Zwischenbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeister erklärt: Warum in Altleiningen kaum etwas vorangeht

Enttäuscht von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde: Altleiningens Ortsbürgermeister Gunther Schneider.
Enttäuscht von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde: Altleiningens Ortsbürgermeister Gunther Schneider.

Hochwasserschutz, Mehrgenerationenplatz, Neubaugebiet „Holzweg“ – in Altleiningen stehen etliche größere Projekte auf der Agenda. Aber es bewegt sich nicht viel.

Als Hauptthema für das laufende Jahr nannte Altleiningens Ortsbürgermeister Gunther Schneider (WG Dennhardt) im Januar den Hochwasserschutz. Am 6. Februar hat der Gemeinderat dann einstimmig die Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes für 21.310 Euro beschlossen. Was hat sich seither in dieser Angelegenheit getan? „Nichts“, sagt Schneider achselzuckend. Das liege aber vermutlich daran, dass das beauftragte Ingenieurbüro ipr Consult aus Neustadt die Planung für mehrere Dörfer in der Verbandsgemeinde Leiningerland gebündelt vornehme, wodurch Kosten gespart werden sollten, meint er. Immerhin sei ja das Regenrückhaltebecken in Höningen, das lange Zeit vollkommen zugewuchert war, seit vergangenem Jahr wieder funktionstüchtig. „Und inzwischen ist auch die Endabrechnung erfolgt“, blickt er auf den abschließenden Schritt bei diesem Projekt, das rund 20.000 Euro gekostet hat.

Zaun und Überdachung fehlen

Noch immer nicht abgeschlossen ist die Umgestaltung des Geländes rund um den ehemaligen Bahnhof zum Mehrgenerationenplatz. Zwar konnte im Juni die vom Lions Club spendierte Seilbahn auf dem angrenzenden Spielplatz errichtet werden. Und die Elemente des Zauns, der zur Oberen Bahnhofstraße hin aufgestellt werden soll, seien da. „Sie müssen nur noch montiert werden“, sagt der 59-Jährige. Gern würde er die Einfriedung noch in diesem Jahr errichten, „aber das hängt immer davon ab, wie viele Helfer sich finden“.

Der Bau einer Überdachung für die Mehrgenerationenplatz-Sitzgruppe ist beantragt.
Der Bau einer Überdachung für die Mehrgenerationenplatz-Sitzgruppe ist beantragt.

Dagegen hängt es von den Behörden ab, wann die schöne Sitzgruppe an der Boulebahn eine Überdachung bekommt, die die Besucher ebenso vor Regen wie vor Sonne schützen soll. „Das Holz dafür liegt bereit, es ist auch schon zurechtgeschnitten“, informiert der Ortschef. Aber zum Bauantrag, der schon Ende 2022 eingereicht wurde, gebe es noch keine Reaktion vonseiten der Ämter. „Die Mühlen der Bürokratie mahlen halt langsam“, sagt er.

Einweihung erneut verschoben

Vielleicht klappt die komplette Fertigstellung des Mehrgenerationenareals zum jetzt anvisierten Einweihungstermin. Dieser war mehrmals verschoben worden. Zuletzt war angedacht, die offizielle Eröffnung des Platzes am 9. September, einen Tag vor dem Event „Wandern und Genießen“, über die Bühne gehen zu lassen. Doch das hat sich erneut zerschlagen. „Wir haben nicht genügend Zusagen für das Rahmenprogramm erhalten“, sagt Schneider, der jetzt den nächsten Frühling für das Fest angepeilt hat.

Und was macht das Neubaugebiet „Holzweg“, dessen Entwicklung bereits 2002 beschlossen wurde? Zuletzt kam das Projekt nicht voran, weil Ausgleichsflächen fehlten. „Das ist nach wie vor so“, sagt der Bürgermeister. Es werde geprüft, was im Sinne einer „funktionalen Kompensation“ möglich ist. „Ich bin in diesem Zusammenhang sehr enttäuscht von der Unteren Naturschutzbehörde und auch von der Bauabteilung der VG“, so Schneider. „Die bewegen sich nicht, wenn man nicht ständig bei denen auf der Matte steht.“

Markierungen für acht Pkw-Stellflächen

Eine kleine Bewegung habe es hinsichtlich der Parkplatzsituation in der Höninger Straße gegeben, die von dem kleinen Altleininger Ortsteil in Richtung Kleinsägmühlerhof führt. Mit der Verbesserung der Lage beschäftigt sich die Gemeinde ja auch erst seit 2019. „Die verkehrsrechtliche Anordnung ist jetzt da“, berichtet Schneider. Es geht um acht Pkw-Stellflächen, die noch markiert werden müssen. Für die Hälfte davon ist Altleiningen zuständig, für die anderen vier Stück der Landesbetrieb Mobilität in Speyer.

Recht zufrieden zeigt sich der Ortschef über den Fortgang des Breitbandausbaus durch die Firma Mawacon. „Das läuft im Großen und Ganzen geräuschlos“, resümiert er. Allerdings klappten die eigentlich vorgesehenen wöchentlichen Baubesprechungen nicht. „Die Verbandsgemeinde kommt nicht in die Pötte.“

Die Serie

Für unsere Serie „Zwischenbilanz“ haben wir bei den Bürgermeistern nachgehakt, wie es mit Projekten vorangeht, die für ihre Gemeinden besonders bedeutend sind. Wir knüpfen damit an die Gespräche zum Jahreswechsel an und wollen wissen, ob alles nach Plan läuft, ob es Fortschritte oder Rückschläge oder sonstige Überraschungen gab.

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