Frankenthal
Wahlkreis 35: Baldauf sieht Ansporn, Haller feiert Sieg im Land
Im Wahlkreis sei es im Gegensatz zur Landesebene gelungen, den Bürgern seine Herangehensweise an Probleme zu vermitteln, sagt Christian Baldauf. Und das sei aus seiner Perspektive auch kein Trostpflaster, sondern Bestätigung für bisher Geleistetes in Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Und diese Arbeit will der 53-jährige Christdemokrat als erneut direkt gewählter Landtagsabgeordneter fortsetzen. Über alles andere wolle er erst einmal schlafen. Die nächsten Schritte seien jetzt die Analyse der Wahlergebnisse im CDU-Bundesvorstand am Montag und dann die Konstituierung der neuen Fraktion am Mittwoch.
Bindert sieht Maskenaffäre als Ursache
„Das, was Malu Dreyer im Land ausmacht, gilt für Christian Baldauf in Frankenthal“, sagt CDU-Kreisverbandsvorsitzende Gabriele Bindert. Das Ergebnis in seiner Heimatstadt sei das Resultat guter Arbeit und eines engagierten Wahlkampfs unter erschwerten Bedingungen. Dass es im Land nicht für einen Wechsel gereicht habe, bedauere sie, sagt Bindert, die dafür neben der Maskenaffäre auch die ungeklärte Frage des CDU-Kanzlerkandidaten als Ursache sieht.
Gegen den Spitzenkandidaten der Christdemokraten in dessen angestammtem Wahlkreis verloren zu haben, damit kann SPD-Bewerber Martin Haller (Lambsheim) gut leben. „Ich kann damit zufrieden sein. Für ihn zählt das Landesergebnis: „Das ist ein großer Tag für die SPD in Rheinland-Pfalz.“ Es sei aber auch ein „Sieg für die Ampel“, das Mainzer Regierungsbündnis aus SPD, Grünen und FDP. An seinen persönlichen Plänen, die Arbeit als Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion fortsetzen zu wollen, habe sich „heute Abend“ noch nichts geändert, sagte Haller. Dass ihm die Corona-Pandemie keinen direkteren Wahlkampf erlaubt habe, darüber will er nicht klagen: „Die Bedingungen waren in dieser Hinsicht für alle gleich.“
Schwarzendahl: Hatten fest mit Einzug gerechnet
Von einer „surrealen Situation“ spricht SPD-Stadtverbandsvorsitzende Magali Leidig-Petermann mit Blick darauf, dass sie den Wahlabend nicht mit ihren Parteifreunden, sondern zu Hause vor dem Computer verbringe. Im Kampf ums Direktmandat habe die Partei versucht, „was möglich war“. Martin Haller habe als Erster die Idee mit den „Infoständen to go“ entwickelt. Aber gegen den Spitzenkandidaten Baldauf und dessen Präsenz sei mehr wohl nicht drin gewesen.
„Wir hatten diesmal fest mit dem Einzug in den Landtag gerechnet“, sagt David Schwarzendahl, Spitzenkandidat der Partei Die Linke. Er und seine Mitstreiter hätten im Wahlkampf „alles gegeben“ und von Bürgern viel Zuspruch erhalten. In Frankenthal würden kleine Parteien „massiv benachteiligt“, kritisiert Schwarzendahl, Linke-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, und verweist unter anderem auf den von der Verwaltung genehmigten „Weihnachtsgruß“ von Christian Baldauf im Dezember. Über sein eigenes Ergebnis ärgere er sich, sei aber dennoch den Menschen dankbar, die ihm ihr Vertrauen geschenkt haben. Die soziale Frage werde im künftigen Landtag keine Lobby haben, befürchtet der Linke-Spitzenkandidat.
Trapp: Hatten mit Verlusten gerechnet
„Wir hatten mit Verlusten gerechnet“, sagt Hartmut Trapp, AfD-Kreisverbandsvorsitzender, angesichts der Anfang März öffentlich gewordenen Nachricht, dass der Verfassungsschutz die AfD bundesweit als Rechtsextremismus-Verdachtsfall einstuft. Er sei zufrieden, dass seine Partei zumindest in Frankenthal zweistellig bleibe. Kritik übt Trapp an den Wahlplakaten aus der Landeszentrale. Sie seien „nichtssagend“ und man erkenne nicht, für welche Partei geworben werde. Deshalb hätten er und seine Parteikollegen in Frankenthal nicht so viel Wahlwerbung aufgehängt, wie möglich gewesen wäre.