Frankenthal
Umfrage zur OB-Wahl: Wie Bürger die Bewerber einschätzen
Bei der Kür des neuen Stadtoberhaupts am 25. Juni zählen natürlich auch Inhalte, aber in erster Linie ist sie eine Direktwahl. Insofern geben bei der Frage, wem die wahlberechtigten Frankenthaler ihre Stimme geben, nicht zuletzt auch persönliche Eigenschaften der fünf Bewerber den Ausschlag. Das Mannheimer Institut für Communication- und Marketing-Research (CMR) hat im Auftrag der RHEINPFALZ deshalb auch das jeweilige Profil von Martin Hebich (parteilos), Aylin Höppner (SPD), Bernd Knöppel (CDU), Nicolas Meyer (FWG) und Immanuel Pustlauck (Grüne) abgefragt.
Der erste Blick auf die Zahlen legt vor allem einen Schluss nahe: Es gibt schon so etwas wie einen Amtsbonus – zumindest im Fall von CDU-Mann Bernd Knöppel, der als Bürgermeister schon länger stärker im Lichte der Öffentlichkeit steht, und von SPD-Frau Aylin Höppner, die als Chefin der Stadtratsfraktion an prominenter Stelle aktiv ist. Und obwohl mit Martin Hebich ja auch der aktuelle OB auf dem Stimmzettel steht, fährt er über die fünf untersuchten Kategorien eher schwache Werte ein – was aber mutmaßlich primär damit zusammenhängt, dass er antritt, um Versorgungsansprüche abzusichern. Weitere acht Jahre an der Stadtspitze strebt er aus persönlichen Gründen nicht mehr an.
Knöppel: „Ausbaufähig“
Knöppel, der bei der Sonntagsfrage, wie am Donnerstag berichtet, mit 21 Prozent aktuell leicht die Nase vorn hat, ist in der Wahrnehmung der Befragten dann auch derjenige mit dem ausgeprägtesten Profil: Diejenigen, die am 25. Juni zur Wahl gehen wollen, halten ihn im Vergleich zu den weiteren vier Bewerbern mit teils deutlichem Abstand für bürgernäher, fachlich kompetenter, sympathischer, führungs- und umsetzungsstärker. CMR-Chef Werner Dieing relativiert: „Knöppel liegt damit zwar besser als die anderen, die Werte sind aber ausbaufähig.“ Ein Etablierter wie er müsse bei Punkten wie Sympathie in Bereiche zwischen 70 und 80 Prozent, bei der Führungsstärke zwischen 60 und 70 Prozent kommen.
Ordentlich schneidet bei den ihr von den Teilnehmern der Stichprobe zugesprochenen Eigenschaften auch Sozialdemokratin Höppner ab: In den Kategorien Bürgernähe, Kompetenz und Sympathie liegt sie vor dem FWG-Kandidaten Nicolas Meyer. Bei der Sonntagsfrage, also der eigentlichen Wahlentscheidung, zahlt sich das für Höppner allerdings nicht aus, hier rangiert sie zwei Prozentpunkte hinter Meyer und fünf hinter Knöppel.
Meyer: „Konversion stimmt“
Nach Einschätzung von Meinungs- und Marktforscher Dieing gelingt es Meyer als Vertreter einer vergleichsweise kleinen politischen Gruppe extrem gut, die mit ihm verknüpften Eigenschaften und seinen noch ausbaufähigen Bekanntheitsgrad (51 Prozent) in Zustimmung und insofern in mögliche Wählerstimmen umzumünzen. „Im Marketing würde man sagen: Die Konversion stimmt“, sagt Dieing. Das spreche seiner Einschätzung nach dafür, dass Nicolas Meyer seine potenziellen Wähler eher auf der emotionalen Ebene erreiche. Beim Christdemokraten Knöppel sei die Einschätzung rationaler geprägt.
Interessant ist auch ein Blick auf die jeweiligen Spitzenwerte der Kandidaten in den fünf abgefragten Kategorien: Während Knöppel mit 60 Prozent bei der Bürgernähe am meisten punktet, haben Meyer (42 Prozent), Höppner (50 Prozent) und Pustlauck (23 Prozent) ihren besten Wert bei der Sympathie. Martin Hebich wirkt auf die Befragten kompetent und landet hier bei 35 Prozent. Am schwersten tun sich die Teilnehmer der CMR-Umfrage übrigens mit der Bewertung, wer Frankenthal voranbringt. Sieben Prozent sagen: keiner der Kandidaten. 16 Prozent sagen: weiß ich nicht.
