Frankenthal
Tablet-Lieferung für Schulen deutlich verspätet
Ob der Begriff „Sofortausstattungsprogramm“ in diesem Zusammenhang noch so gut passt? Abgestimmt mit Schulleitern und Kommunalpolitik hat die Stadt Ende September beim Land über den sogenannten Fördertopf für 430.000 Euro zunächst 929 mobile Endgeräte bestellt, um Kinder und Jugendlichen aus ärmeren Familien die Teilnahme an digitalem Unterricht in Corona-Zeiten zu ermöglichen. Vor den Weihnachtsferien war in geteilten Klassen oder im Quarantänefall schon wieder Homeschooling angesagt, im neuen Jahr soll es erst einmal so weitergehen. Doch die dafür benötigten Tablets und Notebooks sind laut Stadt immer noch nicht in Frankenthal angekommen.
Schulen sind informiert
Angekündigt waren sie für Anfang Dezember, geliefert werden die ersten 566 IPads, hofft die Verwaltung, „zwischen den Jahren“, also vom 28. bis 30. Dezember. Die für 13 Schulen vorgesehenen Geräte werden, so plant die Stadt, ab 4. Januar „technisch und administrativ“ aufbereitet und eine Woche später dann verteilt. Darüber habe man die Schulen in der vergangenen Woche informiert, erklärt die Stadt dazu auf RHEINPFALZ-Anfrage.
Die Empfänger der fehlenden 363 Laptops, die an sechs Schulen zum Einsatz kommen sollen, werden sich aber ebenso noch eine Weile in Geduld üben müssen wie diejenigen, die von einem Bonus des Landes profitieren: Rheinland-Pfalz hatte nämlich über den Nachtragshaushalt noch geregelt, dass für vier Geräte aus dem ursprünglichen Förderprogramm ein fünftes „draufgelegt“ wird. Für Frankenthal bedeutete das noch einmal 136 IPads und 85 Laptops im Wert von weiteren 100.000 Euro zusätzlich.
Grünes Licht für WLAN
„Mitte Januar“ könnte es nach jetzigem Stand soweit sein, dass auch diese zweite Tranche mit noch einmal 584 Geräten bei der Stadt eintrudelt. Als Grund für die Verzögerung hatte Beigeordneter Bernd Leidig (SPD) schon im November von Lieferschwierigkeiten gesprochen. Zur Erklärung: Beschafft werden alle Computer – sowohl aus dem Sofortausstattungs- als auch aus dem Bonusprogramm – zentral aus einer Quelle über einen Rahmenvertrag des Landes mit dem Mainzer Unternehmen Rednet AG.
Unabhängig davon hat der Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung den Weg für die Ausstattung aller 19 Frankenthaler Schulen in städtischer Trägerschaft mit drahtlosem Internet freigemacht. Der entsprechende Auftrag im Gesamtvolumen von rund 2,7 Millionen Euro geht nach einstimmigem Votum der Fraktionen an die Firma The Cloud Networks Germany GmbH (Heinsberg). Finanziert wird das Projekt über den Digitalpakt Schule, der aus Mitteln des Bundes gespeist wird. Sollte die für die Verteilung des Geldes zuständige Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz, grünes Licht geben, könnten die Arbeiten bis zum Sommer erledigt sein.
Baldauf will „Taskforce“
Unterdessen hat der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Baldauf seinen Parteifreund, Oberbürgermeister Martin Hebich, schriftlich dazu aufgefordert, in Frankenthal eine „Taskforce“ zu gründen, die sich mit der digitalen Ausstattung der Schulen beschäftigt. Er habe in den letzten Tagen viele Beschwerden von Lehrern, Eltern und Schülern bekommen. In deren Zentrum stehe neben der Beschaffung der mobilen Endgeräte auch die Leistungsfähigkeit der Internetanschlüsse.
Die von ihm geforderte Arbeitsgruppe der Verwaltung müsse sich darum kümmern, „die Voraussetzungen für den weiteren Unterricht ab Anfang Januar auch in digitaler Form zu schaffen“. Weil das Land seinen Vorschlag, mit Sofortprogrammen auf die aktuelle Situation zu reagieren, nicht aufgegriffen habe, wende er sich nun an die Stadt, schreibt Baldauf an Hebich.