Kreis DÜW
Bahnsperrung im Kreis Bad Dürkheim: Die wichtigsten Infos für Pendler
Wie betroffen sind Grünstadter von der Bahnsperrung zwischen Bad Dürkheim und Deidesheim?
In dem Abschnitt Deidesheim – Bad Dürkheim – Freinsheim entfallen seit dem 17. März nahezu alle Züge, sodass auch für Nord-Süd-Pendler aus Grünstadt nur die Alternative mit Ersatzbussen bleibt. Diese fahren von Deidesheim über Freinsheim einmal pro Stunde weiter nach Grünstadt. Nur im morgendlichen Berufs- und Schülerverkehr sind im Abschnitt Bad Dürkheim – Deidesheim noch vereinzelt Regionalbahnen unterwegs. In der Fahrtrichtung Neustadt fahren von Deidesheim aus weiterhin Züge – allerdings zu geänderten Zeiten. Der Zugverkehr zwischen Ramsen/Monsheim, Grünstadt, Freinsheim und Frankenthal verkehrt weiterhin planmäßig.
Warum ist die Strecke gesperrt?
Der Grund sind Dachse: Sie haben im Erdreich gewühlt und im Bahndamm bei Deidesheim „massive Schäden“ verursacht, wie die Deutsche Bahn mitteilt. Erneuert werde eine Strecke von 2,5 Kilometern, damit der Damm das Gewicht des Gleisbetts und der fahrenden Züge wieder tragen kann. Es handelt sich bereits um das dritte Mal, dass in der Vorderpfalz eine Bahnstrecke wegen Dachsschäden gesperrt werden musste: 2022 und 2024 fanden Arbeiten in Rheinhessen und an der Weinstraße statt.
Wie lange wird die Strecke gesperrt bleiben?
Die Bahn hatte ursprünglich den Zeitraum vom 11. Juli bis zum 13. Dezember anvisiert. Kürzlich kamen die verantwortlichen Stellen allerdings zu der Erkenntnis, dass die Dachse bei ihren Grabaktivitäten doch etwas eifriger bei der Sache waren als bislang angenommen. Am 11. März kündigte der DB-Konzern an, dass die Arbeiten früher als geplant beginnen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Streckensperrung trotz des vorzeitigen Sanierungsstarts mindestens bis Ende Dezember andauern wird.
Wie problematisch war der Start des Schienenersatzverkehrs?
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) übte bereits im Vorfeld deutliche Kritik an der Deutschen Bahn: Die kurzfristige Ankündigung der Sperrung habe vor allem Schüler vor erhebliche organisatorische Herausforderungen gestellt. Das bewahrheitete sich in der vergangenen Woche: Zahlreiche Jugendliche, Eltern und Schulvertreter berichteten von chaotischen Zuständen zwischen Bad Dürkheim und Neustadt: Ersatzbusse kamen zu spät, waren teilweise überfüllt oder steuerten bestimmte Haltestellen gar nicht erst an. Der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV) warnte dabei bereits im Vorfeld vor einem „Stolperstart“: Strecken und Fahrpläne hätten nicht getestet werden können und es sei fraglich gewesen, ob überhaupt genügend Busse und Fahrer auf die Schnelle zur Verfügung stünden.
Was hat sich seit der Sperrung beim Ersatzfahrplan getan?
Nach dem holprigen Start des Schienenersatzverkehrs hat die Bahn nachgesteuert: Seit Montag gibt es einen neuen Fahrplan, der mehrere Änderungen vorsieht. Beispielsweise wurden die Fahrtzeiten der Ersatzbusse um je zehn Minuten verlängert, da die geplanten Zeiten zuvor nicht ausreichten. Das verändert für Fahrgäste wiederum die Anschlüsse.
Welche Auswirkungen hat die Sperrung auf den Wurstmarkt?
Das Organisationsteam des Wurstmarkts geht davon aus, dass aufgrund der Sperrung dieses Jahr weniger Menschen das größte Weinfest der Welt besuchen werden. Zuletzt verzeichnete die Stadt Bad Dürkheim für das Jahr 2024 mehr als 600.000 Besucher. Betroffen seien vor allem Gäste aus Richtung Kaiserslautern und Homburg, die in Neustadt umsteigen müssen. Ein weiteres Problem aus Sicht der Organisatoren: die Ankündigung der Bahn, dass die Verbindung zwischen Grünstadt, Freinsheim und Bad Dürkheim bis zum Ende der Sperrung kaum bedient werde. Grund sei ein Mangel an Fahrpersonal, teilte der ZÖPNV mit. Der Zweckverband kündigte gleichzeitig an, Gespräche mit der Bahn führen zu wollen, damit vielleicht doch mehr Züge aus dem Nordosten fahren.