Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Mittlerweile 40 Corona-Testcenter in der Stadt

Eine der wohl kleinsten Teststellen der Stadt betreibt Michele Gönnheimer vor der ATU-Autowerkstatt an der Wormser Straße. In ei
Eine der wohl kleinsten Teststellen der Stadt betreibt Michele Gönnheimer vor der ATU-Autowerkstatt an der Wormser Straße. In einem Bauwagen warten hier Alexandra Schunk und Jonas Czerski auf Testwillige. Im Schnitt macht das zehnköpfige Team 150 Schnelltests am Tag, sagt Gönnheimer.

Wie Pilze sind die Corona-Schnellteststellen zu Beginn des Jahres in Frankenthal aus dem Boden geschossen. Neben den drei großen Drive-in-Centern gibt es nun insbesondere in der Innenstadt eine Vielzahl von kleinen Teststellen. Offenbar ist die Nachfrage der Kunden groß genug. Die Anzahl der positiv Getesteten steigt auch.

Als Ende November die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft trat, da sahen sich die wenigen verbliebenen Teststellen in Frankenthal regelrecht überrannt. Fieberhaft wurde nach Lösungen gesucht, die Kapazität zu erweitern. Auf dem Festplatz wurde ein Testverbund aus verschiedenen Betreibern durch ein Drive-in-Testcenter mit mehr Kapazität ersetzt, auf dem Parkplatz des Möbelhauses Ehrmann und auf dem KBA-Parkplatz eröffneten weitere Drive-in-Center. Inzwischen wird in der Stadt fast an jeder Ecke getestet.

Das Verzeichnis des Landes Rheinland-Pfalz (covid-19-support.lsjv.rlp.de) gibt nach Eingabe der Frankenthaler Postleitzahl genau 40 Teststellen in der Stadt an. Einige wenige – insbesondere in Praxen – mit dem Hinweis, dass nur eigene Patienten getestet werden. Auf der Homepage der Stadt Frankenthal (www.frankenthal.de/corona) sind es immerhin noch 18. Von einem Teststellenmangel kann somit kaum noch gesprochen werden.

Konkurrenzsituation

Florian Peschel ist noch in der Zeit des Teststellenmangels mit seinem Drive-in-Center am Möbelhaus Ehrmann (www.frankenthal-testet.de) angetreten und spürt nach eigenen Angaben mittlerweile die Konkurrenz der vielen kleinen Teststellen. Deshalb gebe es bei ihm meist noch zu allen Tageszeiten freie Termine, sagt Peschel. Sein Team habe sich inzwischen gut eingearbeitet. Auf verschiedene Dinge wurde reagiert. So sei es erleichtert worden, einen Spontantermin zu buchen. Die Teststelle schiebe immer wieder Personen ohne Termin ein. Was unter Umständen aufhalte, sei, dass es Buchstaben- oder Zahlendreher in den E-Mail-Angaben der Testpersonen gebe, was dazu führt, dass die Mails dann natürlich nicht ankämen und die Betroffenen anriefen, wo denn ihr Ergebnis bleibe. Florian Peschel gibt nun so etwas wie Dauerkarten aus: Das neuerliche Einloggen der kompletten Daten bei jedem Test entfalle damit.

Mehr am Ostrand der Stadt, in der Mörscher Straße 98, in den ehemaligen Praxisräumen des Allgemeinmediziners Guido Sann, haben Nicola Pizzulli und Gernot Maßing die Teststation „MaPiSan“ eingerichtet. Sann sei Partner und berate, sagt Pizzulli. Maßing und Pizzulli betreiben weitere Teststellen in der Einhorn-Apotheke in Frankenthal und vor einem Fitnessstudio in Oppau. Rund 21 Tester beschäftigen die Betreiber. Trotz der großen Konkurrenz und der Randlage in der Mörscher Straße sei er sehr zufrieden mit dem Besuch, sagt Pizzulli. „Das Publikum ist bunt gemischt.“ Insbesondere der Vorort Mörsch gehöre zum Einzugsgebiet. Mit der Beschaffung von Tests haben er und sein Partner keine Probleme: „Wir haben am Anfang auch groß eingekauft und sind ins Risiko gegangen“, meint Pizzulli.

