Dirmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Rücktritt: Warum Sabine Diehl nicht mehr Beigeordnete sein will

Sabine Diehl
Sabine Diehl

Sabine Diehl hat ihr Amt als Beigeordnete der Ortsgemeinde Dirmstein niedergelegt. Der Schritt falle ihr schwer, sagt sie, doch die Gesundheit müsse Vorrang haben.

Sabine Diehl (55) wurde bei der Kommunalwahl 2024 in den Dirmsteiner Gemeinderat gewählt und von diesem zur ehrenamtlichen Beigeordneten mit den Geschäftsbereichen Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Friedhof ernannt. Im Januar hat sie von Matthias Schön (Beigeordneter für Bauen und Verkehr) auf dessen Wunsch hin noch die Zuständigkeit für den Bauhof übernommen. Das sollte in der Ratssitzung am 25. Februar besiegelt werden. Doch nun kommt es anders, denn Diehl hat Bürgermeister Jens Schlüter am 19. Februar über ihren Rücktritt mit sofortiger Wirkung informiert.

Schlüter und Diehl gehören der relativ neuen Wählergruppe Initiative Dirmstein (ID) an. Was der Ortschef in den Sozialen Medien über den Rücktritt schreibt, klingt dramatisch und alarmierend. „Für Dirmstein ist es eine Tragödie“, heißt es da zum Beispiel mit Dank und „höchstem Respekt“ vor der Leistung Diehls. Schlüter spricht auch von heftigen privaten Anfeindungen. Er bedauere es, dass er die Beigeordnete nicht besser habe schützen und Schaden vor ihr fernhalten können.

Krach wegen unerlaubtem Grabschmuck

Auf Anfrage relativiert Sabine Diehl den Eindruck, sie sei aus ihrem Amt gedrängt worden. Ja, es habe hin und wieder Krach und verärgerte Dirmsteiner gegeben, sagt sie und nennt als Beispiel einen verkehrstechnisch bedingten Heckenschnitt und die angekündigte Durchsetzung der Regel, dass auf pflegeleichten Wiesenurnengräbern in der Vegetationszeit kein Grabschmuck stehen darf. Diehl verhehlt nicht, dass man sie teils hart angegangen sei. Sie verweist aber auf ihre Fähigkeit, Kontroversen auszuhalten und sich bei Gegenwind zu behaupten, und sie betont ihre Freude am Beigeordnetenamt.

„Ich habe das gern gemacht, und besonders die Zusammenarbeit mit den Landwirten, Winzern und Bauhofmitarbeitern war toll“, schwärmt sie. Gern blickt sie auf Verbesserungen im Hochwasserschutz und auf das Kulturdenkmal-Projekt Alter Friedhof zurück, an dem viele Bürger und junge Leute vom Internationalen Bauorden Ludwigshafen mitgewirkt haben. Sie hofft, dass der von Dirmsteinern und ihr initiierte „Gießkannentreff“ auf dem Friedhof verwirklicht werden kann. Das als Treffpunkt für Trauernde gedachte Projekt wurde für die Förderung aus dem Leader-Programm angemeldet.

Gesundheitliches Warnsignal

Als Grund für ihren Rückzug aus der Kommunalpolitik nennt Sabine Diehl in Verbindung mit familiären Schicksalsschlägen vor allem gesundheitliche Gründe. Sie habe kürzlich ein eindeutiges körperliches Warnsignal erhalten, dem sie Rechnung tragen müsse. Diehl beendet auch ihre Mitgliedschaft in der ID und gibt ihren Sitz im Gemeinderat zurück. Die ID habe noch einige potenzielle Nachrücker, sagt Jens Schlüter, und für das Beigeordnetenamt schlage er Maximilian Gärtner vor.

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