Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Umfrage zur OB-Wahl: Priorität auf Sicherheit und Sauberkeit

Knallvolle Mülleimer sind den Frankenthalern ein Graus.
Knallvolle Mülleimer sind den Frankenthalern ein Graus.

Sollten nicht Klimaschutz oder Mobilität der Zukunft die prägenden Themen in der kommenden Amtszeit eines Frankenthaler Oberbürgermeisters sein? Die Teilnehmer der CMR-Umfrage im Auftrag der RHEINPFALZ sagen: Nein. Für sie sind Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt deutlich wichtiger.

Hinweise auf überfüllte Mülleimer und Vandalismus – sie landen häufig auf den Schreibtischen in der Lokalredaktion und sie beschäftigen mit großer Regelmäßigkeit auch die kommunalen Gremien. Und auch in der telefonischen Umfrage, die das Mannheimer Institut für Communication- und Marketing-Research (CMR) im Auftrag der RHEINPFALZ mit Blick auf die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in der vergangenen Woche gemacht hat, stehen Sauberkeit und Sicherheit in der Stadt auf der Liste der wichtigsten Themen ganz oben – mit 94 Prozent. Hierfür sollte sich das künftige Stadtoberhaupt nach Auffassung derjenigen, die sich für einen Kandidaten, eine Kandidatin entschieden haben, besonders einsetzen.

Klimaschutz ist Frauensache

Mit einem gewissen Schmerz dürften die Grünen, deren Kandidat Immanuel Pustlauck Verkehrs- und Klimawende zu den zentralen Zielen seines Programms zählt, insofern aufnehmen, dass genau diese Themen im Ranking der Befragten keinen der vorderen Plätze erreichen: Klima- und Umweltschutz sortieren die Teilnehmer der Umfrage auf Rang vier (79 Prozent) und das Vorantreiben der Verkehrswende auf Platz sechs (70 Prozent) ein.

Spannend bei beiden Punkten: Sie sind Frauen deutlich wichtiger als Männern. Während 92 Prozent der weiblichen Befragten den Klimaschutz als vordringliches Arbeitsfeld für einen künftigen OB halten, ist das nur bei 68 Prozent der männlichen Teilnehmer der Fall. Bei der Mobilität liegen die geschlechterspezifischen Werte um zehn Punkte auseinander: 65 Prozent bei den Frauen, 75 Prozent bei den Männern. Interessanterweise sieht laut den CMR-Ergebnissen die Generation 60 plus eine größere Notwendigkeit zum Handeln als die 18 bis 59-Jährigen. Die Älteren nennen den Klimaschutz zu 83 Prozent als Priorität, die Jüngeren nur zu 76 Prozent.

Platz zwei: Wohnungsbau

Die Top 3 vervollständigen zwei Themen, die ebenfalls in hoher Frequenz und mit unterschiedlicher Perspektive auf der kommunalpolitischen Agenda auftauchen: Verbesserungen auf dem angespannten Wohnungsmarkt wünschen sich laut CMR 92 Prozent der Befragten, die sich schon für Pustlauck, Aylin Höppner (SPD), Bernd Knöppel (CDU), Nicolas Meyer (FWG) oder den aktuellen OB Martin Hebich als parteilosen Einzelkandidaten entschieden haben. Für die Frauen, die knapp mehr als die Hälfte der 500 Befragten ausmachen, ist die Schaffung neuen Wohnraums übrigens genauso wichtig wie Sauberkeit und Sicherheit: 93 Prozent.

Platz drei der Rangliste: Für 87 Prozent zählt eine attraktive Innenstadt zu den Topthemen der am 1. Januar 2024 startenden achtjährigen Amtszeit des neuen Oberbürgermeisters. Die Sorge, dass sich Abschwung und Leerstände verstärken, ist also groß – und auch in diesem Fall bei den Damen mit 85 zu 90 Prozent größer als bei den Herren.

Schlusslicht Gewerbeflächen

Schlusslicht ist ein Wirtschaftsthema: Während die Verwaltung neue Gewerbe- und Industrieflächen unter anderem in Ergänzung der Gebiete Nord und Römig vorantreiben möchte, sieht das nur die Hälfte der vom Mannheimer Institut befragten Frankenthaler so. Jung und Alt sind sich hier einig. Mehr Flächen für Betriebe halten übrigens fast zwei Drittel der Frauen für überflüssig.

Zur Sache: Die Methode

Für die Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl in Frankenthal hat das Mannheimer Meinungsforschungsinstitut CMR vom 22. bis 26. Mai telefonisch 500 Personen im Alter ab 18 Jahren befragt, die in der Stadt bei der OB-Wahl am 25. Juni wahlberechtigt sind. Erhoben wurde eine repräsentative Stichprobe. Bei den angerufenen Haushalten kam das „Last-Birthday-Verfahren“ zum Einsatz. Befragt wurde also das Mitglied des Haushaltes, das wahlberechtigt ist und zuletzt Geburtstag hatte. Angerufen wurden nur Festnetznummern, da Mobilfunknummern nicht lokal verortet sind. Die jüngeren Wähler seien so etwas unterrepräsentiert. Die Daten wurden daher anhand aktueller Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems unter anderem nach Alter und Geschlecht gewichtet.

Die bisherige Berichterstattung über die Umfrage zur OB-Wahl finden Sie hier und hier.

Nur im Mittelfeld: das Thema Klima- und Umweltschutz.
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Nur die Hälfte der Befragten ist für neue Gewerbeflächen.
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