Frankenthal
Heilige Dreifaltigkeit: Pfarrer Klaus Meister geht in Ruhestand
Meister, der am 5. Mai offiziell verabschiedet wird, hat sich seine Entscheidung nicht leichtgemacht. Zehn Jahre war er in Frankenthal als Kooperator tätig, erlebte schöne, aber auch herausfordernde Zeiten, die viel Kraft gekostet haben. „Ich bin sehr offen aufgenommen worden und habe in der Seelsorge auch Neues ausprobieren dürfen“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Zunächst habe er sich hauptsächlich der Firmkatechese gewidmet und sich um die beiden katholischen Kindertagesstätten gekümmert. Später war er dann für die Vorbereitung auf die Erstkommunion verantwortlich.
Dass sich Kirche bewegt und verändert, hat Klaus Meister auch in Frankenthal gespürt – allerdings nicht nur im positiven Sinne. So sei die Zahl der Katholiken von 14.000 auf rund 11.000 geschrumpft. „Die Umschichtung zur Großpfarrei war ein schwieriges Feld.“ In einigen Gemeinden habe man Kirchturmpolitik betrieben. Und doch gehöre Frankenthal zu den ersten Pfarreien im Bistum Speyer, die ein Pastorales Konzept auf die Beine gestellt hätten. Als überaus bereichernd habe er die ökumenische Zusammenarbeit und den interkonfessionellen Dialog empfunden.
In Jugendarbeit engagiert
Als der Leitende Pfarrer Stefan Mühl im Sommer 2022 nach Schifferstadt wechselte, hat sich Meister bereiterklärt, das Amt des Administrators der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit zu übernehmen. Insbesondere mit Blick auf die Diskussion über ein von der Diözese favorisiertes neues Leitungsmodell sei dies für ihn keine einfache Zeit gewesen, bekennt er und zeigt sich erleichtert, dass man mit Andreas Rubel einen in die Pfarrei passenden und den Menschen zugewandten neuen Leitenden Pfarrer gefunden habe.
Immer wieder hat Klaus Meister Mittel und Wege gesucht, um den Glauben transparenter zu machen. „Das Problem sind nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen, die den Glauben im Alltag nicht mehr leben“, stellt der Seelsorger mit einiger Ernüchterung fest. Er selbst hatte das Glück, in Ludwigshafen in einem christlich geprägten Elternhaus aufzuwachsen. „Religion war für uns normal, allerdings nicht frömmelnd, sondern offen,“ hebt er hervor. Schon sehr früh engagierte er sich in der in Verbänden organisierten kirchlichen Jugendarbeit, war Gruppenleiter und Obermessdiener. Kurz vor dem Abitur, das er 1977 am Carl-Bosch-Gymnasium ablegte, reifte bei ihm der Entschluss, die theologische Laufbahn einzuschlagen.
Städtetouren und Theater
Nach dem Studium in Mainz und Eichstätt sowie einem Praktikum als Diakon in Lauterecken empfing Klaus Meister 1987 im Dom zu Speyer die Priesterweihe. Es folgten Kaplansjahre in Kaiserslautern und Geinsheim, bevor er als Administrator nach Boßweiler in die „tiefe Diaspora“ geschickt wurde. Anschließend wirkte er im südpfälzischen Eschbach, war zeitweise auch Jugend- und Frauenseelsorger sowie Leiter des Pfarrverbandes. „Damals habe ich jährlich 40.000 Dienstkilometer zurückgelegt“, erinnert er sich. Von 2002 bis 2014 betreute Meister die Pfarrei Maxdorf mit den Gemeinden Fußgönheim, Birkenheide und Ellerstadt.
Im Ruhestand will Klaus Meister, der in Frankenthal wohnen bleibt, nachholen, wozu er während seiner aktiven Zeit nicht gekommen ist. Er interessiert sich für Kulturgeschichte und plant Städtetouren in Deutschland. Auch Besuche im Theater und bei Freunden stehen auf seiner Agenda. Soweit es die Gesundheit zulässt, will er in der Pfarrei seinen priesterlichen Dienst ausüben, wenn das Seelsorgeteam seine Hilfe benötigt.
In einem Brief an die Gemeinde macht Klaus Meister deutlich, auf persönliche Geschenke bewusst verzichten zu wollen. Er bittet vielmehr darum, die von ihm im September 2023 initiierte Sammelaktion „Kauf eins mehr“ zugunsten der Frankenthaler Tafel zu unterstützen. Auch die Kollekte beim Abschiedsgottesdienst ist für diese Einrichtung bestimmt.
TERMIN
Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Klaus Meister am Sonntag, 5. Mai, 14 Uhr, in der Pfarrkirche St. Ludwig, Wormser Straße 43, Frankenthal.