Maschinelle Auswertung

Ebenfalls nicht im Stadtzentrum liegen die Teststellen von dem Ludwigshafener Thorsten Maier und Rafael Piñol, Arzt einer Privatklinik in Mannheim. Sie befinden sich vor dem Freizeitzentrum Barth (Drive in) und dem Fitnessstudio Tonus. Bei den Teststationen von Vitalyte (vitalyte-testcenter.de), die Partner betreiben unter diesem Firmennamen noch weitere in der Region, werde Wert auf Qualität gelegt, betont Maier. „Wir haben uns jetzt eine Maschine zur Auswertung von PCR-Tests zugelegt, die in der Mannheimer Klinik meines Partners steht“, sagt Maier. Da es dafür noch keine allgemeine Zulassung gibt, werde der PCR-Test zuerst nur als private Leistung angeboten, zum Beispiel im Vorfeld von Urlaubsreisen. Mit der Kundenfrequenz an den Teststellen ist Maier zufrieden, ohne Zahlen zu nennen.

Auf Festplatz große Nachfrage

Jürgen Maring, der den Testbetrieb auf dem Festplatz (www.festplatz-frankenthal.de) im Dezember übernommen hat, spürt nach eigenen Angaben die Vielzahl der neu eröffneten Teststellen in Frankenthal überhaupt nicht. „Im Gegenteil, bei uns gehen die Zahlen hoch.“ Zwischen 240 und 400 Tests würden täglich auf dem Festplatz durchgeführt. Gut eingeschlagen sei das Angebot, mobile Tests durchzuführen. Diese machten am Tag inzwischen einen Anteil von rund zehn Prozent aus. Zu groß solle der Anteil aber auch nicht werden, weil er ja seiner Teststation auf dem Festplatz keine Konkurrenz machen solle.

Das mobile Testen solle in erster Linie für jene sein, die aus diversen Gründen nicht zur Teststelle kommen können. Als Kooperationspartner der Stadt teile er die Anzahl der Tests und die der positiv getesteten Personen der Verwaltung mit. Die Tests bezieht Maring über die Stadt. Probleme bei der Beschaffung gebe es nicht. Auf dem Festplatz selbst soll sich laut Maring in absehbarer Zeit ebenfalls etwas ändern. „Wir wollen das Testen dort auf ein neues Level heben“, sagt er etwas geheimnisvoll. Noch wolle er nichts versprechen, was vielleicht nicht umgesetzt werden könne.

Drive-in-Angebot

Im Drive-in-Center auf dem KSB-Parkplatz (schnelltestzentrum-frankenthal.de) sollen noch in dieser Woche zu den Schnelltests die genaueren und nach einem positiven Schnelltest geforderten PCR-Tests angeboten werden. „Es war gar nicht so leicht. Aber wir haben noch ein Labor gefunden, das uns aufgenommen hat. Unsere Infrastruktur ermöglicht solche Tests“, sagt Teststellen-Betreiber Tiemo Feldmann. Bisher würden positiv Getestete weitergeschickt zu den wenigen Stellen in Frankenthal, die PCR-Tests anböten. Auch er verzeichnet keinen Einbruch bei den Testzahlen aufgrund der vielen Teststellen in Frankenthal. „Im Gegenteil, die Zahlen gehen hoch. Und wir haben zudem deutlich mehr positive Fälle als in der Anfangszeit.“

Er wundere sich allerdings über die eine oder andere Teststelle in der Stadt, sagt Feldmann. Denn die Tests lieferten nur bei Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad gute Ergebnisse. Er habe extra Sensoren angeschafft, die den Testbereich überwachten und Alarm schlagen würden, wenn die Temperatur zu weit absinkt. Qualität sei für ihn ein wesentlicher Faktor. 300 bis 400 Tests würden in der Teststelle täglich durchgeführt. Es könnte aber laut Feldmann deutlich mehr getestet werden.

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