Frankenthal Countdown läuft: Strohhutfest startet am 30. Mai
Für den neuen Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG), der zu seinem Dienstantritt im Januar die Losung ausgebracht hat: „Keine Feier ohne Meyer“, dürfte es der erste echte Höhepunkt seiner Amtszeit sein: die Eröffnung des Strohhutfests an Fronleichnam, Donnerstag, 30. Mai, ab 14 Uhr auf der Hauptbühne auf dem Rathausplatz. Das Straßenfest sei für ihn eine Herzensangelegenheit, wird der Stadtchef vor der Premiere in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir alle lieben diese vier Tage, an denen alle nach Frankenthal zurückkehren, die mit der Stadt verwurzelt sind, um zusammen – mit dem Button am Strohhut – ausgelassen und friedlich zu feiern.“ Die Bühne teilt Meyer sich mit einer jungen Frankenthalerin, die an dem Nachmittag ebenfalls ihren ersten Auftritt haben wird. Wer die Nachfolgerin von Miss Strohhut Julia Boudot wird, steht seit der Wahl Anfang Mai fest. Doch noch ist der Name streng geheim. Die Moderation der Eröffnung übernimmt wie im Vorjahr der RPR1-Moderator Ben Salzner.
„Anonyme“ statt Grabowsky
Eingefleischte Strohhutfest-Fans werden sich bei der 49. Ausgabe umstellen müssen: Mit Grabowsky und High Voltage haben gleich zwei Frankenthaler Kultbands 2023 ihren Abschied von der großen Bühne gefeiert. Mit den Anonyme Giddarischde hat sich ein mehr als würdiger Nachfolger für den traditionellen Programmplatz am Freitagabend gefunden. Sänger „Edsel“ und seine Bandkollegen übernehmen um 19.30 Uhr die Hauptbühne von Grabowsky. Statt „Rieslingschorle“ gibt es diesmal also „Lewwerworscht“. Den musikalischen Startschuss gibt am Donnerstagabend um 19.30 Uhr die Band Jo’s Mum mit Charthits sowie Klassikern aus Funk, Soul und Rock. Samstags ab 19.30 Uhr sorgen Me and the Heat für Stimmung. Die aus dem Rhein-Neckar-Raum stammende Cover- und Partyband tourt seit fast 20 Jahren durch halb Europa und kommt auf rund 150 Auftritte im Jahr. Zum Abschluss am Sonntag ab 19 Uhr gibt es mit der Band Changes aus Zweibrücken Bekanntes aus Pop und Rock sowie moderne Club-Hits zu hören.
Strohhutlauf und Kinderfest
Neben dem Rathausplatz gibt es Livemusik auf der Eichbaumbühne am Speyerer Tor, in der Erkenbertruine, auf der TIF-Bühne und beim Kulturzentrum Gleis4, das traditionell die August-Bebel-Straße bespielt. Und auch in den Vereinszelten wird Musik zu hören sein. Ebenfalls Tradition hat das Kinderstrohhutfest in der Schlossergasse mit Tänzen, Zirkusvorführungen und Kinderschminken. Wer sonntags noch Energie hat, kann sich beim Strohhutfestlauf auf drei Laufstrecken für jedes Alter messen. Die Anmeldung läuft bereits unter www.br-timing.de.
Gefeiert wird am 30. Mai von 11 bis 24 Uhr, am 31. Mai und 1. Juni von 10 bis 24 Uhr und am 2. Juni von 11 bis 21 Uhr. Die Bahn setzt laut Stadt Sonderzüge zum Strohhutfest ein. Autofahrer sollten Parkmöglichkeiten in der Innenstadt und am Bahnhof nutzen. Für Fahrräder gibt es Stellplätze in der Schnurgasse vom Wormser Tor bis zur Elisabethstraße, in der Turnhallstraße zwischen Europaring und Holzhofstraße und in der Kanalstraße in Höhe des Parkplatzes Dathenushaus. Aufgrund des zu erwartenden Andrangs empfiehlt die Verwaltung, keine Hunde mitzubringen.
Alkoholkontrollen und Cannabisverbot
Anders als andere Städte hat Frankenthal keine eigene Regelung für den Konsum von Cannabis getroffen. Die Verwaltung verweist auf das Bundesgesetz, das Kiffen in unmittelbarer Nähe von Personen unter 18 Jahren, in Sichtweite von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kinderspielplätzen sowie auf öffentlich zugänglichen Sportstätten ebenso verbietet wie in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr in Fußgängerzonen. „Das Strohhutfest ist ein Fest für Jung und Alt, für Kinder und Familien“, betont die Stadt in ihrer Mitteilung. Alkoholische Getränke mitzubringen und vor Ort zu trinken ist nicht erlaubt. Angekündigt werden außerdem Jugendschutzkontrollen des Bereichs Ordnung und Umwelt und der Polizei.
Teilweise für Unverständnis hatte im Vorjahr die kurzfristige Entscheidung des Stadtvorstands gesorgt, den Erkenbertbrunnen auf dem Rathausplatz unter einer braunen Holzhaube verschwinden zu lassen. Begründet worden war der Schritt mit einer möglichen Verletzungsgefahr, wenn in dem Brunnen Scherben liegen. Damals hieß es, die für einen niedrigen fünfstelligen Betrag angeschaffte Konstruktion sei keine einmalige Investition. Sie sollte nach dem „Feschd“ abgebaut und eingelagert werden. Jetzt rudert das Rathaus zurück: 2024 bleibt der Erkenbertbrunnen während des Strohhutfests frei und wird nicht überbaut, teilte die Stadt bereits Anfang April mit.