Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt will bei Schulen in digitale Zukunft starten

Flächendeckendes WLAN in allen 19 Frankenthaler Schulen: Dieses Ziel könnte schon im kommenden Jahr erreicht werden.
Flächendeckendes WLAN in allen 19 Frankenthaler Schulen: Dieses Ziel könnte schon im kommenden Jahr erreicht werden.

Der Aufbau digitaler Infrastruktur an den Frankenthaler Schulen soll deutlich schneller als bisher absehbar ins Werk gesetzt werden. Nach Vorstellung der Stadt soll ein Unternehmen das Projekt zentral steuern: vom Einbau der Netzwerke übers Einrichten bis zur Betreuung des Systems in der Anfangszeit. Trotzdem: Ein paar Hürden sind noch zu nehmen.

„Keine Sorge, wir wissen, was wir tun“ – sinngemäß und stark verkürzt ist das die Botschaft, die Tim Gülicher zwischen den Zeilen seines Vortrags am Dienstagabend im Schulträgerausschuss loswerden möchte. Der Geschäftsführer der Firma The Cloud Networks Germany GmbH schildert detailliert, was seine Leute in den Frankenthaler Schulen bewerkstelligen würden, wenn sie von den kommunalpolitischen Gremien der Stadt grünes Licht dafür bekommen: eine Komplettausstattung mit drahtlosem Internet inklusive dessen Einrichtung und Betreuung im Verlauf der ersten drei Jahre nach Einbau. Kostenpunkt: rund 2,7 Millionen Euro. Finanzieren möchte die Stadt das aus Fördermitteln, die der Bund den Kommunen über den Digitalpakt Schule zur Verfügung stellt.

Gülicher zufolge hat in den zurückliegenden Wochen eine intensive Bestandsaufnahme in den Schulgebäuden stattgefunden. „Wir messen jedes einzelne Kabel, das wir finden “, schildert der IT-Experte. Infrastruktur, die sinnvoll weiter zu nutzen sei, bleibe Teil des jeweiligen Netzwerks. Neue Komponenten würden, sofern dafür lärmintensive Bohrarbeiten nötig seien, außerhalb der Unterrichtszeiten erledigt. „Das wichtigste Ziel sind harmonisierte Netzwerke in allen Schulen“, sagte Gülicher. Denn: Sein Team habe inzwischen rund 700 Schulen besichtigt und sei bei bereits vorhandenen Installationen auf die unterschiedlichsten Varianten gestoßen.

„Die gehen nicht kaputt“

„Eine vernünftige Netzwerkstruktur mit entsprechender Leitungsanbindung“ ist nach Gülichers Einschätzung aber die Grundvoraussetzung für erfolgreichen Einsatz digitaler Elemente und Geräte im Unterricht. Ausschussmitglied Martin Svoboda (CDU) erkundigte sich nach Lebensdauer und Wartung der verbauten Komponenten. Nach Angaben des The-Cloud-Managers haben die Industriestandard. „Die gehen nicht kaputt.“ Zugangspunkte und Leitungen würden so installiert, dass Unbefugte sie nicht oder nur schwer erreichen könnten. Nach der Zeit, in der seine Firma für Fragen und Probleme jederzeit erreichbar sei, „sind Sie in der Lage, das selbst zu betreuen“, versicherte Gülicher. Als Referenzen für seine auf WLAN-Lösungen spezialisierte Firma nannte er Schnellimbissketten, Hotels und Einzelhändler.

Die Entwicklung der digitalen Infrastruktur sozusagen aus einer Hand von einem externen Dienstleister erledigen zu lassen, hat nach Darstellung des Beigeordneten Bernd Leidig (SPD) zwei Vorteile: Einerseits spart die Stadt enorm Zeit. Und die ist knapp, weil Anträge für Projekte, die über den Digitalpakt laufen sollen, bis Mai 2022 vorliegen und bis 2024 realisiert und abgerechnet sein müssen. Andererseits spare die Vergabe an The Cloud Ressourcen und Personal auf Verwaltungsseite. Er erhoffe sich insofern eine deutliche Beschleunigung des gesamten Verfahrens.

Baubeginn im Sommer

Das sah auch der Schulträgerausschuss so, in dem neben den Stadtratsfraktionen auch Schulleiter und Elternsprecher sitzen: Einstimmig gaben sie grünes Licht. Die Auftragsvergabe an das im nordrhein-westfälischen Heinsberg ansässige Unternehmen muss allerdings noch vom Haupt- und Finanzausschuss und abschließend vom Stadtrat beraten und beschlossen werden. Eine zusätzliche Hürde im Verfahren: Den Dachantrag auf Auszahlung von Mitteln aus dem Topf für den Digitalpakt muss die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz in Mainz absegnen. Vorlegen möchte die Stadt ihre Wünsche im Januar. Nach Erhalt des Förderbescheids könnte die Firma direkt loslegen und den WLAN-Ausbau bis Sommer kommenden Jahres durchziehen.

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