus Wagner war auch angeklungen, dass die Verordnungen uns teilweise echt das Leben schwer machen. Die Stadt selbst kann dagegen auch nichts tun und man möchte gar nicht bedenken, dass die Verordnungen noch verschärft werden könnten, so wie es bereits von 2019 auf 2022 stattfand. Dann kann es natürlich sein, dass da das Brauchtum den Bach runtergeht, weil die Auflagen einfach nicht mehr erfüllbar sind. Die Sicherheitsverordnungen müssen sich ja auch lohnen für unsere Höfe. Wenn die uns wegfallen, wäre die Kerwe auch weg.