Frankenthal
„Im Haller- und Baldauf-Land nichts anderes erwartet“

Von einem „nicht besonders guten Ergebnis“ spricht Direktkandidat Stefan Scheil (AfD) mit Blick auf die Prognosen am Sonntagabend. Zwar bleibt die AfD drittstärkste Kraft im Land, mit drei, vier Prozentpunkten Verlust im Vergleich zur Landtagswahl 2016 ist er aber nicht zufrieden. „Auf Landesebene haben wir gute Sacharbeit gemacht“, findet Scheil. Doch bei den Wählern seien wohl vor allem die Streitigkeiten auf Bundesebene hängen geblieben. Mit seinem Ergebnis im Wahlkreis ist Scheil zufriedener: „Die zwölf, dreizehn Prozent sind in Ordnung.“
Enthusiastischer ist Nuran Aras-Tayanc (Grüne). „Wir haben zugelegt und die Zahlen zeigen, dass wir gewünscht sind“, sagt sie mit Blick auf das landesweite Ergebnis. Sie könnte sich eine Fortführung der Ampel-Koalition aus SPD-, Grüne- und FDP-Fraktion vorstellen, „auch wenn es manchmal etwas geruckelt hat“. Dass sie das Ticket nach Mainz nicht direkt gelöst hat, stimmt sie nicht traurig. „Es war wichtig, dass wir als Grüne in Frankenthal ein Zeichen setzen.“ Sie hätte sich bewusst aus familiären Gründen „nicht so weit vorne“ platziert.
„Als Landes-FDP darf man schon zufrieden sein“, meint Direktkandidat Jürgen Maring (FDP) am Wahlabend. Dass bei der „eher nüchternen Regierungsarbeit“, die selten für Schlagzeilen gesorgt habe, ein stabiles Ergebnis bei rumgekommen sei, freue und überrasche ihn sogar. „Wirklich traurig ist es meiner Meinung nach für CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf. Er badet jetzt die Fehler anderer aus“, sagt Maring mit Blick auf die Maskenaffäre. Dass er es direkt nach Mainz in den Landtag schafft, „war sowieso illusorisch“, sagt Maring. „Im Land von Haller und Baldauf habe ich nicht mehr erwartet.“
Besonders fröhlich ist am Sonntagabend Tobias Reuter (FW): „Auf Landesebene sieht es doch super für uns aus“, freut er sich, dass die Freien Wähler wohl in den Landtag einziehen werden. Er hoffe nun, dass die Partei die Möglichkeit bekomme, „Dinge zu bewegen“ – am besten in einer Regierungskoalition. Dass er es als Direktkandidat schwer gehabt hat, begründet Reuter auch damit, dass seine Partei „noch nicht so bekannt“ sei.
