Frankenthal Pilgerpfad: Vier Varianten für den Jakobsplatz
Was erst die Mitglieder des Fachausschusses und zwei Wochen später auch der Stadtrat vorgelegt bekommt, ist das Ergebnis von fast drei Jahren Diskussion um die künftige Gestaltung des Pilgerpfads und seines Mittelpunkts. 2019 hatte Pro Concept als neuer Eigentümer des in die Jahre gekommenen Supermarktgebäudes am Jakobsplatz die Einwohner des Gebiets und die Kommunalpolitik mit Plänen für den Bau zwei Hochhäuser überrascht, diesen Entwurf aber wegen des massiven Widerstands dagegen wieder zurückgezogen.
Das auch auf Druck einer neu gegründeten Bürgerinitiative gestartete Beteiligungsverfahren umfasste nicht nur Gelegenheiten, bei denen die Bewohner des Viertels ihre Wünsche und Sorgen loswerden konnten, sondern auch den Auftrag an den Heidelberger Hochschulprofessor Martin Albert für eine Sozialverträglichkeitsstudie. Deren Ergebnis seinerzeit: maximal 2300 Quadratmeter Grundfläche, nicht höher als 15 Meter – größer sollte ein Komplex an der Stelle der bisherigen Immobilie nicht sein. Außerdem fordert Albert „umfangreiche soziale Begleitmaßnahmen“, etwa ein Quartiersbüro als Anlaufstelle für die Menschen im Pilgerpfad.
Investor hat klaren Favoriten
Vor einem knappen Jahr lagen den Gremien dann erste Überlegungen seitens Pro Concept vor, wie deren Planer sich eine Bebauung am Nordende des Jakobsplatzes vorstellen könnten, die den Ergebnissen der Studie Rechnung trägt und wirtschaftlich darstellbar ist. Unterm Strich stehen nun vier detailliert ausgearbeitete Varianten, die der Investor ins Rennen schickt. Zwei von ihnen sollen innerhalb des weiteren Beteiligungsprozesses zur Diskussion gestellt werden.
Welche beiden das sein sollen und welche dieser beiden sie am liebsten bauen würden, davon haben die Pro-Concept-Leute eine klare Vorstellung: In einer den Sitzungsunterlagen für den Planungs- und Umweltausschuss beigefügten Matrix bevorzugt das Unternehmen die Varianten 1 und 2 – und erklärt darin die Nummer eins gleichzeitig zum Favoriten. Pro Concept führt wirtschaftliche und städtebauliche Argumente dafür ins Feld.
Zwei Baukörper auf Supermarkt
Dieser Entwurf sieht auf 3400 Quadratmeter Grundfläche als Basis einen neuen Edeka-Markt mit 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche plus Platz für Dienstleistungsbetriebe und darauf zwei Wohngebäude mit 18 beziehungsweise 15 Meter Höhe vor. Geplant sind 72 Wohneinheiten und zwischen den versetzt angeordneten Baukörpern, von denen einer auf den bisherigen Supermarkt-Parkplatz auskragt, eine begrünte Dachterrasse. Variante 2 unterscheidet sich davon durch den Verzicht der Auskragung und die geringere Anzahl der Wohnungen. Die auf dem eingeschossigen Gewerbebau platzierten Gebäude sollen ebenfalls 18 und 15 Meter hoch sein.
Allein dieses Thema könnte Diskussionsstoff für eine abendfüllende Sitzung liefern. Das gilt auch für Punkt vier der Tagesordnung: die Pläne für ein Wohngebiet „Am Studernheimer Weg“ in Flomersheim. Ähnlich wie beim Projekt „Im Bornfeld III“ (Eppstein) gehen die Vorstellungen zwischen Verwaltung und Ortsbeirat hinsichtlich der Dimensionen des Geplanten auseinander. Jetzt soll eine gemeinsame Sitzung von Ortsbeirat und Planungs- und Umweltausschuss die Standpunkte vor dem Hintergrund eines vorliegenden Verkehrsgutachtens noch einmal erörtern.
Termin
Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag, 22. September, 17 Uhr, im Congress-Forum (kleiner Saal), Stephan-Cosacchi-Platz 5. Teilnahme auch online möglich unter https://stadtverwaltung-frankenthal.webex.com (Kennnummer 27402764545, Passwort 67227).