Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Wirtschaftsforum: Stadt will Betriebe aktiver fördern

Der OB hofft für die wirtschaftliche Entwicklung Frankenthals auf eine Erweiterung des Industriegebiets Am Römig.
Der OB hofft für die wirtschaftliche Entwicklung Frankenthals auf eine Erweiterung des Industriegebiets Am Römig.

Was fördert und ermöglicht Innovation, was kann sie bremsen oder verhindern? Das sind die zentralen Fragen beim ersten Frankenthaler Wirtschaftsforum nach der Corona-Zwangspause gewesen. Dass geplanter Fortschritt nicht nur Unternehmer, sondern auch die Kommune selbst beschäftigt, hat Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) am Beispiel der Innenstadtentwicklung verdeutlicht.

14,5 Millionen Euro – diese Summe soll in den kommenden zehn Jahren in verschiedene Projekte fließen – große wie die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds oder die Sanierung des Erkenbert-Museums, kleinere wie den Ausbau einiger Straßen rund um den Stadtkern zwischen den Toren. Er gehe davon aus, dass jeder Euro, der in diese Frischzellenkur fürs Frankenthaler Zentrum gesteckt werde, das Sechs- bis Achtfache an Folgeinvestitionen auslöse, sagte Hebich beim Treffen von Kommunalpolitik, Wirtschaft und Verwaltung im Congress-Forum am Dienstagvormittag.

Citymanager gesucht

Aktiver als bisher möchte der OB mit dem Neustart nach der Pandemie auch die städtische Wirtschaftsförderung betreiben. Neben deren Leiter Steven Müller seien in der dazugehörigen Stabstelle die Positionen für Stadtmarketing und Tourismus inzwischen besetzt. Ausgeschrieben sei die Stelle eines Citymanagers, der sich um Image und Attraktivität der Innenstadt kümmern soll. In diese Richtung zielt zudem eine Einzelhandelskampagne, die Hebich für Juni ankündigte.

Der Verwaltungschef zeigte auch Perspektiven bei den Gewerbeflächen auf, wo Betriebe wachsen oder sich neu ansiedeln können. Der Einheitliche Regionalplan der Metropolregion Rhein-Neckar sehe hier Potenzial für eine Erweiterung der Industriegebiete Am Römig und Nord vor. Die Stadt selbst wolle aber mit dem strategischen Ankauf von geeigneten Grundstücken die ökonomische Entwicklung Frankenthals vorantreiben.

Krise als Treiber

Die drei Impulsreferate, die im CFF auf dem Programm standen, lieferten unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema Innovation. Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Langefeld beschrieb die vom Ukraine-Krieg verschärfte Energiekrise als Treiber für den Umbau kommunaler Versorger. Sie würden von reinen Lieferanten von Gas, Wasser, Strom und Wärme immer mehr zum Anbieter von Gesamtlösungen für ihre Kunden, etwa bei Photovoltaik oder E-Mobilität.

Thomas Decke, Leiter des Amazon-Logistikzentrums Frankenthal, stellte technische Neuerungen bei der Sortierung und Verpackung von Warensendungen vor. Steffen Blaga, bei der Industrie- und Handelskammer Pfalz für Innovation, Umwelt und Existenzgründung zuständig, nannte als Hemmnis über alle Branchen hinweg die Unsicherheit bei Energie- und Rohstoffpreisen sowie den Fachkräftemangel.

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