Frankenthal
Sicherheitsbedenken: Brunnen verschwindet unter Holzhaube
Die um den Rathausbrunnen platzierten Häuschen des Frankenthaler Carneval-Vereins (FCV) sind während der vier Strohhutfesttage einer der beliebtesten Treffpunkte – keine Frage. Nicht zuletzt hat der Standort seinen besonderen Reiz, weil dort der Erkenbert-Brunnen plätschert. Und was liegt da näher als eine kleine Abkühlung, sofern der Frühsommer für entsprechende Temperaturen sorgt? Damit ist bei der 48. Auflage des Festes erst einmal Schluss.
Der Brunnen und das dazugehörige Becken sind unter einer Holzkonstruktion verschwunden, Metallpfosten und Ketten abgebaut – was anhand der dort verbreiteten Bilder direkt zu munteren Diskussionen im Internet geführt hat. Tatsächlich hat die Stadtverwaltung mit der Montage der Platten weniger den Schutz des Bauwerks als den der Strohhutfestbesucher im Sinn: Die Fläche um den Erkenbert-Brunnen sei beliebt und dementsprechend immer „sehr gut besucht“.
Keine einmalige Investition
Das wiederum hat nach Erfahrung der Verantwortlichen problematische Folgen: „Leider herrscht dort auch oft ein großes Gedränge“, betont die Stadt auf RHEINPFALZ-Anfrage. In der Vergangenheit seien immer wieder Leute über die Kette am Beckenrand gestolpert. Einige Besucher, darunter auch Kinder, hätten sich an Glasscherben verletzt, die ins Wasser gefallen waren. Das Ambiente sei zwar verändert, die Maßnahme an sich aber sinnvoll, heißt es aus dem Rathaus.
Die vor einigen Tagen angebrachte und auf Beschluss des Stadtvorstands angeschaffte Konstruktion ist keine einmalige Investition. Laut Pressesprecherin Xenia Schandin wird sie nach dem „Feschd“ abgebaut und eingelagert. Ganz billig war das Ganze nicht: Immerhin einen Betrag im „niedrigen fünfstelligen Bereich“ hat sich die Stadt die dank eines Unterbaus entsprechend stabile Platte und die Hülle für die Brunnenstele kosten lassen.
FCV-Chef zeigt Verständnis
Bei der bislang etwas trostlosen Optik soll es nicht bleiben. Schandin plant „eine Gestaltung im Strohhutfest-Look“. Auf sonnengelbem Untergrund könne beispielsweise das Bühnenprogramm der vier Tage an den Seiten des Kubus Platz finden.
FCV-Vorsitzender Nico Hahl zeigt auf Rückfrage durchaus Verständnis für die Aktion der Stadt. Der Brunnen stelle in Kombination mit dem unvermeidlichen Glasbruch schon eine Gefahr dar. Die am Stand eingesetzten Helfer hätten auch immer ein Auge darauf gehabt. „Wer die Maßnahme verstehen will, der versteht sie auch“, sagt Hahl mit Blick auf die im Netz geäußerte Kritik.
Sein Verein stehe jetzt vor der Aufgabe, „innerhalb kurzer Zeit das Beste daraus zu machen“. Überlegungen zur Sicherheit rund um den Erkenbert-Brunnen seien vage schon bei der Vorbesprechung mit den Beschickern des Strohhutfests im Frühjahr geäußert worden, danach habe zumindest er von der Verwaltung nichts mehr Konkretes gehört. Die Stadtverwaltung will nach eigener Darstellung Kontakt zum Verein aufgenommen haben. Zur aktuellen Optik meint Nico Hahl: „So kann man es natürlich nicht lassen.“